Sonntag, 29. September 2013

Die grünen Teufel von Monte Cassino (1958)


Die grünen Teufel von Monte Cassino ist ein deutscher Kriegsfilm des Regisseurs Harald Reinl aus dem Jahr 1958.

Handlung:

Die 1. Fallschirmjäger-Division wird über Avignon abgesetzt. Einige Soldaten verletzen sich beim Absprung, darunter auch der Oberjäger Karl Christiansen. Er war einst Fähnrich und wurde degradiert, als er sich weigerte, einen feindlichen Soldaten zu exekutieren. Im Lazarett verarztet ihn Schwester Inge und beide verlieben sich ineinander. Auch Oberleutnant Reiter hat ein Auge auf Inge geworfen. Inge und die Soldaten trennen sich, als die Division überraschend nach Cassino verlegt wird. Hier soll sie helfen, den alliierten Angriff abzuwehren. Zudem soll die Stellung so lange wie möglich gehalten werden. Das Kloster Montecassino soll jedoch von jeglichen Kampfhandlungen verschont werden. Die italienischen Einwohner der Stadt suchen im Kloster Schutz und Inge, die inzwischen auch nach Cassino versetzt wurde, versorgt die Menschen medizinisch. Dabei wird sie von der Italienerin Gina als Deutsche beschimpft...

Stab:

Regie Harald Reinl
Drehbuch Michael Graf Soltikow, J. Joachim Bartsch
Produktion Franz Seitz Filmproduktion, München
Musik Rolf A. Wilhelm
Kamera Ernst W. Kalinke
Schnitt Ingeborg Taschner

Besetzung:

 Joachim Fuchsberger: Oberleutnant Reiter
 Antje Geerk: Schwester Inge
 Ewald Balser: Oberstleutnant Schlegel
 Elma Karlowa: Gina
 Dieter Eppler: Karl Christiansen
 Agnès Laurent: Hélène
 Carl Wery: General Heidenreich
 Wolfgang Preiss: Oberstabsarzt Munkler
 Wolfgang Wahl: Feldwebel Greinert
 Wolfgang Neuss: Neumann
 Armin Dahlen: Pater Emmanuel
 Harald Juhnke: Hugo Lembke
 Leonard Steckel: Erzabt
 Jan Hendriks: Fausto
 Albert Hehn: Major Zillert
 Hans von Borsody: Leutnant
 Michl Lang: LKW-Fahrer
 Hans Terofal: Friedrich

Die grünen Teufel von Monte Cassino sollte zunächst unter der Regie von Fernando Cerchio in deutsch-italienischer Koproduktion entstehen. Die italienische Filmproduktionsfirma Transmonde zog sich jedoch unter anderem aus Gründen des Filminhalts vom Projekt zurück. Das Projekt wurde zunächst dem Regisseur Veit Harlan angeboten, der mit dem Thema jedoch unvertraut war und ablehnte. Als neuer Regisseur wurde schließlich Harald Reinl ausgewählt, der 1955 mit Solange du lebst seinen ersten Kriegsfilm gedreht hatte. Statt Felix Lützkendorf verfasste nun Michael Graf Soltikow unter Mitarbeit von J. Joachim Bartsch das Drehbuch, das auf eine Idee von Kinobetreiber Albert Armin Lerche zurückging. Lerche hatte als Fallschirmjäger an der Schlacht von Monte Cassino teilgenommen. Die dem Film zugrundeliegende Geschichte, in der die Kunstschätze des Klosters Montecassino durch einen Soldaten der Wehrmacht gerettet werden, beruht auf einer wahren Begebenheit: Auf Julius Schlegels Initiative hin wurden im Zweiten Weltkrieg die Kunstschätze des Klosters per Armeelastwagen in die Engelsburg nach Rom evakuiert und so gerettet. Schlegel wird im Film von Ewald Balser dargestellt, das Geschehen selbst wird nur teilweise historisch korrekt wiedergegeben.
Die Dreharbeiten für den Film begannen am 25. November 1957 in Avignon und setzten sich an weiteren Originalschauplätzen fort. Julius Schlegel begleitete zum Teil die Dreharbeiten vor Ort. Da Dreharbeiten auf dem Montecassino nicht möglich waren, wurden die Innenszenen im Kloster in St. Jakobs in Regensburg sowie im Kloster Sankt Emmeram gedreht. Weitere Außenaufnahmen entstanden in der Fröttmaninger Heide. Anfang Februar 1958 waren die Dreharbeiten beendet. Neben zeitgenössischen Aufnahmen enthält der Film auch zahlreiche Originalaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg, darunter Bilder der Bombardierung des Klosters. Der Film erlebte am 23. April 1958 im Stuttgarter Universum seine Premiere.

https://dfiles.eu/files/4c6iccx31

Mittwoch, 25. September 2013

Die Abenteuer der Kauffahrtei im späten Mittelalter (1994)


Die Abenteuer der Kauffahrtei im späten Mittelalter ist ein Dokumentarfilm über die Hanse.

Norddeutsche Kaufleute schlossen sich in der Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem Bund zusammen: Die Hanse, die in ihrer Glanzzeit fast 200 See- und Binnenstädte umfasste.
Abenteuerlich und gefährlich waren die Fahrten der Kaufleute, bis Niederlassungen und Verträge das Risiko begrenzten. Ein Schiffstyp, die Kogge, trug entscheidend zum Erfolg der Hanse bei. Der Nachlass des Kaufmanns Hildebrand Veccinghusen gibt Einblick in den Alltag, zeigt Reise- und Lebensspuren eines erfolgreichen Geschäftsmannes, der im Schuldturm endet.
Seine Geschichte steht auch für den Niedergang der Hanse, die gemeinsamen Interessen spalteten sich, der politische Druck von außen wurde stärker. Die Hanse reagierte zu spät, war zu konservativ und beharrte auf ihren Privilegien. Die Stürme einer neuen Zeit brachten den Untergang.

http://dfiles.eu/files/k84ia3se0

Dienstag, 24. September 2013

Ober, zahlen! (1957)

Paul Hörbiger, Hans Moser

Ober, zahlen! ist ein österreichischer Spielfilm von E. W. Emo aus dem Jahr 1957. Er entstand nach einer Filmnovelle von Jutta Bornemann, wurde im Atelier Sievering der Wien-Film gedreht und erlebte am 27. Juni 1957 im Stuttgarter Universum seine Premiere.

Handlung:

Die beiden Oberkellner Gustav und Franz sind beste Freunde und gemeinsam in einem Wiener Kaffeehaus angestellt. Die Geschäfte laufen schlecht, da die modernen Espressos den alteingesessenen Kaffeehäusern die Gäste nehmen. Nur wenige Stammgäste halten dem Haus die Treue und nicht alle können ihren Kaffee prompt bezahlen. Der neue Piccolo Fritz, Neffe der reichen Berlinerin Frieda, ist zudem ungeschickt und schnodderig, bleibt jedoch, da Gustav in Frieda verliebt ist. Beide Oberkellner träumen von einem eigenen kleinen Kaffeehaus...

Altersfreigabe FSK 12

Stab:

Regie E. W. Emo
Drehbuch August Rieger, Hugo Wiener
Produktion ÖFA, Schönbrunn-Film
Musik Hans Lang
Kamera Sepp Riff
Schnitt Leopoldine Pokorny

Besetzung:

 Paul Hörbiger: Gustav
 Hans Moser: Franz
 Mady Rahl: Frieda Lempke
 Lucie Englisch: Marie
 Michael Cramer: Kurt
 Sabine Hahn: Mitzi
 Rudolf Carl: Panigl
 Lotte Ledl: Mali
 Wolfgang Jansen: Piccolo Fritz
 Karin Himboldt: Susi
 Fritz Muliar: Oswald
 Herta Konrad: Fräulein Hummel
 Peter Gerhard: Choleriker
 Hans Unterkircher: Schachspieler
 Ferdinand Mayerhofer: Hofrat
 Franz Böheim: Betrunkener

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Donnerstag, 19. September 2013

Der müde Theodor (1957)

Loni Heuser. Heinz Erhardt

Der müde Theodor ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 1957 mit Heinz Erhardt in der Hauptrolle. Das Drehbuch entstand nach einem Bühnenstück von Max Neal und Max Ferner.

