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Montag, 2. September 2013

Idole der Nazis 03 - Marika Rökk. Ein Star für alle Jahreszeiten (2010)


Dritter und letzter Teil der Reihe Idole der Nazis ist Marika Rökk - Ein Star für alle Jahreszeiten.

Marie Karoline (Marika) Rökk wurde am 3. November 1913 in Kairo geboren, wo ihre Eltern – wegen der Gesundheit ihrer Mutter Maria Karoline Charlotte, geb. Karoly – einige Jahre lebten. Sie wächst im Ofenpester Stadtteil Pestujhej auf; ihr Vater, der Architekt Eduard Rökk, führte ein erfolgreiches Bauunternehmen. Marika erhält Tanzunterricht; mit neun Jahren arrangiert ihr Vater ihren ersten Tanzabend.

1924 zieht die Familie nach Paris, wo Rökk bei der Exilrussin Rudkowska ihre Tanzausbildung fortsetzt. Nachdem der Vater sein Vermögen verloren hat, tritt Marika Rökk, als elfjährig in die Ballett-Truppe Hoffmann Girls ein.
 "Akrobatik wurde zuerst noch ausgeklammert bei mir, die mußte ich erst studieren – und das tat ich. Mein Pensum war unheimlich reichhaltig, aber ich schaffte alles mit unverwüstlicher Gesundheit und einer überschäumenden Lebensfreude." (Rökk, 1974).
Mit dem Honorar für ihr Engagement im Moulin Rouge kann sie die Familie unterstützen. Ende 1925 fährt die Truppe nach Neuyork, tritt am Broadway auf und geht auf Tournee durch die USA. Danach löst Hoffmann die Truppe auf; Rökk besucht die Nat Wayburn-Tanzschule, bekommt kleinere Engagements. Ende 1929 kehrt sie nach Europa zurück und tritt als Tänzerin, dann auch als Sängerin, in Shows und Revuen in Hamburg, Berlin, Monte Carlo, Cannes, London, Paris auf, schließlich auch wieder in Ungarn. Sie hat in Ofenpest in Operetten und musikalischen Lustspielen Erfolg, spielt auch in Wien.

Ihre ersten Filmerfahrungen macht Rökk 1930 mit Auftritten in Monty Banks Kolonial-Komödien "Kiss me, Sergeant" und "Why Sailors Leave Home", dreht 1933 in Ungarn "Kisertetek vonata". Nach ihrem großen Erfolg in der Bühnenrevue "Stern der Manege" von Lászlo Bus-Fekete, erhält sie am 14. November 1934 von der Ufa einen Zweijahresvertrag. Ihr erster deutscher Film ist die Zirkus-Komödie "Leichte Kavallerie", die Werner Hochbaum im Sommer 1935 inszeniert.
Ab ihrem zweiten Ufa-Film, "Heißes Blut", wird der Regie-Routinier Georg Jacoby ihr Leibregisseur, mit dem sie bis Ende der 50er Jahre überwiegend zusammenarbeitet und den sie 1940 heiratet. Zu ihrer Gruppe gehören meist der Kameramann Konstantin (Irmen-)Tschet, die Choreografin Sabine Ress und die Komponisten Franz Grothe und Peter Kreuder. Nach anfangs zögernd einsetzendem Erfolg wird sie einer der Stars des Unterhaltungskinos des Dritten Reiches.
Zur Ausprägung ihres Star-Rufes gehört es, die Handlungsideen ihrer Drehbücher nicht allzu sehr zu differenzieren.
In "Der Bettelstudent", "Gasparone" (beide nach Millöcker-Operetten) und "Hallo Janine" bildet sie mit dem holländischen Schauspieler und Sänger Johannes Heesters ein Traumpaar des Revuefilms; danach zieht dieser es vor, seine Karriere allein fortzusetzen. 1940 entsteht mit "Kora Terry" Rökks ambitioniertester Film. Sie spielt, unterstützt durch zahlreiche Trickaufnahmen, zwei charakterlich sehr unterschiedliche Schwestern, die jahrelang gemeinsam als Tänzerinnen aufgetreten sind. Als die temperamentvolle Maha verunglückt, schlüpft die bislang stille und zurückhaltende Kora in deren Rolle. Ein Drehbericht zeigt, wie stark Rökk die gesamt Filmherstellung bestimmt: "Sie steht im Mittelpunkt der Tanzinszenierung mit ihrem großen Aufwand an Menschen und Dekorationen. Die Pause, in der die Beleuchtung umgeändert wird, benutzt sie unermüdlich zu Proben. Immer wieder erörtert sie mit dem Kameramann Konstantin Irmen-Tschet, wie sie die einzelnen Phasen ihres Tanzes am besten den Schwenkungs-Möglichkeiten der Kamera anpassen kann. Die oft gerühmte Arbeitsdisziplin der Rökk zeigt sich auch hier. Wir sahen mehr als zwei Stunden lang den Aufnahmen zu und es gab während der ganzen Zeit kaum eine Minute, in der diese Schauspielerin nicht in irgendeiner Weise aktiv an der Filmgestaltung beteiligt war." (Film Kurier, 6. Juni 1940).
Neben Willy Fritsch steht sie 1941 im ersten deutschen Farb-Spielfilm "Frauen sind doch bessere Diplomaten" vor der Kamera. Nach der Fertiggestellung des Farbfilms "Die Frau meiner Träume" erwartet das Ehepaar Rökk/Jacoby im österreichischen Radstadt die Geburt ihres Kindes. Tochter Gabriele (Gaby), die später selbst Schauspielerin wird, kommt am 13. April 1944 in Salzburg zur Welt. Während bis in den März 1945 in Babelsberg die Produktion des Films "Die Puppe" vorbereitet wird, versucht Rökk mit ihrer Familie – neben Jacoby auch ihre Eltern und ihr Korrepetitor Theo Nordhaus – in die Schweiz zu gelangen.

Nach Kriegsende, das sie im bayerischen Mayrhofen erlebt, macht Rökk zunächst Unterhaltungsabende für die amerikanischen Truppen. 1945 erhalten sie und Jacoby vorübergehend Betätigungsverbot in Deutschland und Österreich. Durch den Prozeß gegen eine Wiener Zeitung, die sie aufgrund einer amerikanischen Veröffentlichung der Spionage verdächtigt hat, kann Rökk sich rehabilitieren und wird 1947 vom Ehrengericht der Österreichischen Schauspielervereinigung freigesprochen. In Wien entsteht ihr erster Nachkriegsfilm ("Fregola"). "Kind der Donau", den Jacoby 1950 als Regisseur und Produzent für die Sovexport-Film herstellt, zeigt Rökk als Werktätige, die in ihrer Freizeit ein künstlerisches Kollektiv gründet. Ab 1951 arbeitet sie auch wieder für den deutschen Film, und setzt dabei – zunächst ausschließlich mit Jacoby als Regisseur – auf die alten Rezepte: "Die Czardasfürstin", "Die geschiedene Frau" und "Bühne frei für Marika" (alle mit Heesters als Partner). "Maske in Blau" entsteht 1952/53 als einziger Film der gemeinsamen Produktionsfirma Röja-Film, Berlin. In einem ihrer letzten Filme, "Die Fledermaus", war Peter Alexander ihr Partner.
Daneben wendet sie sich wieder mehr der Bühne zu, bestreitet – meist mit ihren Tanzpartnern Helmut Ketels und Claus Christofolini – Tourneen und spielt u.a. in Wien, Hamburg, München und Berlin en suite Operetten ("Maske in Blau", "Blume von Hawaii", "Gräfin Mariza", "Die Csardasfürstin"). Sie hat vor allem in der Titelrolle des Musicals "Hello, Dolly" (1968) und der für sie erarbeiteten musikalischen Komödie "Die Gräfin vom Naschmarkt" (Theater an der Wien, 1978; auch TV) Erfolg. Am 30. November 1984 gibt sie im Deutschen Theater München mit "Ball im Savoy" ihre offizielle Abschiedvorstellung. Nach einer mehrjährigen Pause – ausgelöst durch den Tod ihres zweiten Mannes Fred Raul – spielt sie 1986/87 in verschiedenen Städten die Hauptrolle in der Boulevard-Komödie "Das Kuckucksei".
Rökk weiß ihre Popularität und Vitalität auch in der Werbung (Schönheits-Präparat "Hormocenta") und zahlreichen Auftritten im Fernsehen einzusetzen, u.a. gemeinsam mit ihrer Tochter Gaby in der "Peter Alexander-Show" und in eigenen Shows wie "Eine Frau in unseren Träumen" (ZDF 1970). Ihren 75. Geburtstag begeht die ARD mit einem "Abend für Marika Rökk". Daneben bleibt ihre Hauptrolle als Wienerin im Berlin der Jahrhundertwende in der TV-Serie "Die Schöngrubers" (mit Gaby Jacoby) ein Einzelfall. Ihr letzter Film wird Peter Schamonis Veteraninnen-Treffen in "Schloß Königswald" (1986/87), in dem sie ihr Leinwand-Ansehen ironisch wendet. Eine von Radio Bremen produzierte und 1981 in der ARD gesendete Dokumentation der Reihe "Frauengeschichten" wird im August 1983 nach einer Intervention Rökks beim Intendanten aus dem Programm des ORF genommen.
Marika Rökk stirbt am 16. Mai 2004 in Baden bei Wien.

http://dfiles.eu/files/ec28dlp70

Idole der Nazis 02 - Hanna Reitsch. Hitlers Fliegerin (2010)


Zweiter Teil der Reihe Idole der Nazis ist Hanna Reitsch. Hitlers Fliegerin.