Handlung:

Theodor Hagemann steht unter der Fuchtel seiner herrischen Ehefrau Rosa Hagemann, Inhaberin einer Marmeladenfabrik. Sein Bemühen, junge Künstler zu fördern, ist ihr schon lange ein Dorn im Auge. Ihr Ratsuchen bei einem Psychiater scheitert jedoch, als sich dieser ebenfalls als Kunstliebhaber herausstellt. Die mütterliche Abneigung gegen die Kunst ist auch der Grund dafür, dass Tochter Jenny ihr ihre Verlobung mit dem Komponisten Harald Steinberg verheimlicht. Harald fiebert der Uraufführung seines jüngsten Werkes entgegen, die entscheidend für seine Karriere ist.
Als Theodor einen Prozess verliert, weil er für einen erfolglosen Dichter gebürgt hat, lässt ihn seine Frau, kurz bevor sie verreisen muss, für unmündig erklären. Jedoch braucht Theodor dringend Geld, da er - nach einigen Verwicklungen - die Schulden der jungen Sängerin Lilo Haase bezahlt hat, deren Hab und Gut samt Klavier sonst gepfändet worden wäre...

Altersfreigabe FSK 12

Stab:

Regie Géza von Cziffra
Drehbuch Franz Gribitz, Géza von Cziffra (als Peter Trenck)
Produktion Deutsche Film Hansa
Musik Heino Gaze
Kamera Willy Winterstein
Schnitt Martha Dübber

Besetzung:

 Heinz Erhardt: Theodor Hagemann
 Renate Ewert: Lilo Haase
 Peter Weck: Felix
 Loni Heuser: Rosa Hagemann
 Karin Baal: Jenny
 Albert Rueprecht: Harald Steinberg
 Werner Finck: Dr. Karl Findeisen
 Kurt Großkurth: Walter Steinberg
 Wolfgang Neuss: Direktor Noll
 Hubert von Meyerinck: Wilhelm Schulze
 Wolfgang Müller: Chefkoch
 Franz-Otto Krüger: Professor Linck
 Joseph Offenbach: Rafael Cacozzo
 Ralf Wolter: Gerichtsvollzieher Storch
 Wolfgang Heyer: Fritz Kümmel
 Reinhard Kolldehoff: Hotelgast
 Herbert Weißbach: Pfandleiher
 Balduin Baas: Hoteldiener Anton
 Horst Beck: Regierungsrat Stammfest
 Elfie Pertramer: Frieda

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Donnerstag, 5. September 2013

Dr. med. Fabian - Lachen ist die beste Medizin (1969)


Dr. med. Fabian – Lachen ist die beste Medizin ist eine deutsche Filmkomödie von Harald Reinl aus dem Jahr 1969.

Handlung:

Oberarzt Dr. Paul Fabian arbeitet in der chirurgischen Abteilung einer Klinik, die von Chefarzt Dr. Spalke geleitet wird. Paul ist bei den Medizinstudenten beliebt, die teilweise auch während des regelmäßigen Golfspiels der beiden Ärzte geprüft werden. Eines Tages wird Henriette Gambaroff wegen einer anstehenden Blinddarmoperation in die Klinik gebracht. Paul schwindelt vor Spalke, dass die Patientin eine ausgezeichnete Golfspielerin sei und Spalke operiert sie. Wenig später macht Spalke der attraktiven Endvierzigerin einen Heiratsantrag und kurz darauf geht er seine sechste Ehe ein. Henriette bringt die spätpubertierende Susanne mit in die Ehe. Während der Flitterwochen soll Paul auf die junge Frau aufpassen.
Paul ist seit Jahren mit Dr. Inge Vollmer zusammen, wehrt sich aber erfolgreich gegen eine Heirat. Susanne wiederum setzt alles daran, Paul zu erobern, führt ihn mit Inge in einen Tanzclub aus und zieht schließlich bei ihm ein...

Altersfreigabe FSK 6

Stab:

Regie Harald Reinl
Drehbuch Georg Laforet
Produktion Rialto Film (Horst Wendlandt)
Musik Martin Böttcher
Kamera Karl Löb
Schnitt Jutta Hering

Besetzung:

 Hans-Joachim Kulenkampff: Dr. med. Paul Fabian
 Martin Held: Professor Felix Spalke
 Maria Perschy: Dr. Inge Vollmer
 Gisela Uhlen: Henriette Gambaroff
 Agnes Windeck: Frau Nachtigall
 Ulrike Blome: Susanne
 Arthur Richelmann: Joachim Dorn
 Elisabeth Flickenschildt: Oberschwester Esmeralda
 Monika Peitsch: Renate Lürsen
 Hubert von Meyerinck: General voon Kottwitz
 Elsa Wagner: Kgl. Hoheit
 Edith Schneider: Frau Dorn
 Martin Jente: Herr Martin
 Beate Hasenau: Carla Ritter
 Hans Terofal: Furtmayer
 Otto Graf: Konsul Lürsen
 Kurd Pieritz: Arzt
 Harry Tagore: Max
 Oscar Sabo: Taxifahrer
 Heidrun Hankammer: Elisabeth Wahl
 Egon Vogel: Patient
 Thomas Danneberg: Korn
 Ewald Wenck: Herr Bollmann

Dr. med. Fabian – Lachen ist die beste Medizin wurde vom 11. Juni bis 17. Juli 1969 in einem Klinikum in Berlin sowie in den CCC-Studios gedreht. Hans-Joachim Kulenkampff war nach Drei Mann in einem Boot aus dem Jahr 1961 zum ersten Mal wieder in einem Kinofilm zu sehen. In der Zwischenzeit war er durch die Fernsehshow Einer wird gewinnen bundesweit populär geworden und auch Dr. med. Fabian – Lachen ist die beste Medizin enthält zahlreiche Verweise auf die Fernsehshow: Die Erkennungsmelodie der Sendung wird eingespielt, als „Paul“ einen Vorlesungssaal betritt. Martin Jente, der in EWG den Butler Kulenkampffs spielt, hat eine Nebenrolle als Butler der Königliche Hoheit genannten Patientin – bei der Visite merkt „Paul“ an, dass ihm das Gesicht des Butlers bekannt vorkomme.

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Montag, 2. September 2013

Idole der Nazis 03 - Marika Rökk. Ein Star für alle Jahreszeiten (2010)


Dritter und letzter Teil der Reihe Idole der Nazis ist Marika Rökk - Ein Star für alle Jahreszeiten.

Marie Karoline (Marika) Rökk wurde am 3. November 1913 in Kairo geboren, wo ihre Eltern – wegen der Gesundheit ihrer Mutter Maria Karoline Charlotte, geb. Karoly – einige Jahre lebten. Sie wächst im Ofenpester Stadtteil Pestujhej auf; ihr Vater, der Architekt Eduard Rökk, führte ein erfolgreiches Bauunternehmen. Marika erhält Tanzunterricht; mit neun Jahren arrangiert ihr Vater ihren ersten Tanzabend.

1924 zieht die Familie nach Paris, wo Rökk bei der Exilrussin Rudkowska ihre Tanzausbildung fortsetzt. Nachdem der Vater sein Vermögen verloren hat, tritt Marika Rökk, als elfjährig in die Ballett-Truppe Hoffmann Girls ein.
 "Akrobatik wurde zuerst noch ausgeklammert bei mir, die mußte ich erst studieren – und das tat ich. Mein Pensum war unheimlich reichhaltig, aber ich schaffte alles mit unverwüstlicher Gesundheit und einer überschäumenden Lebensfreude." (Rökk, 1974).
Mit dem Honorar für ihr Engagement im Moulin Rouge kann sie die Familie unterstützen. Ende 1925 fährt die Truppe nach Neuyork, tritt am Broadway auf und geht auf Tournee durch die USA. Danach löst Hoffmann die Truppe auf; Rökk besucht die Nat Wayburn-Tanzschule, bekommt kleinere Engagements. Ende 1929 kehrt sie nach Europa zurück und tritt als Tänzerin, dann auch als Sängerin, in Shows und Revuen in Hamburg, Berlin, Monte Carlo, Cannes, London, Paris auf, schließlich auch wieder in Ungarn. Sie hat in Ofenpest in Operetten und musikalischen Lustspielen Erfolg, spielt auch in Wien.

Ihre ersten Filmerfahrungen macht Rökk 1930 mit Auftritten in Monty Banks Kolonial-Komödien "Kiss me, Sergeant" und "Why Sailors Leave Home", dreht 1933 in Ungarn "Kisertetek vonata". Nach ihrem großen Erfolg in der Bühnenrevue "Stern der Manege" von Lászlo Bus-Fekete, erhält sie am 14. November 1934 von der Ufa einen Zweijahresvertrag. Ihr erster deutscher Film ist die Zirkus-Komödie "Leichte Kavallerie", die Werner Hochbaum im Sommer 1935 inszeniert.
Ab ihrem zweiten Ufa-Film, "Heißes Blut", wird der Regie-Routinier Georg Jacoby ihr Leibregisseur, mit dem sie bis Ende der 50er Jahre überwiegend zusammenarbeitet und den sie 1940 heiratet. Zu ihrer Gruppe gehören meist der Kameramann Konstantin (Irmen-)Tschet, die Choreografin Sabine Ress und die Komponisten Franz Grothe und Peter Kreuder. Nach anfangs zögernd einsetzendem Erfolg wird sie einer der Stars des Unterhaltungskinos des Dritten Reiches.
Zur Ausprägung ihres Star-Rufes gehört es, die Handlungsideen ihrer Drehbücher nicht allzu sehr zu differenzieren.
In "Der Bettelstudent", "Gasparone" (beide nach Millöcker-Operetten) und "Hallo Janine" bildet sie mit dem holländischen Schauspieler und Sänger Johannes Heesters ein Traumpaar des Revuefilms; danach zieht dieser es vor, seine Karriere allein fortzusetzen. 1940 entsteht mit "Kora Terry" Rökks ambitioniertester Film. Sie spielt, unterstützt durch zahlreiche Trickaufnahmen, zwei charakterlich sehr unterschiedliche Schwestern, die jahrelang gemeinsam als Tänzerinnen aufgetreten sind. Als die temperamentvolle Maha verunglückt, schlüpft die bislang stille und zurückhaltende Kora in deren Rolle. Ein Drehbericht zeigt, wie stark Rökk die gesamt Filmherstellung bestimmt: "Sie steht im Mittelpunkt der Tanzinszenierung mit ihrem großen Aufwand an Menschen und Dekorationen. Die Pause, in der die Beleuchtung umgeändert wird, benutzt sie unermüdlich zu Proben. Immer wieder erörtert sie mit dem Kameramann Konstantin Irmen-Tschet, wie sie die einzelnen Phasen ihres Tanzes am besten den Schwenkungs-Möglichkeiten der Kamera anpassen kann. Die oft gerühmte Arbeitsdisziplin der Rökk zeigt sich auch hier. Wir sahen mehr als zwei Stunden lang den Aufnahmen zu und es gab während der ganzen Zeit kaum eine Minute, in der diese Schauspielerin nicht in irgendeiner Weise aktiv an der Filmgestaltung beteiligt war." (Film Kurier, 6. Juni 1940).
Neben Willy Fritsch steht sie 1941 im ersten deutschen Farb-Spielfilm "Frauen sind doch bessere Diplomaten" vor der Kamera. Nach der Fertiggestellung des Farbfilms "Die Frau meiner Träume" erwartet das Ehepaar Rökk/Jacoby im österreichischen Radstadt die Geburt ihres Kindes. Tochter Gabriele (Gaby), die später selbst Schauspielerin wird, kommt am 13. April 1944 in Salzburg zur Welt. Während bis in den März 1945 in Babelsberg die Produktion des Films "Die Puppe" vorbereitet wird, versucht Rökk mit ihrer Familie – neben Jacoby auch ihre Eltern und ihr Korrepetitor Theo Nordhaus – in die Schweiz zu gelangen.

Nach Kriegsende, das sie im bayerischen Mayrhofen erlebt, macht Rökk zunächst Unterhaltungsabende für die amerikanischen Truppen. 1945 erhalten sie und Jacoby vorübergehend Betätigungsverbot in Deutschland und Österreich. Durch den Prozeß gegen eine Wiener Zeitung, die sie aufgrund einer amerikanischen Veröffentlichung der Spionage verdächtigt hat, kann Rökk sich rehabilitieren und wird 1947 vom Ehrengericht der Österreichischen Schauspielervereinigung freigesprochen. In Wien entsteht ihr erster Nachkriegsfilm ("Fregola"). "Kind der Donau", den Jacoby 1950 als Regisseur und Produzent für die Sovexport-Film herstellt, zeigt Rökk als Werktätige, die in ihrer Freizeit ein künstlerisches Kollektiv gründet. Ab 1951 arbeitet sie auch wieder für den deutschen Film, und setzt dabei – zunächst ausschließlich mit Jacoby als Regisseur – auf die alten Rezepte: "Die Czardasfürstin", "Die geschiedene Frau" und "Bühne frei für Marika" (alle mit Heesters als Partner). "Maske in Blau" entsteht 1952/53 als einziger Film der gemeinsamen Produktionsfirma Röja-Film, Berlin. In einem ihrer letzten Filme, "Die Fledermaus", war Peter Alexander ihr Partner.
Daneben wendet sie sich wieder mehr der Bühne zu, bestreitet – meist mit ihren Tanzpartnern Helmut Ketels und Claus Christofolini – Tourneen und spielt u.a. in Wien, Hamburg, München und Berlin en suite Operetten ("Maske in Blau", "Blume von Hawaii", "Gräfin Mariza", "Die Csardasfürstin"). Sie hat vor allem in der Titelrolle des Musicals "Hello, Dolly" (1968) und der für sie erarbeiteten musikalischen Komödie "Die Gräfin vom Naschmarkt" (Theater an der Wien, 1978; auch TV) Erfolg. Am 30. November 1984 gibt sie im Deutschen Theater München mit "Ball im Savoy" ihre offizielle Abschiedvorstellung. Nach einer mehrjährigen Pause – ausgelöst durch den Tod ihres zweiten Mannes Fred Raul – spielt sie 1986/87 in verschiedenen Städten die Hauptrolle in der Boulevard-Komödie "Das Kuckucksei".
Rökk weiß ihre Popularität und Vitalität auch in der Werbung (Schönheits-Präparat "Hormocenta") und zahlreichen Auftritten im Fernsehen einzusetzen, u.a. gemeinsam mit ihrer Tochter Gaby in der "Peter Alexander-Show" und in eigenen Shows wie "Eine Frau in unseren Träumen" (ZDF 1970). Ihren 75. Geburtstag begeht die ARD mit einem "Abend für Marika Rökk". Daneben bleibt ihre Hauptrolle als Wienerin im Berlin der Jahrhundertwende in der TV-Serie "Die Schöngrubers" (mit Gaby Jacoby) ein Einzelfall. Ihr letzter Film wird Peter Schamonis Veteraninnen-Treffen in "Schloß Königswald" (1986/87), in dem sie ihr Leinwand-Ansehen ironisch wendet. Eine von Radio Bremen produzierte und 1981 in der ARD gesendete Dokumentation der Reihe "Frauengeschichten" wird im August 1983 nach einer Intervention Rökks beim Intendanten aus dem Programm des ORF genommen.
Marika Rökk stirbt am 16. Mai 2004 in Baden bei Wien.