Hanna Reitsch wurde am 29. März 1912 im schlesischen Hirschberg als Tochter eines Augenarztes geboren, ihre Mutter entstammte dem österreichischen Adel. Nach Abitur und einigen Semestern Medizinstudium verschrieb sie sich ihrer großen Leidenschaft, der Fliegerei. Der weltbekannte Flugpionier Wolf Hirth war einer ihrer Lehrmeister.
Ab 1932 stellte sie zahlreiche ( insgesamt waren es 40 ) Höhen- und Dauerrekorde im Segel- und Motorflug auf. Als erste überquerte sie in einem Segelflugzeug die Alpen (1937). In ihrem Buch „Mein schönstes Flugerlebnis“ schildert sie diese Glanzleistung mit folgenden Worten:

 „Ein unheimliches Gefühl, die Bergwände immer höher anwachsen zu sehen! Unter mir keine Möglichkeit den Vogel heil zu landen. Der blasse Schatten meines ‚Sperber Junior‘ zieht schon ganz nahe unter mir über den steinigen Boden. Die Angst würgt und schnürt mir die Kehle zu. Da entdecke ich plötzlich, kaum dreißig Meter unter mir entfernt, zwei Bergdohlen, die dicht an den Bergwänden kreisen, ich fliege ganz nahe an sie heran, so nahe, daß ich fürchte, mit den Flächen die Felsen zu streifen. Und nun lupft es auch mich. Die ganze Bergwelt liegt unter mir und scheint wie für einen ewigen Feiertag in Licht und Glanz gehüllt. Einsam fliege ich über die glitzernde, schweigende, schneebedeckte Pracht. Grünlichblau schillern die Gletscher zu mir herauf. Der Sperber Junior hat mit mir erlebt, was bis jetzt noch niemand erlebt hat, er hat einen Menschen motorlos über die Alpen getragen.“

Noch 1937 wurde Hanna Reitsch zum ersten weiblichen Flugkapitän der Welt ernannt. Schon im Jahre 1938 führte sie der staunenden Öffentlichkeit in der Berliner Deutschlandhalle den weltweit ersten Hubschrauber FW 61 in Aktion vor. Als todesmutige Testpilotin flog sie für die deutsche Luftwaffe unter anderem riesige Lastensegler sowie die ersten Düsenflugzeuge. Dabei riskierte sie im wahrsten Sinne Kopf und Kragen. Als sie in Augsburg die Raketenmaschine Me 163a und Me 163b einflog, stürzte sie ab und wurde schwer verwundet (Anmerkung: Dazu schrieb sie in ihrem Buch „Fliegen mein Leben“, daß ihr Gleichgewichtssinn gestört gewesen war, und sie sich in eine Jagdhütte von ihrem Vater oder Freunden, zurückgezogen hatte. Nachts stieg sie dann auf den Dachfirst und balancierte so lange auf dem Dachfirst herum, bis sie den Gleichgewichtssinn wiedergewonnen hatte und wieder an Fliegen zu denken war.). Gegen Kriegsende absolvierte sie Probeflüge mit einer bemannten Variante der V1 und der Gleitbombe Me 323, ein todesmutiges Unterfangen. Vier der acht Versuchspiloten überlebten die Flüge nicht, zwei wurden schwer verletzt.

Im November 1944 wurde Hanna Reitsch bei einem Fliegerangriff erheblich verwundet. Anfang 1945 flog sie zweimal in die Festung Breslau, dann erkundete sie in Tirol Notlandeplätze für Verwundetentransporte.
Großes Aufsehen erregte ihr Flug von und nach Berlin in den letzten Kriegstagen. Mit dem neuen Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Robert Ritter von Greim, landete sie unter schwerem Artilleriefeuer in Gatow. Von Greim erlitt dabei einen Beindurchschuß. Reitsch und von Greim blieben drei Tage im Kanzleibunker. Von dort sollte es mit einem „Storch“ weitergehen. Der spektakuläre Rückflug mit von Greim erfolgte am 28. April mit einem Schulungsflugzeug „Arado 96“ unter stärkstem russischem Dauerbeschuß, da die Russen darin wahrscheinlich Hitler vermuteten, der die Reichshauptstadt verlassen wolle. v. Greim und Reitsch landeten in Rechlin und fuhren dann weiter zum Stab von Dönitz.
Bis Kriegsende blieb die zierliche Frau Pilotin des letzten Oberbefehlshabers und unternahm für ihn waghalsige Flüge.
Reitsch flog zu Kriegsende nach Kitzbühel zu ihrer Familie. Sie wurde dort von VSA-Soldaten in einem Krankenhaus festgenommen, nachdem sie ein englischer Flieger verraten hatte. Ihr Vater wählte den Freitod, nachdem die VSA-Militärs ihm angekündigt hatten, ihn in die sowjetische Besatzungszone zurückzusenden.

Während der 18-monatiger US-Gefangenschaft wurde sie ausführlich über ihren Aufenthalt im Kanzleibunker vernommen. Die Protokolle der Vernehmungen gelangten in der VS-Soldatenzeitung Stars & stripes an die Öffentlichkeit und wurden vom späteren Prof. Hugh Trevor-Roper sehr frei bearbeitet und in seinem Buch The Last Days of Hitler (London 1946) verwendet. Reitsch wandte sich energisch gegen die ihr zugeschriebenen Äußerungen und bezeichnete sie als Fälschung.
Im Dezember 1947 wurde Reitsch als „Nichtbetroffene“ entnazifiziert, da sie keiner nationalsozialistischen Organisation angehört hatte.
In bundesdeutschen Medien hingegen wurde sie dennoch, weil sie sich gegen Umerziehung und antideutsche Bewältigung verwahrte sowie politisch rechts auftrat, von den etablierten Medien als ewig Gestrige beschimpft.

Hanna Reitsch flog wieder Segelmeisterschaften und Weltrekorde.
Ab 1959 pflegte sie eine Freundschaft mit dem indischen Ministerpräsidenten Pandit Nehru und organisierte den Aufbau des Segelfluges in dessen Land.
Ab 1963 baute sie unter Präsident Nkrumah das Flugwesen Ghanas auf.
1961 wurde Reitsch von Präsident Kennedy im Weißen Haus empfangen und wurde u. a. als erste Hubschauberpilotin der Welt hoch geehrt. Sie hielt Vorträge in den VSA und traf sich mit dem Raketenspezialisten Prof. Wernher von Braun.
1972 wurde sie zum „Pilot of the Year“ gekürt und vom Internationalen Komitee für Luft- und Raumfahrt mit der Pionierkette dekoriert (Vorbild als Frau und Flieger).
Reitsch flog begeistert bis zu ihrem Lebensende. Im Jahre 1978, schon kränklich, fand ihr letzter großer Flug über die Alpen statt. Dieser wurde mit einer Strecke von 715 km wieder ein neuer Weltrekord.
Hanna Reitsch starb 1979 67jährig überraschend in Frankfurt am Main an akutem Herzversagen. Auf dem Kommunalfriedhof Salzburg wurde sie im Grab ihrer Familienangehörigen beigesetzt.

http://dfiles.eu/files/hcr1kziz9

Idole der Nazis 01 - Otto Skorzeny. SS Agent für Hitler (2010)



Teil 1 der dreiteiligen Reihe Idole der Nazis ist Otto Skorzeny. SS Agent für Hitler.

Am 12. Juni 1908 wurde Otto Skorzeny in Wien geboren. Er entstammte einer alten Soldatenfamilie der k.u.k. Monarchie. Skorzeny erlebte als Zwölfjähriger den von allen relevanten politischen Kräften Deutschösterreichs, linker wie rechter, gewollten Anschluß Deutschösterreichs an das Deutsche Reich mit (Verfassung vom 23. März 1919). Erst im Oktober 1919 wurde das schon als vereint gesehene Land wieder von den alliierten Siegermächten unter Mißachtung des zuvor von ihnen propagierten „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ zerissen.
Skorzeny prägten die alljährlich auf dem Wiener Heldenplatz stattfindenden Demonstrationen für die Wiedervereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Deutschen Reich, aber auch 1921 die Volksabstimmung in Tirol, bei deren Ausgang 98,8% für einen Anschluß an das Deutsche Reich stimmten.
1926 begann er ein Studium der Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule Wien. Dort wurde er Mitglied der schlagenden „Burschenschaft Markomannia zu Wien“ und holte sich beim akademischen Fechtkampf seine auffälligen „Schmisse“ auf der linken Gesichtshälfte, weshalb er später von den Alliierten „Scarface“ (deutsch: Narbengesicht) genannt wurde. Nach dem Maschinenbaustudium wurde er 1931 Diplomingenieur.
In seiner Freizeit spielte er Fußball und freundete sich mit dem späteren Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger an.
1927 kam es zum sozialistischen Umsturzversuch des Republikanischen Schutzbundes in Wien, an dessen Bekämpfung Skorzeny durch die „Heimatwehr“ des Fürsten Ernst Rüdiger Starhemberg und den „Heimatschutz“ des Majors Emil Fey teilnahm.
Das Verbot selbst eines harmlosen Abkommens über gegenseitige Zollfreiheit zwischen Österreich und dem Deutschen Reich durch die Siegermächte des Ersten Weltkrieges motivierte Skorzeny für seinen Kampf um die Wiedervereinigung beider deutschen Länder.
Skorzeny, der sich als Gerüstbauer durchschlug, lernte im Jahre 1932 Joseph Goebbels kennen, als dieser in Wien eine Propagandarede hielt. Dieser mitreißende Augenblick veranlaßte Skorzeny, der NSDAP beizutreten.
1933 etablierte sich in Österreich eine christlich-autoritäre Diktatur unter Engelbert Dollfuß, der sämtliche Parteien verbot und das Parlament auflöste.
Der Aufstand im Juli 1934 gegen das Dollfuß-Regime hatte keinen Erfolg, obwohl Dollfuß selbst dabei umkam. Skorzeny befand sich zum Zeitpunkte des Aufstands in Italien auf einer Urlaubsreise. Dort lernte er Mussolini kennen. Dabei erfuhr er, daß der Duce fünf italienische Divisionen zum Einmarsch nach Österreich an der Grenze hatte aufmarschieren lassen für den Fall, daß der mit italienischem Geld finanzierte Aufstand gelungen wäre. Für Mussolini zählte das deutsche Österreich bis dahin zu seinem „römischen“ Interessensgebiet.
1935 wurde Skorzeny Mitglied des „Deutschen Turnerbundes“, der 60.000 militärisch geschulte Mitglieder hatte, und wurde dort Zugführer.
Auf Druck des Deutschen Reiches ernannte Bundespräsident Wilhelm Miklas im März 1938 den von Hitler geforderten Arthur Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler. In der Nacht vom 10. auf den 11. März versuchte eine SA-Abteilung den Präsidentenpalast zu stürmen und Bundespräsident Miklas zu entführen, der aber von seiner Garde verteidigt wurde.
Skorzeny verhinderte durch sein Einschreiten als Zivilist ein Massaker. Seyß-Inquart bedankte sich persönlich bei Skorzeny.
Skorzeny machte nach dem Anschluß Österreichs einen selbst finanzierten Pilotenschein. Beruflich stieg er zum Teilhaber einer Gerüstebaufirma auf. Zu seinem Freundeskreise zählen Ingenieur Ferdinand Porsche und Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, dessen Tochter er in zweiter Ehe heiratete.