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Idole der Nazis 02 - Hanna Reitsch. Hitlers Fliegerin (2010)


Zweiter Teil der Reihe Idole der Nazis ist Hanna Reitsch. Hitlers Fliegerin.

Hanna Reitsch wurde am 29. März 1912 im schlesischen Hirschberg als Tochter eines Augenarztes geboren, ihre Mutter entstammte dem österreichischen Adel. Nach Abitur und einigen Semestern Medizinstudium verschrieb sie sich ihrer großen Leidenschaft, der Fliegerei. Der weltbekannte Flugpionier Wolf Hirth war einer ihrer Lehrmeister.
Ab 1932 stellte sie zahlreiche ( insgesamt waren es 40 ) Höhen- und Dauerrekorde im Segel- und Motorflug auf. Als erste überquerte sie in einem Segelflugzeug die Alpen (1937). In ihrem Buch „Mein schönstes Flugerlebnis“ schildert sie diese Glanzleistung mit folgenden Worten:

 „Ein unheimliches Gefühl, die Bergwände immer höher anwachsen zu sehen! Unter mir keine Möglichkeit den Vogel heil zu landen. Der blasse Schatten meines ‚Sperber Junior‘ zieht schon ganz nahe unter mir über den steinigen Boden. Die Angst würgt und schnürt mir die Kehle zu. Da entdecke ich plötzlich, kaum dreißig Meter unter mir entfernt, zwei Bergdohlen, die dicht an den Bergwänden kreisen, ich fliege ganz nahe an sie heran, so nahe, daß ich fürchte, mit den Flächen die Felsen zu streifen. Und nun lupft es auch mich. Die ganze Bergwelt liegt unter mir und scheint wie für einen ewigen Feiertag in Licht und Glanz gehüllt. Einsam fliege ich über die glitzernde, schweigende, schneebedeckte Pracht. Grünlichblau schillern die Gletscher zu mir herauf. Der Sperber Junior hat mit mir erlebt, was bis jetzt noch niemand erlebt hat, er hat einen Menschen motorlos über die Alpen getragen.“

Noch 1937 wurde Hanna Reitsch zum ersten weiblichen Flugkapitän der Welt ernannt. Schon im Jahre 1938 führte sie der staunenden Öffentlichkeit in der Berliner Deutschlandhalle den weltweit ersten Hubschrauber FW 61 in Aktion vor. Als todesmutige Testpilotin flog sie für die deutsche Luftwaffe unter anderem riesige Lastensegler sowie die ersten Düsenflugzeuge. Dabei riskierte sie im wahrsten Sinne Kopf und Kragen. Als sie in Augsburg die Raketenmaschine Me 163a und Me 163b einflog, stürzte sie ab und wurde schwer verwundet (Anmerkung: Dazu schrieb sie in ihrem Buch „Fliegen mein Leben“, daß ihr Gleichgewichtssinn gestört gewesen war, und sie sich in eine Jagdhütte von ihrem Vater oder Freunden, zurückgezogen hatte. Nachts stieg sie dann auf den Dachfirst und balancierte so lange auf dem Dachfirst herum, bis sie den Gleichgewichtssinn wiedergewonnen hatte und wieder an Fliegen zu denken war.). Gegen Kriegsende absolvierte sie Probeflüge mit einer bemannten Variante der V1 und der Gleitbombe Me 323, ein todesmutiges Unterfangen. Vier der acht Versuchspiloten überlebten die Flüge nicht, zwei wurden schwer verletzt.

Im November 1944 wurde Hanna Reitsch bei einem Fliegerangriff erheblich verwundet. Anfang 1945 flog sie zweimal in die Festung Breslau, dann erkundete sie in Tirol Notlandeplätze für Verwundetentransporte.
Großes Aufsehen erregte ihr Flug von und nach Berlin in den letzten Kriegstagen. Mit dem neuen Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Robert Ritter von Greim, landete sie unter schwerem Artilleriefeuer in Gatow. Von Greim erlitt dabei einen Beindurchschuß. Reitsch und von Greim blieben drei Tage im Kanzleibunker. Von dort sollte es mit einem „Storch“ weitergehen. Der spektakuläre Rückflug mit von Greim erfolgte am 28. April mit einem Schulungsflugzeug „Arado 96“ unter stärkstem russischem Dauerbeschuß, da die Russen darin wahrscheinlich Hitler vermuteten, der die Reichshauptstadt verlassen wolle. v. Greim und Reitsch landeten in Rechlin und fuhren dann weiter zum Stab von Dönitz.
Bis Kriegsende blieb die zierliche Frau Pilotin des letzten Oberbefehlshabers und unternahm für ihn waghalsige Flüge.
Reitsch flog zu Kriegsende nach Kitzbühel zu ihrer Familie. Sie wurde dort von VSA-Soldaten in einem Krankenhaus festgenommen, nachdem sie ein englischer Flieger verraten hatte. Ihr Vater wählte den Freitod, nachdem die VSA-Militärs ihm angekündigt hatten, ihn in die sowjetische Besatzungszone zurückzusenden.

Während der 18-monatiger US-Gefangenschaft wurde sie ausführlich über ihren Aufenthalt im Kanzleibunker vernommen. Die Protokolle der Vernehmungen gelangten in der VS-Soldatenzeitung Stars & stripes an die Öffentlichkeit und wurden vom späteren Prof. Hugh Trevor-Roper sehr frei bearbeitet und in seinem Buch The Last Days of Hitler (London 1946) verwendet. Reitsch wandte sich energisch gegen die ihr zugeschriebenen Äußerungen und bezeichnete sie als Fälschung.
Im Dezember 1947 wurde Reitsch als „Nichtbetroffene“ entnazifiziert, da sie keiner nationalsozialistischen Organisation angehört hatte.
In bundesdeutschen Medien hingegen wurde sie dennoch, weil sie sich gegen Umerziehung und antideutsche Bewältigung verwahrte sowie politisch rechts auftrat, von den etablierten Medien als ewig Gestrige beschimpft.

Hanna Reitsch flog wieder Segelmeisterschaften und Weltrekorde.
Ab 1959 pflegte sie eine Freundschaft mit dem indischen Ministerpräsidenten Pandit Nehru und organisierte den Aufbau des Segelfluges in dessen Land.
Ab 1963 baute sie unter Präsident Nkrumah das Flugwesen Ghanas auf.
1961 wurde Reitsch von Präsident Kennedy im Weißen Haus empfangen und wurde u. a. als erste Hubschauberpilotin der Welt hoch geehrt. Sie hielt Vorträge in den VSA und traf sich mit dem Raketenspezialisten Prof. Wernher von Braun.
1972 wurde sie zum „Pilot of the Year“ gekürt und vom Internationalen Komitee für Luft- und Raumfahrt mit der Pionierkette dekoriert (Vorbild als Frau und Flieger).
Reitsch flog begeistert bis zu ihrem Lebensende. Im Jahre 1978, schon kränklich, fand ihr letzter großer Flug über die Alpen statt. Dieser wurde mit einer Strecke von 715 km wieder ein neuer Weltrekord.
Hanna Reitsch starb 1979 67jährig überraschend in Frankfurt am Main an akutem Herzversagen. Auf dem Kommunalfriedhof Salzburg wurde sie im Grab ihrer Familienangehörigen beigesetzt.