Skorzeny bewarb sich 1940 als Pilot bei der Luftwaffe, die ihn wegen seines zu hohen Alters von 31 Jahren ablehnte. Danach versuchte er es bei der Waffen-SS, die ihn als Ingenieur in einer Kfz-Instandsetzungskompanie einsetzte.
Den Westfeldzug durchlebte er in den Reihen des SS-Regimentes Germania. Am 30. Januar 1941 folgte seine Beförderung zum SS-Untersturmführer. Nachdem er im April 1941 in Serbien miteingerückt war, nahm er in den Reihen der SS-Division „Das Reich“ am Ostfeldzug teil. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und kämpfte ostwärts von Kiew gegen eingeschlossene sowjetische Verbände. Danach stieß er mit seiner Division bis nach Moskau vor.
Im November 1941 wurde Skorzeny durch Stalinorgel-Raketen am Kopf verwundet, zog sich im Lazarett außerdem die Ruhr zu und litt an Gallenkoliken.
Skorzeny wurde 1942 nach seiner Entlassung aus einem Wiener Lazarett nur noch „GvH“ geschrieben und zu einer Wachsoldateneinheit der „Leibstandarte Adolf Hitler“ nach Berlin versetzt. Der Dienst langweilte ihn dort, deshalb meldete sich Skorzeny zur Panzerwaffe. Vor seinem Fronteinsatz bei der SS-Division „Totenkopf“ erlitt Skorzeny einen Ruhrrückfall und wurde erneut zur Reserve der LAH nach Berlin zurückversetzt.
Im April 1943 bot man Skorzeny eine neue Verwendung: Für den Sonderlehrgang „Oranienburg“ der Waffen-SS wurde ein neuer Chef gesucht, der gleichzeitig in Friedenthal bei Oranienburg eine Schule für den Agenteneinsatz hinter den feindlichen Linien aufbauen sollte. Skorzeny übernahm beide Aufgaben und wurde als SS-Obersturmführer der Reserve beim Amt VI, SD-Ausland (Auslandsnachrichtendienst) des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) kommandiert. Zusammen mit seinem Adjutanten, SS-Obersturmführer Karl Radl, zog er geeignete Soldaten für die neue Einheit heran und studierte gründlich alle Berichte über Ausbildung und Einsatz von Kommandotruppen. Zu den Aufgaben der Kommandotruppe gehörten Infanterie- und Pionierausbildung, der Umgang mit Granatwerfern, leichten Geschützen und Panzern, Fahrerausbildung an Motorrad, Auto, Motorboot und Lokomotive sowie Sport und Reitunterricht.
Danach wurde zum SS-Hauptsturmführer (Hauptmann) d. R. befördert. Viele der von ihm geplanten Operationen sahen die verantwortlichen Vorgesetzten als „zu riskant“ an und lehnten sie ab. Er bezeichnete sie selbst als „Einsätze, die Wunschträume blieben“ - von denen jeder einzelne im Erfolgsfall den Krieg hätte entscheiden können.

Am 25. Juli 1943 wurde Benito Mussolini durch ein Komplott, das von hohen Funktionären der faschistischen Partei vorbereitet worden war, abgesetzt, verhaftet und an einem unbekannten Ort untergebracht. Skorzeny wurde daraufhin, zusammen mit fünf anderen Offizieren, ins Führerhauptquartier befohlen.
Adolf Hitler wählte ihn für eine Aufgabe aus, die er ihm unter vier Augen erläuterte. Er sei davon überzeugt, daß Italien unter einer - vom König eingesetzten neuen Regierung - bald aus dem Kriege ausscheiden und den Duce an die Alliierten ausliefern werde.
Skorzenys Aufgabe sei es gewesen, den Aufenthaltsort Mussolinis ausfindig zu machen und ihn aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Der Einsatz sollte mit größter Geheimhaltung vorbereitet und durchgeführt werden. Nach Rücksprache mit General Student gab Skorzeny vom Führerhauptquartier aus seine Weisungen für die Bildung einer Einsatzgruppe nach Berlin durch. Bis zum nächsten Morgen mußten etwa 40 Mann mit Tropenuniformen, Zivilanzügen, Waffen, Sprengstoff, Funkgeräten, Fallschirmen und neuen Soldbüchern versehen werden, um in Italien die Anwesenheit von Angehörigen der Waffen-SS zu verbergen.
Es war vor allem das Verdienst des Polizeiattachés an der deutschen Botschaft in Rom, des SS-Sturmbannführers Herbert Kappler, daß die häufig wechselnden Aufenthaltsorte Mussolinis ermittelt werden konnten. Einer der Aufenthaltsorte, an denen Mussolini schwer bewacht wurde, war die nördlich von Sardinien gelegene Seefestung Maddalena. Skorzeny traf Vorkehrungen, Mussolini durch den Handstreich von Soldaten, die durch Schnellboote auf die Insel gebracht werden und die italienischen Wachen überwältigen sollten, zu befreien.
Die Aktion, die am 28. August 1943 durchgeführt werden sollte, mußte jedoch gestoppt werden, nachdem bekannt geworden war, daß man Mussolini unmittelbar vorher weggebracht hatte. Die neue italienische Regierung war also über die geplante Aktion auf Maddalena scheinbar unterrichtet und konnte deshalb Mussolini im letzten Augenblick von der Insel bringen lassen. Später stellte sich heraus, daß der Abwehr-Chef und später als Hoch- und Landesverräter entlarvte Admiral Canaris auch diese Aktion verraten hatte.
Glücklicherweise konnte der neue Aufenthaltsort Mussolinis schnell festgestellt werden. Es handelte sich um das Sporthotel am Gran Sasso im Abruzzen-Gebirge - in etwa 2.000 Metern Höhe. Skorzeny und Radl überflogen am 8. September 1943 das Gebiet und machten Aufnahmen vom Gran Sasso. Kurz darauf konnte auch die Entwaffnung der Italiener durch die deutschen Truppen durchgeführt werden. Da nach der Kapitulation der italienischen Armee die Auslieferung Mussolinis an die Alliierten zu erwarten war, mußte dessen Befreiung in höchster Eile versucht werden. Ein Einsatz gegen das Hotel war nur durch eine Luftlandeoperation mit Lastenseglern möglich.
Der 1,96 m große SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny mit Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und Stahlhelm als Kommandeur des SS-Sonderverbands z. b. V. „Friedenthal“
Kurzfristig wurden aus Südfrankreich zwölf solcher Fluggeräte nach Italien befohlen. In ihnen konnten außer dem Piloten noch neun Mann untergebracht werden. Als Landeplatz legte Skorzeny eine Wiese in der Nähe des Hotels fest. Gleichzeitig sollte ein Fallschirmjäger-Bataillon im Tal die Bodenstation einer Seilbahn, welche zum Hotel führte, besetzen. Karl Radl machte noch den Vorschlag, den Carabinierigeneral Soleti mitzunehmen, der den italienischen Wachmannschaften gut bekannt war, um durch ihn den Befehl erteilen zu lassen, nicht auf die deutschen Soldaten zu schießen. Am 12. September 1943 kam es zum Start. General Student verabschiedete 17 Männer der Waffen-SS und 90 Fallschirmjäger am Flugplatz Pratica di mare. Einmal über dem Landegebiet erkannte Skorzeny jedoch, daß die von ihm als Wiese angesehene Fläche irrtümlicherweise ein Skisprunghügel war. Eine Landung war dort also nicht möglich. Skorzeny befahl nun dem Piloten, in einer Art abgefangenem Sturzflug möglichst nahe am Hotel zu landen. Sein Segler kam etwa 15 Meter vor dem Gebäude zum Stillstand.
Skorzeny, die Männer seines Flugzeuges und der Carabinierigeneral Soleti rannten auf das Hotel zu. Karl Radl, dessen Segler unmittelbar hinter dem von Skorzeny landete, hat diesen Moment in seinem Buch „Befreier fallen vom Himmel“ beschrieben:
 „Skorzeny nimmt seine Männer, sie laufen auf das Hotel zu. Da, ein italienischer Posten. General Soleti ruft ihn an: ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ Der Posten wird stehen gelassen, weiter auf das Hotel zu. Eine Tür fliegt auf. Das ist der Funkraum. Ein italienischer Soldat am Funkgerät. Er fliegt mit einem Ruck vom Stuhl. Ein, zwei Kolbenschläge mit der Maschinenpistole, und das Funkgerät ist unbrauchbar. Das wäre geschafft. Um Hilfe können die nicht mehr rufen. Doch keine Tür führt aus dem Kellerraum. Zurück, hinaus. Es geht um die Ecke am Vorbau. Wieder ein Posten. ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ ruft der General. Und auch dieser Posten schießt nicht. Da, eine zwei Meter hohe Betonmauer. Skorzeny steigt über die Schulter eines Mannes hinauf. Tritt ihn halb zusammen dabei. Der hilft den anderen aber auch noch hinauf. Sie stehen auf der Terrasse vor der Hausfront, wollen auf den Haupteingang zu, da fängt sich eben die 3, das ist mein Flugzeug, an der Fallschirmbremse in die Waagerechte vom Sturz auf, es ist vielleicht eine Minute vergangen. Alles zählt nur noch nach Sekunden. Meine Maschine schlägt auf, hebt sich nochmals, wird noch 50 Meter hinausgeschleudert und landet, zirka 100 Meter vor dem Hotel. Und schon eilen wir dem Chef zu Hilfe. Der sieht eben auch den Duce am Fenster. ‚Duce, treten Sie vom Fenster zurück, weg vom Fenster!’ ruft Skorzeny, er befürchtet doch noch das Entstehen einer Schießerei, und da kann leicht ein Unglück geschehen. Wir dringen weiter auf das Hotel vor… Noch bevor ich den Eingang erreiche, sind Skorzeny und Schwerdt eingedrungen, haben sich ohne Waffengebrauch einen Weg durch die Carabinieri gebahnt. Die sind völlig fassungslos und wollen aus dem Hotel heraus. Sie haben offenbar gerade Mittagsruhe gehalten. Zum Teil haben sie ihre Maschinenpistolen dabei, zum Teil sind sie ohne Waffen. Sie sehen ihren General, den viele kennen, und keiner schießt. Skorzeny und Schwerdt rasen eine Treppe in dem seinem Inneren nach vollkommen unbekannten Hotel hoch. Skorzeny reißt eine Tür auf im ersten Stock. Es ist die richtige. Drinnen steht Mussolini. Bei ihm sind zwei Offiziere und ein Mann in Zivil. Sie fliegen im Bogen heraus. Dann sind sie allein. Da erscheinen auch schon die Unteroffiziere Gföller und Gläsner in der Tür. Und als ich selbst durch die offene Tür trete, meldet Skorzeny gerade: ‚Duce, der Führer schickt uns, Sie zu befreien!’ Mussolini ist sehr bewegt. Er antwortet nur: ‚Ich wusste, daß mich der Führer nicht im Stich lassen würde.’ Drückt Skorzeny die Hand, umarmt ihn, küsst ihn auf die Wange, dasselbe geschieht mir, Schwerdt und Warger.“
Der italienische Kommandant des Hotels kapitulierte und wenig später konnte ein Fieseler Storch landen, der Mussolini und Skorzeny vom Gran Sasso zu einem Flugplatz brachte, von wo aus sie nach Wien flogen. Dort erhielt Skorzeny folgenden Anruf von Adolf Hitler:
 „Skorzeny, Sie haben eine militärische Tat glücklich zu Ende geführt, die in die Geschichte eingehen wird. Mir haben Sie meinen Freund Mussolini wiedergegeben. Ich habe Ihnen das Ritterkreuz verliehen und sie zum SS-Sturmbannführer befördert. Ich möchte Ihnen meine Glückwünsche aussprechen.“