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Idole der Nazis 01 - Otto Skorzeny. SS Agent für Hitler (2010)



Teil 1 der dreiteiligen Reihe Idole der Nazis ist Otto Skorzeny. SS Agent für Hitler.

Am 12. Juni 1908 wurde Otto Skorzeny in Wien geboren. Er entstammte einer alten Soldatenfamilie der k.u.k. Monarchie. Skorzeny erlebte als Zwölfjähriger den von allen relevanten politischen Kräften Deutschösterreichs, linker wie rechter, gewollten Anschluß Deutschösterreichs an das Deutsche Reich mit (Verfassung vom 23. März 1919). Erst im Oktober 1919 wurde das schon als vereint gesehene Land wieder von den alliierten Siegermächten unter Mißachtung des zuvor von ihnen propagierten „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ zerissen.
Skorzeny prägten die alljährlich auf dem Wiener Heldenplatz stattfindenden Demonstrationen für die Wiedervereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Deutschen Reich, aber auch 1921 die Volksabstimmung in Tirol, bei deren Ausgang 98,8% für einen Anschluß an das Deutsche Reich stimmten.
1926 begann er ein Studium der Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule Wien. Dort wurde er Mitglied der schlagenden „Burschenschaft Markomannia zu Wien“ und holte sich beim akademischen Fechtkampf seine auffälligen „Schmisse“ auf der linken Gesichtshälfte, weshalb er später von den Alliierten „Scarface“ (deutsch: Narbengesicht) genannt wurde. Nach dem Maschinenbaustudium wurde er 1931 Diplomingenieur.
In seiner Freizeit spielte er Fußball und freundete sich mit dem späteren Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger an.
1927 kam es zum sozialistischen Umsturzversuch des Republikanischen Schutzbundes in Wien, an dessen Bekämpfung Skorzeny durch die „Heimatwehr“ des Fürsten Ernst Rüdiger Starhemberg und den „Heimatschutz“ des Majors Emil Fey teilnahm.
Das Verbot selbst eines harmlosen Abkommens über gegenseitige Zollfreiheit zwischen Österreich und dem Deutschen Reich durch die Siegermächte des Ersten Weltkrieges motivierte Skorzeny für seinen Kampf um die Wiedervereinigung beider deutschen Länder.
Skorzeny, der sich als Gerüstbauer durchschlug, lernte im Jahre 1932 Joseph Goebbels kennen, als dieser in Wien eine Propagandarede hielt. Dieser mitreißende Augenblick veranlaßte Skorzeny, der NSDAP beizutreten.
1933 etablierte sich in Österreich eine christlich-autoritäre Diktatur unter Engelbert Dollfuß, der sämtliche Parteien verbot und das Parlament auflöste.
Der Aufstand im Juli 1934 gegen das Dollfuß-Regime hatte keinen Erfolg, obwohl Dollfuß selbst dabei umkam. Skorzeny befand sich zum Zeitpunkte des Aufstands in Italien auf einer Urlaubsreise. Dort lernte er Mussolini kennen. Dabei erfuhr er, daß der Duce fünf italienische Divisionen zum Einmarsch nach Österreich an der Grenze hatte aufmarschieren lassen für den Fall, daß der mit italienischem Geld finanzierte Aufstand gelungen wäre. Für Mussolini zählte das deutsche Österreich bis dahin zu seinem „römischen“ Interessensgebiet.
1935 wurde Skorzeny Mitglied des „Deutschen Turnerbundes“, der 60.000 militärisch geschulte Mitglieder hatte, und wurde dort Zugführer.
Auf Druck des Deutschen Reiches ernannte Bundespräsident Wilhelm Miklas im März 1938 den von Hitler geforderten Arthur Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler. In der Nacht vom 10. auf den 11. März versuchte eine SA-Abteilung den Präsidentenpalast zu stürmen und Bundespräsident Miklas zu entführen, der aber von seiner Garde verteidigt wurde.
Skorzeny verhinderte durch sein Einschreiten als Zivilist ein Massaker. Seyß-Inquart bedankte sich persönlich bei Skorzeny.
Skorzeny machte nach dem Anschluß Österreichs einen selbst finanzierten Pilotenschein. Beruflich stieg er zum Teilhaber einer Gerüstebaufirma auf. Zu seinem Freundeskreise zählen Ingenieur Ferdinand Porsche und Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, dessen Tochter er in zweiter Ehe heiratete.

Skorzeny bewarb sich 1940 als Pilot bei der Luftwaffe, die ihn wegen seines zu hohen Alters von 31 Jahren ablehnte. Danach versuchte er es bei der Waffen-SS, die ihn als Ingenieur in einer Kfz-Instandsetzungskompanie einsetzte.
Den Westfeldzug durchlebte er in den Reihen des SS-Regimentes Germania. Am 30. Januar 1941 folgte seine Beförderung zum SS-Untersturmführer. Nachdem er im April 1941 in Serbien miteingerückt war, nahm er in den Reihen der SS-Division „Das Reich“ am Ostfeldzug teil. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und kämpfte ostwärts von Kiew gegen eingeschlossene sowjetische Verbände. Danach stieß er mit seiner Division bis nach Moskau vor.
Im November 1941 wurde Skorzeny durch Stalinorgel-Raketen am Kopf verwundet, zog sich im Lazarett außerdem die Ruhr zu und litt an Gallenkoliken.
Skorzeny wurde 1942 nach seiner Entlassung aus einem Wiener Lazarett nur noch „GvH“ geschrieben und zu einer Wachsoldateneinheit der „Leibstandarte Adolf Hitler“ nach Berlin versetzt. Der Dienst langweilte ihn dort, deshalb meldete sich Skorzeny zur Panzerwaffe. Vor seinem Fronteinsatz bei der SS-Division „Totenkopf“ erlitt Skorzeny einen Ruhrrückfall und wurde erneut zur Reserve der LAH nach Berlin zurückversetzt.
Im April 1943 bot man Skorzeny eine neue Verwendung: Für den Sonderlehrgang „Oranienburg“ der Waffen-SS wurde ein neuer Chef gesucht, der gleichzeitig in Friedenthal bei Oranienburg eine Schule für den Agenteneinsatz hinter den feindlichen Linien aufbauen sollte. Skorzeny übernahm beide Aufgaben und wurde als SS-Obersturmführer der Reserve beim Amt VI, SD-Ausland (Auslandsnachrichtendienst) des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) kommandiert. Zusammen mit seinem Adjutanten, SS-Obersturmführer Karl Radl, zog er geeignete Soldaten für die neue Einheit heran und studierte gründlich alle Berichte über Ausbildung und Einsatz von Kommandotruppen. Zu den Aufgaben der Kommandotruppe gehörten Infanterie- und Pionierausbildung, der Umgang mit Granatwerfern, leichten Geschützen und Panzern, Fahrerausbildung an Motorrad, Auto, Motorboot und Lokomotive sowie Sport und Reitunterricht.
Danach wurde zum SS-Hauptsturmführer (Hauptmann) d. R. befördert. Viele der von ihm geplanten Operationen sahen die verantwortlichen Vorgesetzten als „zu riskant“ an und lehnten sie ab. Er bezeichnete sie selbst als „Einsätze, die Wunschträume blieben“ - von denen jeder einzelne im Erfolgsfall den Krieg hätte entscheiden können.