Skorzeny war in den folgenden Monaten mit der Verstärkung seiner Kommandotruppen und der Entwicklung neuer Waffen für ihre Einsätze voll ausgelastet. Aus seinem Sonderverband z.b.V. Friedenthal entstand der Jagdverband Mitte mit fünf Bataillonen, einem Lehrbataillon und anderen Einheiten. Durch Zufall mußte er am 20. Juli 1944 wieder eine unvorhergesehene Aufgabe übernehmen. An diesem Tag brachte Oberst Stauffenberg während einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier eine Sprengladung zur Explosion, die Adolf Hitler und seine engeren Mitarbeiter töten sollte. Nach der Ausschaltung des Führers sollte das Ersatzheer die Macht übernehmen. Das Attentat schlug aber fehl und Adolf Hitler wurde nur leicht verwundet. Skorzeny hatte am 20. Juli 1944 gerade einen Zug von Berlin nach Wien bestiegen, als er erfuhr, daß von den Verschwörern alarmierte Truppen auf Berlin vorrückten. Skorzeny rückte mit einer Kompanie seiner Soldaten gegen den Sitz des Befehlshabers des Ersatzheeres vor, in dem die Verschwörer jedoch schon von Offizieren des Heeres festgenommen und einige von ihnen erschossen worden waren. Der Befehlshaber des Ersatzheeres war inzwischen befreit, jedoch seines Postens enthoben worden. Skorzeny veranlaßte daraufhin die Offiziere, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, wärend er dafür sorgte, daß die für Rüstung, Nachschub und Ersatz zuständige Dienststelle des Heeres ihre Aufgaben wieder erfüllte.

Im September 1944 erteilte der Führer Skorzeny und Adrian Baron von Fölkersam einen neuen Auftrag. Der ungarische Reichsverweser Horthy hatte sowohl mit den West-Alliierten, als auch mit den Sowjets Fühlung aufgenommen und bereitete die Kapitulation seines Landes vor.
Skorzeny sollte diesen Abfall verhindern. Er versammelte seine Einheiten im Raum Wien, veranlaßte ihre Ausrüstung mit neuem Material und Fahrzeugen und begab sich in Zivil zur Erkundung nach Budapest. Fünf Wochen lang orientierte er sich über die örtlichen Verhältnisse. Es stellte sich heraus, daß als Beauftragter Horthys dessen Sohn Niklas über den jugoslawischen Partisanenführer Tito mit den Sowjets Kontakt aufgenommen hatte und die Waffenstillstandsverhandlungen vorbereitete. Am 15. Oktober 1944 wurde Niklas Horthy bei einem mit Titos Beauftragten geplanten Zusammentreffen von SS-Männern festgenommen, das Unternehmen „Panzerfaust“ hatte begonnen. Wenige Stunden später verkündete der ungarische Rundfunk, daß Horthy mit den Sowjets einen Waffenstillstand abgeschlossen habe.
Skorzeny befahl daraufhin für die Morgenstunden des 16. Oktober 1944 die Besetzung der Budapester Burg, in der Horthy seinen Amtssitz hatte. Um Mitternacht umzingelte ein Teil seiner Truppen den Burgberg, den anderen stellte Skorzeny zu einer Marschkolonne zusammen, mit der er bis zur Burg vorrücken und so den Eindruck erwecken wollte, es handle sich um eine vereinbarte Maßnahme. Der Plan gelang; die aufgestellten Pak-Geschütze der Ungarn feuerten nicht und schließlich kapitulierte der ungarische General. Am nächsten Tag wurde die ungarische Armee auf eine neue Regierung vereidigt, die den Kampf gegen die Sowjets an deutscher Seite fortsetzte. Eine große Gefahr für die deutschen Truppen war somit durch Skorzeny und seine Männer beseitigt worden. Als Skorzeny dem Führer seinen Einsatz in Budapest schilderte, sagte der zu ihm:
 „Das haben Sie gut gemacht, lieber Skorzeny. Ich habe Sie mit Wirkung vom 16. Oktober 1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert und Ihnen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.“ Daraufhin machte er Skorzeny mit seiner nächsten Aufgabe vertraut.

Im Westen war der Vorstoß der Engländer und Amerikaner an der Reichsgrenze zum Stehen gebracht worden. Der Führer plante eine neue Offensive, die aus dem Raum zwischen Aachen und Luxemburg durch die Ardennen bis an die Kanalküste führen und danach die feindlichen Kräfte nördlich der Linie Bastnach – Brüssel – Antwerpen vernichten sowie Antwerpen als Nachschubhafen der Alliierten ausschalten sollte. Skorzeny wurde im Rahmen der Operation Greif die Aufgabe übertragen, durch Soldaten in englischer und amerikanischer Uniform die Maasbrücken zwischen Lüttich und Namur in Besitz zu nehmen und sie bis zum Eintreffen der regulären Truppen vor Sprengungen zu schützen. Außerdem sollten kleine Kommandos in feindlicher Uniform hinter den amerikanischen Linien falsche Befehle erteilen, Nachrichtenverbindungen stören, alliierte Truppen irreleiten und in ihren Reihen Verwirrung stiften. Dieser Einsatz war bestimmt wirkungsvoll. Bald liefen brauchbare Nachrichten über die Situation hinter den feindlichen Linien ein . Der Führer einer Gruppe schickte zum Beispiel ein amerikanisches Panzerregiment in eine falsche Richtung, ließ Fernsprechleitungen zerstören und Wegweiser der amerikanischen Truppen entfernen. Noch größer als diese Wirkung waren aber Konfusion und Spionagehysterie, die nun hinter den amerikanischen Linien ausbrachen.

Nach dem Zusammenbruch der Ostfront erhielt Skorzeny den Befehl, mit seinen SS-Jagdverbänden, Friedenthaler (als Teil des SS-Jagdverbandes „Mitte“) und dem SS-Fallschirmjägerbataillon 500 (inzwischen zum SS-Fallschirmjägerbataillon 600 Umbenannt) ostwärts der Oder um Schwedt einen Brückenkopf zu bilden und zu halten, der für spätere Offensiven gegen die Rote Armee gedacht war. Skorzeny sicherte das Gebiet wie befohlen, sammelte zurückgehende deutsche Soldaten und SS-Freiwillige des fehlgeschlagenen Unternehmens Sonnenwende und füllte mit ihnen seine vier Bataillone auf, die den Grundstock der Division Schwedt (Kampfgruppe/Sperrverband Skorzeny) bildeten. Er konnte auch zahlreiche Flüchtlinge sicher über die Oder bringen.
Am 28. Februar 1945 sagte ihm der Führer:
 „Skorzeny, ich muß Ihnen danken für Ihre Leistungen an der Oderfront. Ihr Brückenkopf war lange Tage der einzige Lichtblick. Ich habe Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und werde es Ihnen in einigen Tagen aushändigen. Dann müssen Sie mir über Ihre Erfahrungen berichten.“
Bei Kriegsende geriet Skorzeny, am 20. April 1945 noch zum SS-Standartenführer der Reserve befördert, in der Nähe von Salzburg in VS-amerikanische Gefangenschaft. Skorzeny und die Reste seiner Jagdverbände hatten noch bis zum 20. Mai 1945 in der Alpenfestung ausgehalten.
Skorzeny sagte in einem Gespräch von 1953, daß er mit hundert zuverlässigen Männern und zwei Hubschraubern auch die Gefangenen aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis leicht hätte befreien können.

Im Jahre 1947 wurde er (gemeinsam mit Karl Radl und acht anderen) in Dachau wegen des Einsatzes von Soldaten in feindlicher Uniform im Zuge des Unternehmens „Greif“ angeklagt, jedoch freigesprochen. Bis zum Juli 1948 wartete er im Arbeitslager Darmstadt auf sein sogenanntes Entnazifizierungsverfahren, das aber immer wieder verschoben wurde, um Skorzeny lange in Haft zu behalten. Deshalb wählte er von sich aus am 27. Juli 1948 den Weg in die Freiheit. Er blieb noch zwei Jahre lang in Deutschland und Frankreich und ging 1951 nach Spanien, wo er sehr erfolgreich als Ingenieur tätig war. Auch hat er geholfen, einen ägyptischen Geheimdienst mit dem Namen Moukhabarat zu formieren. Ein schweres und unheilbares Lungenleiden führte ihn 1975 zur ärztlichen Behandlung nach Heidelberg. Dort waren die letzten Besucher vor seiner Rückkehr nach Spanien, acht Tage vor seinem Tod, Hans Ulrich Rudel und Waldemar Schütz. Otto Skorzeny berichtete ihnen bei dieser Gelegenheit von seinem Besuch im Führerhauptquartier im Herbst 1944, als der Führer erkrankt war und ihn an seinem Bett empfing. Der Führer sagte ihm an diesem Tag, er habe die Atombombe deshalb nicht bauen lassen, weil er nicht die Verantwortung dafür übernehmen wollte, daß die Menschheit durch ein solches „Teufelswerk“ vernichtet werde. Am 5. Juli 1975 starb Otto Skorzeny in Madrid. Seine Urne wurde in Wien beigesetzt.

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Mittwoch, 10. Juli 2013

Nazi-Kollaborateure 13 - Hitlers Helfer im Osten


Letzte Folge der Reihe Nazi-Kollaborateure.

Die Ostlegionen des Zweiten Weltkrieges waren, im Gegensatz zur Russischen Befreiungsarmee („Wlassow-Armee“), ausschließlich aus Angehörigen der nichtrussischen Minderheitenvölker der Sowjetunion zusammengesetzte Verbände der deutschen Wehrmacht.

Dazu zählten militärische Verbände, die aus Kalmücken, Aserbaidschanern, Nordkaukasiern, Armeniern, Georgiern, Turkestanern, Krimtataren und Wolgatataren bestanden. Nicht zu verwechseln ist der Begriff der Ostlegionen mit jenem der Osttruppen, welcher die Gesamtheit aller Truppen aus dem russischen Raum beschrieb, die in der Wehrmacht dienten, mit Ausnahme der baltischen und der ukrainischen Formationen.

Die Zahl der Freiwilligen war sechsstellig.

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Nazi-Kollaborateure 12 - Finnlands Allianz (2010)


Im Winterkrieg 1939/40 kämpfte Finnland tapfer gegen die übermächtige Sowjetunion. Finnland und Deutschland waren zwar formell keine Verbündeten, aber im Krieg gegen die Sowjetunion kämpften finnische Truppen ab 1941 an der Seite der Wehrmacht. Die finnische Staatspolizei Valpo, unter der Führung von Arno Anthoni, hatte eng mit lokalen Staatsbehörden unter deutschem Kommando zusammengearbeitet. Am 4. Juni 1942 hatte Adolf Hitler Finnland besucht. Er war Überraschungsgast am Fest zum 75. Geburtstag des finnischen Generals und Marschalls Carl Gustav Mannerheim, der bis heute den Status eines Nationalhelden hat.

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Nazi-Kollaborateure 11 - Ioannis Rallis (2010)


Ioannis Rallis (* 1878 in Athen; † 26. Oktober 1946 ebenda) war ein griechischer Politiker.

Rallis studierte im Deutschen Reich Rechtswissenschaften und zog 1906 in das griechische Parlament ein. 1920 wurde er Marineminister, 1921 Finanzminister und war zeitweise auch Justizminister.

1932 diente er im Auswärtigen Amt, 1933 im Innenministerium und als Luftwaffenminister.

Nachdem Griechenland durch die zuvor erfolgte britische Intervention von der Deutschen Wehrmacht besetzt wurde befürwortete Rallis die Zusammenarbeit mit den Achsenmächten. Auf Vorschlag des Deutschen Reiches und in Absprache mit Georg II. übernahm er am 7. April 1943 den Posten des griechischen Ministerpräsidenten. Er bemühte sich um Wahrung der Souveränität und bekämpfte entschlossen gegen die bolschewistischen ELAS-Partisanen.

Nach dem Abzug der deutschen Kräfte wurde er von den „Befreiern“ als Kollaborateur verhaftet. Im Februar 1945 wurde im in einem Verfahren der Vorwurf des Hochverrats gemacht. Rallis verteidigte sich mit dem Argument, stets als griechischer Patriot gehandelt zu haben. Er erhielt eine lebenslange Gefängnisstrafe und starb in einer Athener Haftanstalt.

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Nazi-Kollaborateure 10 - Anton Mussert (2010)


Anton Adriaan Mussert (* 11. Mai 1894 in Werkendam, Niederlande; † 7. Mai 1946 in Den Haag) war ein niederländischer Wasserbauingenieur und Politiker sowie Begründer und Leiter der niederländischen Nationalsozialisten (NSB). Während des Zweiten Weltkriegs wurde ihm von reichsdeutscher Seite der Ehrentitel „Führer des niederländischen Volkes" verliehen.
Leben

Mussert wuchs als Sohn des Schullehrers Joannes Leonardus Mussert und dessen Frau Frederika Witlam in der niederländischen Provinz Brabant auf. Nach dem Schulbesuch in Gorinchem studierte er an der Technischen Hochschule in Delft 1918 und schloß sein Studium der Straßen- und Wasserbaukunde mit der Ingenieursprüfung ab. Am 19. September 1917 heiratete er seine 18 Jahre ältere Halbtante Maria Witlam. Die Ehe blieb kinderlos. Seine erste Arbeitsstelle war bei der Niederländischen Obersten Straßen- und Wasserbaubehörde (Rijkswaterstaat), anschließend fand er eine Anstellung bei der Wasserbaubehörde der Provinz Utrecht, wo er eine steile Karriere machte und ab 1927 Leitender Ingenieur war.
Politik

Seit 1920 betätigte er sich in verschiedenen nationalen Organisationen, wie dem Dietsche Bond, der den Anschluß Flanderns an die Groß-Niederlande forderte. Gemeinsam mit Cornelis van Geelkerken und zehn weiteren Personen gründete Mussert am 14. Dezember 1931 in Utrecht, die sich an der NSDAP orientierende National-Sozialistische Bewegung (NSB) mit ihm als Leiter. Als Pendant zur SA wurde eine uniformierte „Weerafdeling“ aufgebaut. Mussert gab seine Karriere als Tiefbauingenieur auf, um sich ganz der politischen Tätigkeit zu widmen. Er wurde schnell zum prominentesten Nationalsozialisten der Niederlande und traf Adolf Hitler im November 1936 zum ersten Mal; drei weitere Treffen sollten folgen. Sogar Papst Pius der XI, empfing ihn am 16. Juni 1936. Die NSB wuchs auf über 50.000 Mitglieder und erhielt Mitte der 1930er Jahre bei den Provinzialwahlen landesweit knapp 8 Prozent der Stimmen. Sie war damit zu einem ernstzunehmenden politischen Faktor geworden. So konnten sie einige Sitze in der Kammer erringen. 1937 allerdings hatte die Partei viele Sympathisanten verloren und erreichte bei den Parlamentswahlen nur 4 Prozent. Die politische Nähe der Partei zum deutschen Reich war in der niederländischen Gesellschaft zu unpopulär, was durch den Staat, die etablierten Parteien und die Kirchen nachdrücklich bekräftigt wurde. Schon 1934 war niederländischen Beamten der Beitritt zur NSB untersagt worden; ein Jahr später wurde auch die „Weerbaarheidsafdeling“ verboten und damit aufgelöst. Bis April 1940 arbeitete die NSB unter starkem Wiederstand von außen weiter.

Ab Mai 1940 setzte sich die NSB mit der Besetzung deutscher Truppen in den Niederlanden wieder durch. Mussert und seine Partei gewann wieder an Bedeutung. Er begrüßte die Neuordnung Europas unter deutscher Führung und hoffte, Regent oder niederländischer Ministerpräsident nach dem Vorbild des Norwegers Vidkun Quisling zu werden, was ausblieb. Seine Bewegung erhielt jedoch später durch den deutschen Reichskommissar in Holland, Seiß-Inquardt, die gleiche politische Monopolstellung wie die NSDAP in Deutschland. Im Jahre 1942 ernannte ihn der Reichskommissar zum „Führer des niederländischen Volkes“. 1941 gründete Mussert die SS-Freiwilligen-Legion Niederlande, die zahlreichen Freiwilligen beteiligten sich an dem Kampf um Europa. Mit dem Vormarsch der Alliierten, wurde Mussert festgenommen und wegen „Kollaboration mit dem Feind“ im November vor Gericht gestellt und wegen Landesverrat zum Tode durch Erschießen verurteilt. Auf ein Gnadengesuch verzichtete Mussert. Aber seine Familie stellte es trotzdem für ihn, die Königin lehnte ab. Mussert wurde am 7. Mai 1946, vier Tage vor seinem 52. Geburtstag, in Den Haag hingerichtet. Sein Grab war nicht gekennzeichnet und war nur engsten Angehörigen bekannt. Dennoch wurden die sterblichen Überreste Musserts im Juni 1956 von Unbekannten ausgegraben und verschleppt.

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Nazi-Kollaborateure 09 - Juden auf Seiten Hitlers (2010)


Juden in Wehrmachtsuniform - Unter diesem Titel publizierte die britische Tageszeitung The Daily Telegraph am 2.12.1996 einen Artikel über die Arbeit des US-Studenten Bryan Rigg (25 Jahre, Yale Universität) über Juden in der Wehrmacht. Demnach stellte die Wehrmacht im Januar 1944 eine Liste mit 77 hochrangigen Offizieren jüdischen oder gemischt jüdisch-deutschen Blutes zusammen, darunter 15 Generäle und 2 Feldmarschälle, die alle von Hitler persönlich versichert bekamen, sie seien "deutschen Blutes". Rigg, der selbst jüdisch-deutsche Vorfahren hat, meint, er könne dieser Liste 60 weitere Namen hochrangiger Offiziere hinzufügen. Bei 17 Ritterkreuzträgern des Zweiten Weltkrieges konnte Rigg jüdische Eltern nachweisen. Insgesamt hat Rigg in vier Jahren mehr als 300 Juden interviewt, die in Hitlers Wehrmacht gedient hatten. Er hat bisher bei 1.200 Angehörigen der Wehrmacht jüdische Vorfahren nachweisen können.