Am 25. Juli 1943 wurde Benito Mussolini durch ein Komplott, das von hohen Funktionären der faschistischen Partei vorbereitet worden war, abgesetzt, verhaftet und an einem unbekannten Ort untergebracht. Skorzeny wurde daraufhin, zusammen mit fünf anderen Offizieren, ins Führerhauptquartier befohlen.
Adolf Hitler wählte ihn für eine Aufgabe aus, die er ihm unter vier Augen erläuterte. Er sei davon überzeugt, daß Italien unter einer - vom König eingesetzten neuen Regierung - bald aus dem Kriege ausscheiden und den Duce an die Alliierten ausliefern werde.
Skorzenys Aufgabe sei es gewesen, den Aufenthaltsort Mussolinis ausfindig zu machen und ihn aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Der Einsatz sollte mit größter Geheimhaltung vorbereitet und durchgeführt werden. Nach Rücksprache mit General Student gab Skorzeny vom Führerhauptquartier aus seine Weisungen für die Bildung einer Einsatzgruppe nach Berlin durch. Bis zum nächsten Morgen mußten etwa 40 Mann mit Tropenuniformen, Zivilanzügen, Waffen, Sprengstoff, Funkgeräten, Fallschirmen und neuen Soldbüchern versehen werden, um in Italien die Anwesenheit von Angehörigen der Waffen-SS zu verbergen.
Es war vor allem das Verdienst des Polizeiattachés an der deutschen Botschaft in Rom, des SS-Sturmbannführers Herbert Kappler, daß die häufig wechselnden Aufenthaltsorte Mussolinis ermittelt werden konnten. Einer der Aufenthaltsorte, an denen Mussolini schwer bewacht wurde, war die nördlich von Sardinien gelegene Seefestung Maddalena. Skorzeny traf Vorkehrungen, Mussolini durch den Handstreich von Soldaten, die durch Schnellboote auf die Insel gebracht werden und die italienischen Wachen überwältigen sollten, zu befreien.
Die Aktion, die am 28. August 1943 durchgeführt werden sollte, mußte jedoch gestoppt werden, nachdem bekannt geworden war, daß man Mussolini unmittelbar vorher weggebracht hatte. Die neue italienische Regierung war also über die geplante Aktion auf Maddalena scheinbar unterrichtet und konnte deshalb Mussolini im letzten Augenblick von der Insel bringen lassen. Später stellte sich heraus, daß der Abwehr-Chef und später als Hoch- und Landesverräter entlarvte Admiral Canaris auch diese Aktion verraten hatte.
Glücklicherweise konnte der neue Aufenthaltsort Mussolinis schnell festgestellt werden. Es handelte sich um das Sporthotel am Gran Sasso im Abruzzen-Gebirge - in etwa 2.000 Metern Höhe. Skorzeny und Radl überflogen am 8. September 1943 das Gebiet und machten Aufnahmen vom Gran Sasso. Kurz darauf konnte auch die Entwaffnung der Italiener durch die deutschen Truppen durchgeführt werden. Da nach der Kapitulation der italienischen Armee die Auslieferung Mussolinis an die Alliierten zu erwarten war, mußte dessen Befreiung in höchster Eile versucht werden. Ein Einsatz gegen das Hotel war nur durch eine Luftlandeoperation mit Lastenseglern möglich.
Der 1,96 m große SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny mit Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und Stahlhelm als Kommandeur des SS-Sonderverbands z. b. V. „Friedenthal“
Kurzfristig wurden aus Südfrankreich zwölf solcher Fluggeräte nach Italien befohlen. In ihnen konnten außer dem Piloten noch neun Mann untergebracht werden. Als Landeplatz legte Skorzeny eine Wiese in der Nähe des Hotels fest. Gleichzeitig sollte ein Fallschirmjäger-Bataillon im Tal die Bodenstation einer Seilbahn, welche zum Hotel führte, besetzen. Karl Radl machte noch den Vorschlag, den Carabinierigeneral Soleti mitzunehmen, der den italienischen Wachmannschaften gut bekannt war, um durch ihn den Befehl erteilen zu lassen, nicht auf die deutschen Soldaten zu schießen. Am 12. September 1943 kam es zum Start. General Student verabschiedete 17 Männer der Waffen-SS und 90 Fallschirmjäger am Flugplatz Pratica di mare. Einmal über dem Landegebiet erkannte Skorzeny jedoch, daß die von ihm als Wiese angesehene Fläche irrtümlicherweise ein Skisprunghügel war. Eine Landung war dort also nicht möglich. Skorzeny befahl nun dem Piloten, in einer Art abgefangenem Sturzflug möglichst nahe am Hotel zu landen. Sein Segler kam etwa 15 Meter vor dem Gebäude zum Stillstand.
Skorzeny, die Männer seines Flugzeuges und der Carabinierigeneral Soleti rannten auf das Hotel zu. Karl Radl, dessen Segler unmittelbar hinter dem von Skorzeny landete, hat diesen Moment in seinem Buch „Befreier fallen vom Himmel“ beschrieben:
 „Skorzeny nimmt seine Männer, sie laufen auf das Hotel zu. Da, ein italienischer Posten. General Soleti ruft ihn an: ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ Der Posten wird stehen gelassen, weiter auf das Hotel zu. Eine Tür fliegt auf. Das ist der Funkraum. Ein italienischer Soldat am Funkgerät. Er fliegt mit einem Ruck vom Stuhl. Ein, zwei Kolbenschläge mit der Maschinenpistole, und das Funkgerät ist unbrauchbar. Das wäre geschafft. Um Hilfe können die nicht mehr rufen. Doch keine Tür führt aus dem Kellerraum. Zurück, hinaus. Es geht um die Ecke am Vorbau. Wieder ein Posten. ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ ruft der General. Und auch dieser Posten schießt nicht. Da, eine zwei Meter hohe Betonmauer. Skorzeny steigt über die Schulter eines Mannes hinauf. Tritt ihn halb zusammen dabei. Der hilft den anderen aber auch noch hinauf. Sie stehen auf der Terrasse vor der Hausfront, wollen auf den Haupteingang zu, da fängt sich eben die 3, das ist mein Flugzeug, an der Fallschirmbremse in die Waagerechte vom Sturz auf, es ist vielleicht eine Minute vergangen. Alles zählt nur noch nach Sekunden. Meine Maschine schlägt auf, hebt sich nochmals, wird noch 50 Meter hinausgeschleudert und landet, zirka 100 Meter vor dem Hotel. Und schon eilen wir dem Chef zu Hilfe. Der sieht eben auch den Duce am Fenster. ‚Duce, treten Sie vom Fenster zurück, weg vom Fenster!’ ruft Skorzeny, er befürchtet doch noch das Entstehen einer Schießerei, und da kann leicht ein Unglück geschehen. Wir dringen weiter auf das Hotel vor… Noch bevor ich den Eingang erreiche, sind Skorzeny und Schwerdt eingedrungen, haben sich ohne Waffengebrauch einen Weg durch die Carabinieri gebahnt. Die sind völlig fassungslos und wollen aus dem Hotel heraus. Sie haben offenbar gerade Mittagsruhe gehalten. Zum Teil haben sie ihre Maschinenpistolen dabei, zum Teil sind sie ohne Waffen. Sie sehen ihren General, den viele kennen, und keiner schießt. Skorzeny und Schwerdt rasen eine Treppe in dem seinem Inneren nach vollkommen unbekannten Hotel hoch. Skorzeny reißt eine Tür auf im ersten Stock. Es ist die richtige. Drinnen steht Mussolini. Bei ihm sind zwei Offiziere und ein Mann in Zivil. Sie fliegen im Bogen heraus. Dann sind sie allein. Da erscheinen auch schon die Unteroffiziere Gföller und Gläsner in der Tür. Und als ich selbst durch die offene Tür trete, meldet Skorzeny gerade: ‚Duce, der Führer schickt uns, Sie zu befreien!’ Mussolini ist sehr bewegt. Er antwortet nur: ‚Ich wusste, daß mich der Führer nicht im Stich lassen würde.’ Drückt Skorzeny die Hand, umarmt ihn, küsst ihn auf die Wange, dasselbe geschieht mir, Schwerdt und Warger.“
Der italienische Kommandant des Hotels kapitulierte und wenig später konnte ein Fieseler Storch landen, der Mussolini und Skorzeny vom Gran Sasso zu einem Flugplatz brachte, von wo aus sie nach Wien flogen. Dort erhielt Skorzeny folgenden Anruf von Adolf Hitler:
 „Skorzeny, Sie haben eine militärische Tat glücklich zu Ende geführt, die in die Geschichte eingehen wird. Mir haben Sie meinen Freund Mussolini wiedergegeben. Ich habe Ihnen das Ritterkreuz verliehen und sie zum SS-Sturmbannführer befördert. Ich möchte Ihnen meine Glückwünsche aussprechen.“