Aufgrund von statistischen Hochrechnungen meint Rigg, es habe in der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges mindestens 100.000 jüdische "Mischlinge" in der Definition der Nürnberger Gesetze gegeben. Die meisten dieser Mischlinge seien Nachfahren nichtjüdischer Deutscher und assimilierter bzw. getaufter deutscher Juden gewesen. Aus Riggs Analyse ergibt sich, daß ein Teil dieser Soldaten deshalb diente, um der Verfolgungsdrohung als Mischlinge zu entgehen, ein anderer Teil aber schlicht deshalb, weil sie sich wie selbstverständlich als Deutsche empfanden und nichts anderes taten als alle anderen Deutschen auch, nämlich dem Vaterland treu zu dienen.

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Nazi-Kollaborateure 08 - Der Gross-Mufti (2010)


Mohammed Amin al-Husseini (arabisch ‏محمد أمين الحسيني‎, DMG Muḥammad Amīn al-Ḥusainī; * vermutlich 1893 in Jerusalem; † 4. Juli 1974 in Beirut), auch Haj/Hajj Amin al-Husseini oder auch al-Hussaini, war ein islamischer Geistlicher und palästinensischer arabischer Nationalist aus einer der einflussreichsten Familien Jerusalems. Er wurde bekannt als Großmufti von Jerusalem, obwohl er diesen Titel nicht offiziell besaß. Daneben war sein wichtigstes Amt die Präsidentschaft des obersten islamischen Rats.

Er studierte in Kairo und zeichnete sich als Offizier in türkischen Diensten im Ersten Weltkrieg beim Kampf gegen die Engländer aus. 1920 organisierte er den ersten großen Araberaufstand in Palästina und wurde von den Briten inhaftiert. Seit 1921 war er Mufti von Jerusalem und damit einer der höchsten Religionsführer des Islam. 1929 gründete er das Arabische Exekutivkomitee, das den Freiheitskampf der Araber organisierte. Im Zweiten Weltkrieg erhielt er eine Unabhängigkeitsgarantie des Deutschen Reiches für alle arabischen Staaten. Al-Husseini förderte die moslemischen Einheiten der Waffen-SS und entkam nach Kriegsende dem Zugriff der Alliierten. 1949 vertrat er die Palästinenser vor der “Palästina-Kommission” der Vereinten Nationen und war einflußreicher Berater arabischer Staatsmänner. Er beherrschte die deutsche Sprache in Wort und Schrift und war zeitlebens ein Freund des Deutschen Volkes. An seinem Begräbnis in Beirut nahmen hochrangige arabische Repräsentanten teil.

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Nazi-Kollaborateure 07 - Die IRA (2010)


Im Sommer 1936 zeichnete sich eine Umorientierung der bislang vorwiegend auf die Machtergreifung in Südirland fixierten IRA ab. Am 15. August veröffentlichte der "Daily Telegraph" ein Interview mit Séan Russell, dem neuen Stabschef der IRA. Der weitsichtige Russell erkannte die Zeichen der Zeit und erklärte, man werde eine militärische Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Deutschland auszunutzen wissen. Die Ereignisse der Jahre 1937 und 1938 trieben die Umorientierung voran. Fianna Fáil rückte politisch immer weiter nach rechts und glich sich 1938 mit den Briten aus, so daß die republikanische Bewegung ohne jeden Verbündeten dastand.

Schon am 13. Mai 1937 sprengte ein IRA-Kommando ein britisches Königsstandbild in Dublin in die Luft. Der Besuch des britischen Königspaares in Nordirland wurde Anlaß der ersten großangelegten Terroroffensive in den Six Counties. In Belfast scheiterte ein Bombenanschlag auf die Monarchen. Am 8. Dezember 1938 übertrugen die letzten Überbleibsel des 1921 gewählten Zweiten Dáil, des letzten von der IRA anerkannten irischen Parlaments, alle Exekutivbefugnisse auf die IRA Army Executive, eine Art Politbüro mit 12 Mitgliedern. Diese von der Army Convention gewählte "Regierung" wiederum bestimmte die Mitglieder des Army Council, des IRA-Oberkommandos. In militärischen Dingen operierte das Oberkommando völlig autonom, stellte also die eigentliche Machtzentrale der Untergrundarmee dar. Die IRA schloß sich wieder mit dem politischen Republikanismus zusammen, der nun rasch von ihr absorbiert wurde. Fortan stellte die Army Executive in republikanischen Augen die einzig legitime Regierung Irlands dar.

Russell orientierte die Strategie der IRA neu. Die britischen Kolonialherren sollten nun dort getroffen werden, wo sie am verwundbarsten waren - in England selbst. Hauptziele waren militärische Einrichtungen und die Infrastruktur, wobei Menschenleben möglichst zu schonen waren. Die geplante Offensive erhielt den Namen S-Plan - S wie Sabotage. Schottland und Wales wurden von den Operationen ausgenommen, da deren Bewohner als keltische Brudervölker galten. Eine Minderheit im Oberkommando plädierte dafür, den operativen Schwerpunkt nach Nordirland zu verlegen. Hier hatte jedoch vor allem die IRA-Einheit in Belfast schwere Schläge infolge nachrichtendienstlicher Unterwanderung hinnehmen müssen und befand sich nachhaltig in der Defensive.

Am 12. Januar 1939 ließ die Army Executive dem britischen Außenminister Lord Halifax ein Ultimatum zukommen. Das IRA-"Politbüro" erklärte sich zur einzig legalen Regierung Irlands und forderte den Abzug aller britischen Truppen von der Insel. London wurden vier Tage für die Abgabe einer entsprechenden Absichtserklärung gegeben. Diese erfolgte aus begreiflichen Gründen nicht, und am 16. Januar detonierten sieben Sprengsätze in britischen Kraftwerken, die u.a. London, Manchester und Birmingham mit Strom versorgten. Bis zur Jahresmitte verübte die IRA 127 Anschläge in England (davon 57 in London), wobei es nur zwei Todesopfer gab. Im Juni 1939 verabschiedete das irische Parlament zur Beruhigung der Briten die Offences against the State Act - Militärtribunale und Internierungslager sollten Südirland endlich befrieden. Die Treason Act drohte bei besonders schweren Fällen staatsfeindlicher Untergrundaktivitäten die Todesstrafe an.

Seit Anfang 1939 stand Séan Russell in Verbindung mit Carl Heinz Petersen, dem Irlandkorrespondenten des Deutschen Nachrichtenbüros in Dublin. Das Reichspropagandaministerium begann jedoch erst im Mai mit einer zaghaften Unterstützung der Republikaner, nachdem die Briten eindeutig Stellung für Polen und gegen Deutschland bezogen hatten. Anfang Juni reiste Russell als Sondergesandter der republikanischen Bewegung in die USA. Er versuchte, die Amerika-Iren zum Widerstand gegen die probritische Politik Roosevelts zu mobilisieren. Mittlerweile hatte das RPM durch die Fichte-Gesellschaft Fühlung zur IRA aufgenommen, und auch die deutsche Abwehr trat auf den Plan. James O´Donovan reiste im Sommer dreimal nach Berlin und Hamburg und erhielt Geld und Waffen ausgehändigt. Als Gegenleistung bot er Berlin für den Kriegsfall die Einrichtung eines Funkdienstes an.

Im Juli 1939 traten auch in Großbritannien verschärfte Antiterrorgesetze in Kraft. Als am 25. August eine gegen eine Transformatorenstation in Coventry gerichtete Operation ihr Ziel verfehlte, detonierte der Sprengsatz inmitten einer belebten Straße. Es gab 5 Tote und 70 Verletzte. Die britische Öffentlichkeit war entsetzt, und zur Beruhigung richteten die Briten 1940 mit Peter Barnes und James McCormack zwei Unschuldige hin, was den prodeutschen Gefühlen in Irland Auftrieb gab.

England dämmte die IRA-Kampagne nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit massiven Polizeimaßnahmen ein, und auch Valera ging gegen die IRA vor, da er sein Land nicht als Aufmarschbasis sehen wollte. Die Bombenkampagne der Republikaner gefährdete die irische Neutralität und konnte einen idealen Vorwand für einen britischen Einmarsch darstellen. Die IRA überzog ihr Konto endgültig, als sie am 23. Dezember 1939 das Armeedepot Phoenix Park/Dublin ausräumte. Bis Kriegsende wurden 6 IRA-Aktivisten hingerichtet, 3 weitere hungerten sich im Gefängnis zu Tode. Irland inhaftierte 500 Republikaner ohne und 600 mit Gerichtsverfahren. Der Höchststand wurde 1943 mit 653 Internierten erreicht.

Der in den USA vom Kriegsausbruch überraschte Russell kehrte im Januar 1940 nach Europa zurück. In Genua ersuchte er den deutschen Generalkonsul, ihn zur Organisation des antibritischen Kampfes nach Irland zu schleusen. Während die Abwehr dem Vorschlag positiv gegenüberstand, warnte Deutschlands Gesandter Hempel aus Dublin, die Briten könnten die IRA-Aktivitäten als Anlaß für eine militärische Besetzung des für den Schutz der transatlantischen Seewege bedeutenden Irland nutzen. Unterstaatssekretär Woermann, Leiter der Politischen Abteilung im Auswärtigen Amt, warnte Reichsaußenminister Ribbentrop, ein Bündnis mit der IRA habe erst Erfolgsaussichten, wenn London in Schwierigkeiten sei. Russell wurde nach Deutschland gebracht und dort vom Sonderbeauftragten Veesenmeyer betreut. Immerhin griff die deutsche Propaganda nach der Hinrichtung von zwei IRA-Aktivisten in Birmingham im Februar das Thema Irland begierig auf.