Skorzeny war in den folgenden Monaten mit der Verstärkung seiner Kommandotruppen und der Entwicklung neuer Waffen für ihre Einsätze voll ausgelastet. Aus seinem Sonderverband z.b.V. Friedenthal entstand der Jagdverband Mitte mit fünf Bataillonen, einem Lehrbataillon und anderen Einheiten. Durch Zufall mußte er am 20. Juli 1944 wieder eine unvorhergesehene Aufgabe übernehmen. An diesem Tag brachte Oberst Stauffenberg während einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier eine Sprengladung zur Explosion, die Adolf Hitler und seine engeren Mitarbeiter töten sollte. Nach der Ausschaltung des Führers sollte das Ersatzheer die Macht übernehmen. Das Attentat schlug aber fehl und Adolf Hitler wurde nur leicht verwundet. Skorzeny hatte am 20. Juli 1944 gerade einen Zug von Berlin nach Wien bestiegen, als er erfuhr, daß von den Verschwörern alarmierte Truppen auf Berlin vorrückten. Skorzeny rückte mit einer Kompanie seiner Soldaten gegen den Sitz des Befehlshabers des Ersatzheeres vor, in dem die Verschwörer jedoch schon von Offizieren des Heeres festgenommen und einige von ihnen erschossen worden waren. Der Befehlshaber des Ersatzheeres war inzwischen befreit, jedoch seines Postens enthoben worden. Skorzeny veranlaßte daraufhin die Offiziere, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, wärend er dafür sorgte, daß die für Rüstung, Nachschub und Ersatz zuständige Dienststelle des Heeres ihre Aufgaben wieder erfüllte.

Im September 1944 erteilte der Führer Skorzeny und Adrian Baron von Fölkersam einen neuen Auftrag. Der ungarische Reichsverweser Horthy hatte sowohl mit den West-Alliierten, als auch mit den Sowjets Fühlung aufgenommen und bereitete die Kapitulation seines Landes vor.
Skorzeny sollte diesen Abfall verhindern. Er versammelte seine Einheiten im Raum Wien, veranlaßte ihre Ausrüstung mit neuem Material und Fahrzeugen und begab sich in Zivil zur Erkundung nach Budapest. Fünf Wochen lang orientierte er sich über die örtlichen Verhältnisse. Es stellte sich heraus, daß als Beauftragter Horthys dessen Sohn Niklas über den jugoslawischen Partisanenführer Tito mit den Sowjets Kontakt aufgenommen hatte und die Waffenstillstandsverhandlungen vorbereitete. Am 15. Oktober 1944 wurde Niklas Horthy bei einem mit Titos Beauftragten geplanten Zusammentreffen von SS-Männern festgenommen, das Unternehmen „Panzerfaust“ hatte begonnen. Wenige Stunden später verkündete der ungarische Rundfunk, daß Horthy mit den Sowjets einen Waffenstillstand abgeschlossen habe.
Skorzeny befahl daraufhin für die Morgenstunden des 16. Oktober 1944 die Besetzung der Budapester Burg, in der Horthy seinen Amtssitz hatte. Um Mitternacht umzingelte ein Teil seiner Truppen den Burgberg, den anderen stellte Skorzeny zu einer Marschkolonne zusammen, mit der er bis zur Burg vorrücken und so den Eindruck erwecken wollte, es handle sich um eine vereinbarte Maßnahme. Der Plan gelang; die aufgestellten Pak-Geschütze der Ungarn feuerten nicht und schließlich kapitulierte der ungarische General. Am nächsten Tag wurde die ungarische Armee auf eine neue Regierung vereidigt, die den Kampf gegen die Sowjets an deutscher Seite fortsetzte. Eine große Gefahr für die deutschen Truppen war somit durch Skorzeny und seine Männer beseitigt worden. Als Skorzeny dem Führer seinen Einsatz in Budapest schilderte, sagte der zu ihm:
 „Das haben Sie gut gemacht, lieber Skorzeny. Ich habe Sie mit Wirkung vom 16. Oktober 1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert und Ihnen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.“ Daraufhin machte er Skorzeny mit seiner nächsten Aufgabe vertraut.

Im Westen war der Vorstoß der Engländer und Amerikaner an der Reichsgrenze zum Stehen gebracht worden. Der Führer plante eine neue Offensive, die aus dem Raum zwischen Aachen und Luxemburg durch die Ardennen bis an die Kanalküste führen und danach die feindlichen Kräfte nördlich der Linie Bastnach – Brüssel – Antwerpen vernichten sowie Antwerpen als Nachschubhafen der Alliierten ausschalten sollte. Skorzeny wurde im Rahmen der Operation Greif die Aufgabe übertragen, durch Soldaten in englischer und amerikanischer Uniform die Maasbrücken zwischen Lüttich und Namur in Besitz zu nehmen und sie bis zum Eintreffen der regulären Truppen vor Sprengungen zu schützen. Außerdem sollten kleine Kommandos in feindlicher Uniform hinter den amerikanischen Linien falsche Befehle erteilen, Nachrichtenverbindungen stören, alliierte Truppen irreleiten und in ihren Reihen Verwirrung stiften. Dieser Einsatz war bestimmt wirkungsvoll. Bald liefen brauchbare Nachrichten über die Situation hinter den feindlichen Linien ein . Der Führer einer Gruppe schickte zum Beispiel ein amerikanisches Panzerregiment in eine falsche Richtung, ließ Fernsprechleitungen zerstören und Wegweiser der amerikanischen Truppen entfernen. Noch größer als diese Wirkung waren aber Konfusion und Spionagehysterie, die nun hinter den amerikanischen Linien ausbrachen.

Nach dem Zusammenbruch der Ostfront erhielt Skorzeny den Befehl, mit seinen SS-Jagdverbänden, Friedenthaler (als Teil des SS-Jagdverbandes „Mitte“) und dem SS-Fallschirmjägerbataillon 500 (inzwischen zum SS-Fallschirmjägerbataillon 600 Umbenannt) ostwärts der Oder um Schwedt einen Brückenkopf zu bilden und zu halten, der für spätere Offensiven gegen die Rote Armee gedacht war. Skorzeny sicherte das Gebiet wie befohlen, sammelte zurückgehende deutsche Soldaten und SS-Freiwillige des fehlgeschlagenen Unternehmens Sonnenwende und füllte mit ihnen seine vier Bataillone auf, die den Grundstock der Division Schwedt (Kampfgruppe/Sperrverband Skorzeny) bildeten. Er konnte auch zahlreiche Flüchtlinge sicher über die Oder bringen.
Am 28. Februar 1945 sagte ihm der Führer:
 „Skorzeny, ich muß Ihnen danken für Ihre Leistungen an der Oderfront. Ihr Brückenkopf war lange Tage der einzige Lichtblick. Ich habe Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und werde es Ihnen in einigen Tagen aushändigen. Dann müssen Sie mir über Ihre Erfahrungen berichten.“
Bei Kriegsende geriet Skorzeny, am 20. April 1945 noch zum SS-Standartenführer der Reserve befördert, in der Nähe von Salzburg in VS-amerikanische Gefangenschaft. Skorzeny und die Reste seiner Jagdverbände hatten noch bis zum 20. Mai 1945 in der Alpenfestung ausgehalten.
Skorzeny sagte in einem Gespräch von 1953, daß er mit hundert zuverlässigen Männern und zwei Hubschraubern auch die Gefangenen aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis leicht hätte befreien können.

Im Jahre 1947 wurde er (gemeinsam mit Karl Radl und acht anderen) in Dachau wegen des Einsatzes von Soldaten in feindlicher Uniform im Zuge des Unternehmens „Greif“ angeklagt, jedoch freigesprochen. Bis zum Juli 1948 wartete er im Arbeitslager Darmstadt auf sein sogenanntes Entnazifizierungsverfahren, das aber immer wieder verschoben wurde, um Skorzeny lange in Haft zu behalten. Deshalb wählte er von sich aus am 27. Juli 1948 den Weg in die Freiheit. Er blieb noch zwei Jahre lang in Deutschland und Frankreich und ging 1951 nach Spanien, wo er sehr erfolgreich als Ingenieur tätig war. Auch hat er geholfen, einen ägyptischen Geheimdienst mit dem Namen Moukhabarat zu formieren. Ein schweres und unheilbares Lungenleiden führte ihn 1975 zur ärztlichen Behandlung nach Heidelberg. Dort waren die letzten Besucher vor seiner Rückkehr nach Spanien, acht Tage vor seinem Tod, Hans Ulrich Rudel und Waldemar Schütz. Otto Skorzeny berichtete ihnen bei dieser Gelegenheit von seinem Besuch im Führerhauptquartier im Herbst 1944, als der Führer erkrankt war und ihn an seinem Bett empfing. Der Führer sagte ihm an diesem Tag, er habe die Atombombe deshalb nicht bauen lassen, weil er nicht die Verantwortung dafür übernehmen wollte, daß die Menschheit durch ein solches „Teufelswerk“ vernichtet werde. Am 5. Juli 1975 starb Otto Skorzeny in Madrid. Seine Urne wurde in Wien beigesetzt.

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Sonntag, 1. September 2013

Der Hofrat Geiger (1947)

Maria Andergast, Hans Moser, Paul Hörbiger

Der Hofrat Geiger ist ein Film von Hans Wolff von 1947 nach dem gleichnamigen musikalischen Lustspiel von Martin Costa. Die Uraufführung des Theaterstücks fand 1942 in Prag statt.

Handlung:

Hofrat Geiger und sein Faktotum Ferdinand Lechner, als Ministerialbeamte im Jahr 1938 pensioniert, leben sehr zurückgezogen. Um dem Hofrat das Pensionistendasein zu erleichtern, redet ihm Lechner ein, dass dessen Nachfolger sich in der Materie nicht gut auskennt und ihn um Rat bittet. Zu diesem Zweck „borgt“ sich Lechner alte Akten, die der Hofrat bearbeitet. Aus einem dieser alten Akten erfährt Geiger, dass er mit Marianne Mühlhuber, die er im Sommer 1929 in Spitz an der Donau kennenlernte, eine Tochter hat.

In Spitz fristet Marianne Mühlhuber ein tristes Dasein als Wirtschafterin des heruntergekommen Gasthauses „Blaue Gans“, in die sie der alte Windischgruber seinerseits mit ihrem unehelichen Kind auf Kost und Quartier aufgenommen hat. Die Gäste bleiben aus, die Schulden drücken. Marianne wird von Matthias Pfüller, Bürgermeister, Fleischhauer und Inhaber des „Goldenen Ochsen“ heftig umworben. Ihre Tochter, Mariandl, 17, ist unsterblich in den Hausdiener Hans verliebt. Da Hans „nix ist und nix kann“ und um zu verhindern, dass auch ihre Tochter ein uneheliches Kind zur Welt bringt, versucht die Mutter vergeblich, diese Liebe zu unterbinden...

Altersfreigabe FSK 12

Stab:

Regie Hans Wolff
Drehbuch Hans Wolff, Martin Costa (Buchvorlage)
Produktion Willi Forst-Film
Musik Hans Lang
Kamera Rudolf Icsey, Ladislaus Szemte

Besetzung:

 Paul Hörbiger: Franz Geiger
 Hans Moser: Ferdinand Lechner
 Maria Andergast: Marianne Mühlhuber
 Waltraut Haas: Mariandl
 Hermann Erhardt: Matthias Pfüller
 Louis Soldan: Hans
 Josef Egger: der alte Windischgruber

Der Film spielt, obwohl das gleichnamige Theaterstück 1942 entstand, im Jahre 1947, also zwei Jahre nach Kriegsende, zur Zeit der Besatzung und Lebensmittelrationen. Im Vorspann heißt es: Dieser Film spielt im heutigen Österreich, das arm ist und voller Sorge. Doch - haben Sie keine Angst - davon zeigt er Ihnen wenig. Er geht an der Zeit nicht vorbei, er erzählt nur, dass vieles - wenn man will - auch eine heitere Seite haben kann.

 Anschluss 1938: Hofrat Geiger wurde beim Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland so wie andere missliebige Beamte aus seinem Amt entfernt.
 Wiedergutmachung: Geiger will „gutmachen“, was er angestellt hat. Marianne „kann das Wort schon nicht mehr hören“. Auch für Marianne sind die schweren Zeiten mit dem unehelichen Kind nicht einfach durch eine Heirat und finanzielle Sicherheit gutzumachen.
 Tauschgeschäfte: wie in der rauen Wirklichkeit, in der manche Städter ihren Familienschmuck für Schmalz und Milch hingeben mussten, hatte auch Lechner Probleme, die Eier für Geigers Gabelfrühstück zu bekommen.
 Endlose Schlangen vor den Ämtern: ein sich über ein ganzes Jahr hinziehender Amtsweg war auch in der Realität eher die Regel als die Ausnahme.
 Geschlossene Ämter wegen Strom- und/oder Kohlenmangel: ein Abbild der Zeit.
 Dorfkaiser: Pfüller ist der Prototyp des allmächtigen Dorfkaisers, Bürgermeister, Fleischhauer, Gastwirt und Weinbauer, der sich alles erlaubt und seine Machtstellung weidlich ausnützt.

Der Hofrat Geiger war mit der außergewöhnlich hohen Besucherzahl von 2.548.000 bis zum 30. April 1951 der wirtschaftlich erfolgreichste Film der Nachkriegsjahre. Für die Rolle der Marianne Mühlhuber war ursprünglich Christl Mardayn vorgesehen. Für die Film-Debütantin Waltraut Haas bedeutete der Film den Durchbruch zu einer erfolgreichen Karriere. Sie war auf Betreiben von Regisseur Hans Wolff ausgewählt worden und dabei unter anderem der damals allerdings noch wenig bekannten Maria Schell vorgezogen worden. Ihre Gage betrug 1500 Schilling. Das im Film mehrmals intonierte Lied Mariandl war in der Interpretation von Maria Andergast und Hans Lang bereits der erfolgreichste Schlager des Jahres 1947 überhaupt. Der Text dieses Liedes mit dem Reim von „Wachauer Landl“ auf „Mariandl“ stammte von Kurt Nachmann.

http://dfiles.eu/files/9cba8wlbr