Abwehrchef Canaris machte sich im Sommer 1940 selbständig und beauftragte Hauptmann Goertz, eine Kooperation mit den Iren einzuleiten. Mit kleinen Yachten und Kuttern wurden wiederholt deutsche Agentenkommandos und Spezialeinheiten der "Brandenburger" nach Irland gebracht. Diese Kommandos steuerten - stets behindert durch mangelnde Landeskenntnis und Dilettantismus - funktechnisch Luftangriffe, befreiten abgesprungene Flieger und sprengten u.a. ein Kraftwerk bei Edinburgh in die Luft. Die Zusammenarbeit mit der IRA gestaltete sich infolge der Eigenwilligkeit der Iren wenig produktiv. Als Lösung wurde der Transport Russells nach Irland angesehen, aber dieser erlag am 14. August 1941 auf der Überfahrt an Bord eines deutschen U-Bootes einem Herzinfarkt. Zu allem Überfluß flog kurz vorher der kommissarische IRA-Stabschef Séan Hayes als britischer Doppelagent auf.

Gegen den Willen des Auswärtigen Amtes wollte die Abwehr Russell nach Irland schleusen, um die IRA zur Unterstützung der irischen Truppen gegen eine etwaige britische Invasion vorzubereiten. Im Falle einer deutschen Landung in England oder Irland sollte die IRA das Landungskorps unterstützen. Ribbentrop unterrichtete jedoch im Spätsommer durch Hempel die irische Regierung, das Reich beabsichtige keinesfalls eine Invasion auf der Insel. Deutschland werde keinerlei Aktionen unternehmen, solange Irland seine Neutralität bewahre. Es gebe auch keine Fünfte Kolonne der Deutschen auf der Insel. Im November verhafteten die Briten den mittlerweile in Nordirland befindlichen Goertz, der unter maßloser Überschätzung seiner Möglichkeiten davon träumte, mit Hilfe der IRA 8000 Mann gegen England zu mobilisieren. Das bedeutete auch das Ende von Planungen, eine deutsche Militärmission zur IRA zu entsenden. Mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 war eine Zusammenarbeit in den Augen der IRA ohnehin als rechtslastiges Abenteurertum diskreditiert. Bis 1944 stellte die deutsche Gesandtschaft in Dublin eine nachrichtendienstliche Drehscheibe des Krieges dar, was letztlich zur völligen Isolation Irlands durch Briten und Amerikaner führte.

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Dienstag, 9. Juli 2013

Nazi-Kollaborateure 06 - Vidkun Quisling (2010)


Vidkun Abraham Lauritz Jonssøn Quisling (* 18. Juli 1887 in Fyresdal; † 24. Oktober 1945 in Oslo) war ein norwegischer Politiker und von 1942 bis 1945 Ministerpräsident von Norwegen.

Vidkun Quisling wurde am 18. Juli 1887 als Sohn eines Pfarrers in Fyresdal in Telemarken geboren. Nach Besuch der höheren Schule wählte er die Offizierslaufbahn. Er zeichnete sich hierbei durch eine überdurchschnittliche Auffassungsgabe aus, verließ die Militärakademie mit dem besten Examen seit Menschengedenken und wurde deshalb schon 1911 in den Generalstab berufen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ging er dann 1918 als Militärattaché nach Petrograd und übernahm 1919 den gleichen Posten auch in Helsinki (bis 1921).

In diesen Jahren konnte er die Entwicklung des Bolschewismus von seinen Anfängen an und auch die Auseinandersetzung mit Finnland verfolgen. Die Verhältnisse in der Sowjetunion berührten ihn derart, daß er einem Ruf Fridtjof Nansens zur Teilnahme an einer Hilfsaktion für die von einer Hungersnot bedrohte Bevölkerung der UdSSR Folge leistete. Während Nansen die Geldmittel sammelte, organisierte Quisling von 1922 - 1926 in der Ukraine die Verteilung der Mittel. Nach Abschluss seiner Tätigkeit erhielt er ein offizielles Dankschreiben der Sowjetregierung. Im Anschluss an diese Tätigkeit war Quisling Vertreter der norwegisch-englischen Wald-Konzessionen in Nordrussland und nach Abbruch der anglo-sowjetischen Beziehungen ab 1927 Legationssekretär an der norwegischen Gesandtschaft in Moskau (von 1927 bis 1929 war er Diplomat in Moskau). Er kehrte 1930 nach Norwegen zurück, worauf ihm jedoch der Wiedereintritt in die Armee verweigert wurde. Daraufhin widmete er sich der publizistischen Bekämpfung des Bolschewismus, dessen Wesen er, wie nur wenige andere, kennengelernt hatte. Seine Hauptschrift war „Russland und wir“. Als sich die Anzeichen einer verstärkten kommunistischen Untergrundarbeit mehrten, wurde Quisling im Mai 1931 als Wehrminister (von 1931-1933 norwegischer Kriegsminister) in das Bauernkabinett Kolstadt berufen. Ein Jahr später trat er dann mit dem Kabinett Hundsleit wieder zurück, nachdem kurz vorher ein Attentat auf ihn verübt worden war.

Am 13. Mai 1933 gründete Quisling die Partei Nasjonal Samling („Nationale Einheit“). Nach der Rettung Norwegens vor einem englischen Überfall im Norwegenfeldzug rief er eine vorläufige Regierung aus, die dann am 25. September durch den Reichskommissar Terboven in eine provisorische Regierung umgewandelt wurde.

Er erklärte zuvor in Berlin, „...daß Absprachen der norwegischen Regierung mit den Engländern über eine mögliche Landung in Norwegen bestünden.“ Im Juni 1940 wurden beim Frankreich-Feldzug in La Charité an der Loire, von deutschen Truppen Geheimakten des französischen Generalstabs erbeutet, die alliierte Pläne für die Schaffung von Fronten in Skandinavien und auf dem Balkan enthielten. Bereits für den 23. März 1940 war ein britischer Vorstoß gegen die norwegische Küste mit anschließender Besetzung geplant gewesen. Endgültig beschloß der Kriegsrat in London am 28. März 1940, den direkten Angriff auf die norwegische Neutralität. Deutschland war durch den „Altmark-Zwischenfall gewarnt und kam dann mit seiner Besetzung des Landes ab 7. April 1940 den Briten, die am 8. April landen wollten, nur um Stunden zuvor.“

Auf Initiative von Josef Terboven wurde er dann am 1. Februar 1942 norwegischer Ministerpräsident.
Vidkun Quisling, Heinrich Himmler, Reichskommissar Josef Terboven, Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst bei einer Veranstaltung in Norwegen

Der Begriff „Quisling“ wurde von der englischen Propaganda aus Hass für die Warnung vor dem geplanten englischen Überfall auf Norwegen als Synonym für „Verrat“ verbreitet. Am 15. April 1940 gebrauchte die Londoner „Times“ das Wort erstmals, und wenige Tage später, am 19. April 1940, brachte diese Zeitung bereits einen Leitartikel mit der Überschrift „Quisling is as Quisling does“.

Vidkun Quisling war jedoch weder ein Verräter noch ein Karrierist. Er war ein norwegischer Patriot, dessen einziges „Vergehen“ darin bestand, Deutschland vor der englisch-französischen Landungsabsicht in Norwegen zum Frühjahr 1940 gewarnt zu haben. Nach einer erfolgreichen Landung hätten England und Frankreich dann versucht, Deutschland vom nordschwedischen Eisenerz abzuschneiden, womit auch noch Schweden in den Krieg hineingezogen worden wäre. Quislings Warnung dürfte also dazu beigetragen haben, Schweden das Schicksal einer englischen Okkupation erspart zu haben.

Vidkun Quisling wurde am 24. Oktober 1945 in der Festung Akershus, nach der Invasion Norwegens durch englische Besatzungstruppen, erschossen. Grundlage war unter anderem ein 1944 von der norwegischen Exilregierung beschlossenes Gesetz, das die Mitgliedschaft in der Nasjonal Samling unter Strafe stellte. Von dieser Verfolgung waren rund 90.000 Norweger betroffen, etwa 20.000 wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, 25 leitende Nasjonal Samling-Mitglieder, allen voran der Parteiführer, Vidkun Quisling, wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Neben dieser Siegerjustiz fanden aber in der unmittelbaren Nachkriegszeit auch weitere Pogrome statt. Sie richtete sich gegen Menschen, die mutmaßlich enge Kontakte zu Deutschen gehabt hatten. Zu ihnen zählten auch Norwegerinnen, die während des Krieges einen deutschen Freund gehabt hatten und Kinder, die sogenannten Tyskerbarna, bekamen. Außerdem wurden in Norwegen 80 Deutsche verurteilt und 13 hingerichtet.

http://dfiles.eu/files/cd915s0bm

Nazi-Kollaborateure 05 - Dinko Sakic (2010)


Dinko Šakić (* 8. September 1921 in Studenci; † 20. Juli 2008 in Zagreb) wurde 1941 mit 21 Jahren stellvertretender Lagerkommandant des Konzentrationslager Jasenovac. Im April 1944 wurde er Kommandant des Lagers.

Im Jahr 1998 wurde er von Argentinien an Kroatien ausgeliefert. Er wurde im Oktober 1999 vom Zagreber Kreisgericht der Kriegsverbrechen an Zivilisten im Sinne der Anklage für schuldig befunden und zu 20 Jahren Haft verurteilt.

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Nazi-Kollaborateure 04 - Die Legion Wallonie (2010)

 Léon Degrelle

1941 stellte die deutsche Wehrmacht einen Truppenverband in Bataillonsstärke auf, der an der Ostfront unter dem Kommando von Georges Jacobs zum Einsatz kam. Die „Wallonische Legion“ trug zunächst Heeresuniformen mit dem belgischen Wappen auf dem linken Ärmel. Diese verpflichteten sich in der Wehrmacht zunächst für zwei Jahre mit der Option, sich danach weiterzuverpflichten oder die Heimreise anzutreten.

Mit der Vorstellung von einem "Gemeinsamen Europa" schlug Léon Degrelle zunächst Himmler, dann Hitler selbst eine Beteiligung von Wallonen im Rahmen der Wehrmacht vor, unter der Bedingung, dass diese Beteiligung nur im „Osten“, also gegen den Kommunismus zu erfolgen habe.

Mit der Anordnung, sämtliche nichtdeutschen Freiwilligen in die Waffen-SS zu überführen, wurden auch die Reste der an der Ostfront zerschlagenen Wallonischen Legion reorganisiert und – materiell und personell verstärkt – zu einer SS-Sturmbrigade umgebildet. Degrelle wurde zum SS-Sturmbannführer ernannt und übernahm die politische, nicht aber die militärische (das war SS-Obersturmbannführer Lucien Lippert und später SS-Oberführer Karl Burk) Führung der Brigade. Nach verlustreichen Kämpfen wurde die Brigade gegen Kriegsende noch zur 28. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Wallonien” (wallonische Nr. 1) umbenannt, blieb jedoch hinsichtlich der Personalstärke und der Ausrüstung eine Brigade.

Im September 1944 wurde Degrelle Kommandeur der 28. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Wallonien“. Bei Kriegsende entging Degrelle der Gefangennahme durch Flucht nach Spanien. Am 14. Dezember 1945 wurde er in Belgien in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

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Nazi-Kollaborateure 03 - Unter Arajs Kommando (2010)


Viktors Arājs (* 13. Januar 1910 in Baldone bei Riga; † 13. Januar 1988 in Kassel) war ein lettischer Kollaborateur und SS-Offizier.

Viktors Arājs (deutsche Schreibung Viktor Bernhard Arajs, auch Victors Arājs) wurde in Baldone in den Ostseegouvernements geboren, eines Teils des zaristischen Russlands. Der Name "Arājs" bedeutet im Deutschen der Pflüger. Sein Vater war ein lettischer Schmied, seine Mutter entstammte einer vermögenden baltendeutschen Familie. Arājs besuchte das Gymnasium in Mitau, das er 1930 mit dem Abitur verließ, um als Wehrpflichtiger in der lettischen Armee zu dienen. Arājs studierte ab 1932 Jura an der Universität Lettlands in Riga, beendete sein Studium jedoch nicht. Er war Mitglied der elitären Studentenverbindung „Lettonija“, was ihm nach dem Abbruch des Studiums möglicherweise dabei half, eine Anstellung bei der lettischen Polizei zu finden, wo er bis zum Polizei-Leutnant befördert wurde. Unter Gewaltandrohung musste Lettland 1940 der Stationierung von sowjetischen Truppen zustimmen, welche Lettland am 17. Juni 1940 besetzten.

Am 22. Juni 1941 begann der Krieg Deutschlands gegen die Sowjetunion. Nachdem die Rote Armee Riga vor der heranrückenden Wehrmacht verlassen hatte, übernahm Arājs am 1. Juli 1941 eine verlassene Polizeipräfektur in der Waldemarstraße 19. Die bald darauf unter Führung von Walter Stahlecker und Robert Stieglitz eintreffenden Deutschen führten den lettischstämmigen Übersetzer Hans Dressler mit sich, der Arājs noch aus dessen Zeit vom Gymnasium und von der lettischen Armee her kannte. Dank dieser Bekanntschaft erhielt Arājs die besten Empfehlungen gegenüber den deutschen Besatzern und genoss deren Vertrauen.

Ab dem 4. Juli 1941 verließ sich die deutsche Führung auf die „Sicherungsgruppe Arajs“ (in der Literatur meist Kommando Arajs oder Sonderkommando Arajs). In der nationalistischen Zeitung Vaterland (lett. Tēvija) erschien an diesem Tag ein Aufruf "An alle national denkenden Letten, Donnerkreuzler, Studenten, Offiziere, Schutztruppen und Bürger, die bereit sind, aktiv an der Säuberung unseres Landes von schädlichen Elementen teilzunehmen",[5] sich am Sitz der „Sicherungsgruppe“ in der Waldemarstr. 19 zu melden.

Dem Kommando Arajs gehörten bis zu 1.200 Freiwillige an. Arājs wurde 1942 zum Major der Polizei befördert, 1943 dann zum SS-Sturmbannführer. Der Adjutant von Arājs war der ehemalige lettische Pilot Herberts Cukurs.

Nach der Eroberung Lettlands durch die Rote Armee und der Auflösung seines Kommandos absolvierte Arājs 1945 einen militärischen Kurs in Güstrow und war kurzzeitig Bataillonskommandeur in der 15. lettischen SS-Division.

Arājs war bis 1949 in britischen Internierungslagern und arbeitete danach als Militärkraftfahrer für die britische Militärregierung in Delmenhorst. In Deutschland nahm er den Namen Viktor Zeibots an, wobei ihm die lettische Exilregierung in London behilflich war. Er arbeitete in Frankfurt am Main als Hilfsarbeiter in einer Druckerei.

Arājs wurde am 21. Dezember 1979 vom Landgericht Hamburg für schuldig befunden, die im Großen Rigaer Ghetto lebenden Juden am 8. Dezember 1941 im Wald von Rumbula durch Massenerschießung getötet zu haben. Für gemeinschaftlich begangenen Mord an 13.000 Menschen wurde er mit lebenslänglicher Haft bestraft. Arājs verstarb 1988 in Haft in einer Justizvollzugsanstalt in Kassel.

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Nazi-Kollaborateure 02 - Chaim Rumkowski (2010)


Mordechai Chaim Rumkowski (* 27. Februar 1877; † 28. August 1944 oder später im KZ Auschwitz-Birkenau) war während der deutschen Besetzung Polens seit dem 13. Oktober 1939 bis zum 28. August 1944 Vorsitzender des Judenrates im Ghetto Łódź/Litzmannstadt.

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Nazi-Kollaborateure 01 - Pierre Laval (2010)


Nazi-Kollaborateure 01 - Pierre Laval ist die erste Folge der weniger historisch als politisch korrekten Reihe Nazi-Kollaborateure. Die Reihe ist eine Übersetzung der britischen Nazi Collaborators.

Pierre Etienne Laval (* 28. Juni 1883 in Châteldon (Auvergne); † hingerichtet 15. Oktober 1945 in Paris) war ein französischer Politiker.

Laval war französisch-arabischer Herkunft und ließ sich nach seinem Studium der Rechtswissenschaften als erfolgreicher Anwalt in Paris nieder. Zunächst schloß er sich den Sozialisten an, trennte sich aber wieder von ihnen und zog 1919 erstmalig in das Parlament ein. Ab 1923 fungierte er als Bürgermeister von Aubevilliers nahe Paris. Seit 1925 mehrfach Minister wurde er 1931/1932 erstmals Ministerpräsident. 1934 übernahm er das Außenministerium und war 1935/36 abermals Regierungschef. Laval trat für einen Ausgleich mit dem Deutschen Reich ein und vertrat Frankreich bei Verhandlungen des Völkerbundes über die Saarfrage. Laval suchte auch eine Annäherung an Italien und die Sowjetunion bei gleichzeitigem Bündnis mit Großbritannien und konsequenter Aufrüstung. Er bewegte die Nationalversammlung dazu, Marschall Pétain nach Frankreichs Niederlage alle Vollmachten zu übertragen und war 1940 sowie ab 1942 Ministerpräsident der Vichy-Regierung. Nach dem Krieg wurde er wegen Hochverrats und Kollaboration in einem Schauprozeß zum Tode verurteilt, nahm vor der Vollstreckung Gift, wurde wiederbelebt und dann erschossen. Den ihm angebotenen Stuhl lehnte er mit den Worten ab: „Ein Ministerpräsident von Frankreich stirbt aufrecht“. 1948 erschienen in Genf seinen Erinnerungen, herausgegeben von seiner Tochter Gräfin J. de Chambrun.

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Freitag, 5. Juli 2013

Apokalypse in der Steinzeit (2010)


Apokalypse in der Steinzeit zeigt wie die Menschheit angeblich fast ganz ausgerottet wurde.

Vor etwa 67.500 bis 75.500 Jahren ereignete sich dort, wo sich heute auf der Insel Sumatra der Toba-See befindet, ein Vulkanausbruch ungeheuren Ausmaßes. Auf einen Schlag wurde die Energie von einer Teratonne TNT freigesetzt. Die Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt waren dramatisch. Diese Dokumentation zeichnet den Verlauf und die Nachwirkungen der Toba-Katastrophe nach und wagt einen Ausblick in die Zukunft: Was würde ein ähnlich starker Vulkanausbruch in der dicht besiedelten und global vernetzten Welt von heute anrichten?

Übersetzung eines amerikanischen Dokumentarfilms.

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Dienstag, 13. November 2012

Legenden - Gert Fröbe (2010)


Gert Fröbe. Der Mann mit den tausend Gesichtern. Dokumentation, Deutschland, 2010, 45 Min., Buch und Regie: Michael Strauven, Produktion: SWR, Reihe: Legenden, Erstsendung: 16. August 2010.

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Freitag, 31. August 2012

Goethe! (2010)


Goethe! ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Philipp Stölzl aus dem Jahr 2010. Die Produktion basiert auf einem gemeinsamen Drehbuch Stölzls mit den Autoren Alexander Dydyna und Christoph Müller. Die Titelrolle des jungen Johann Wolfgang Goethe übernahm Alexander Fehling; Charlotte Buff und Kestner wurden mit Miriam Stein und Moritz Bleibtreu besetzt. Bis Ende 2011 erreichte Goethe! in Deutschland über 740.000 Kinobesucher.

Der Film spielt im Sommer 1772, in dem sich Goethe in Lotte Buff verliebte – eine Episode seines Lebens, die er anschließend zu seinem Roman Die Leiden des jungen Werthers verarbeitete.

Der Film suggeriert durch echte alte Häuser, Requisiten und Kostüme Authentizität. Er greift viele Details aus Goethes realem Leben auf: Dieser ist tatsächlich in Frankfurt/Main geboren, hat in Straßburg Jura studiert und anschließend als Jurist in Wetzlar gearbeitet. Dort hat er sowohl Charlotte Buff kennengelernt als auch Jerusalem nach einem ersten Kennenlernen in Leipzig wieder getroffen, der sich tatsächlich aus unglücklicher Liebe erschossen hat.

Allerdings vermischt Stölzl den realen Goethe mit der Romanfigur Werther. Vieles in dem Film, etwa auch der Vorname Albert oder der einsetzende Regen, bevor Goethes Liebe zu Charlotte voll entbrennt, erinnert eher an Goethes Roman als an dessen Leben.

Mehrere Elemente des Films sind frei erfunden: Goethe ist in Straßburg nicht durchs Examen gefallen. Er hat sich auch nicht mit Kestner duelliert und wurde demzufolge auch nicht eingesperrt. Goethes Liebe zu Charlotte Buff blieb rein platonisch.

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