Montag, 2. September 2013

Idole der Nazis 01 - Otto Skorzeny. SS Agent für Hitler (2010)



Teil 1 der dreiteiligen Reihe Idole der Nazis ist Otto Skorzeny. SS Agent für Hitler.

Am 12. Juni 1908 wurde Otto Skorzeny in Wien geboren. Er entstammte einer alten Soldatenfamilie der k.u.k. Monarchie. Skorzeny erlebte als Zwölfjähriger den von allen relevanten politischen Kräften Deutschösterreichs, linker wie rechter, gewollten Anschluß Deutschösterreichs an das Deutsche Reich mit (Verfassung vom 23. März 1919). Erst im Oktober 1919 wurde das schon als vereint gesehene Land wieder von den alliierten Siegermächten unter Mißachtung des zuvor von ihnen propagierten „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ zerissen.
Skorzeny prägten die alljährlich auf dem Wiener Heldenplatz stattfindenden Demonstrationen für die Wiedervereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Deutschen Reich, aber auch 1921 die Volksabstimmung in Tirol, bei deren Ausgang 98,8% für einen Anschluß an das Deutsche Reich stimmten.
1926 begann er ein Studium der Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule Wien. Dort wurde er Mitglied der schlagenden „Burschenschaft Markomannia zu Wien“ und holte sich beim akademischen Fechtkampf seine auffälligen „Schmisse“ auf der linken Gesichtshälfte, weshalb er später von den Alliierten „Scarface“ (deutsch: Narbengesicht) genannt wurde. Nach dem Maschinenbaustudium wurde er 1931 Diplomingenieur.
In seiner Freizeit spielte er Fußball und freundete sich mit dem späteren Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger an.
1927 kam es zum sozialistischen Umsturzversuch des Republikanischen Schutzbundes in Wien, an dessen Bekämpfung Skorzeny durch die „Heimatwehr“ des Fürsten Ernst Rüdiger Starhemberg und den „Heimatschutz“ des Majors Emil Fey teilnahm.
Das Verbot selbst eines harmlosen Abkommens über gegenseitige Zollfreiheit zwischen Österreich und dem Deutschen Reich durch die Siegermächte des Ersten Weltkrieges motivierte Skorzeny für seinen Kampf um die Wiedervereinigung beider deutschen Länder.
Skorzeny, der sich als Gerüstbauer durchschlug, lernte im Jahre 1932 Joseph Goebbels kennen, als dieser in Wien eine Propagandarede hielt. Dieser mitreißende Augenblick veranlaßte Skorzeny, der NSDAP beizutreten.
1933 etablierte sich in Österreich eine christlich-autoritäre Diktatur unter Engelbert Dollfuß, der sämtliche Parteien verbot und das Parlament auflöste.
Der Aufstand im Juli 1934 gegen das Dollfuß-Regime hatte keinen Erfolg, obwohl Dollfuß selbst dabei umkam. Skorzeny befand sich zum Zeitpunkte des Aufstands in Italien auf einer Urlaubsreise. Dort lernte er Mussolini kennen. Dabei erfuhr er, daß der Duce fünf italienische Divisionen zum Einmarsch nach Österreich an der Grenze hatte aufmarschieren lassen für den Fall, daß der mit italienischem Geld finanzierte Aufstand gelungen wäre. Für Mussolini zählte das deutsche Österreich bis dahin zu seinem „römischen“ Interessensgebiet.
1935 wurde Skorzeny Mitglied des „Deutschen Turnerbundes“, der 60.000 militärisch geschulte Mitglieder hatte, und wurde dort Zugführer.
Auf Druck des Deutschen Reiches ernannte Bundespräsident Wilhelm Miklas im März 1938 den von Hitler geforderten Arthur Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler. In der Nacht vom 10. auf den 11. März versuchte eine SA-Abteilung den Präsidentenpalast zu stürmen und Bundespräsident Miklas zu entführen, der aber von seiner Garde verteidigt wurde.
Skorzeny verhinderte durch sein Einschreiten als Zivilist ein Massaker. Seyß-Inquart bedankte sich persönlich bei Skorzeny.
Skorzeny machte nach dem Anschluß Österreichs einen selbst finanzierten Pilotenschein. Beruflich stieg er zum Teilhaber einer Gerüstebaufirma auf. Zu seinem Freundeskreise zählen Ingenieur Ferdinand Porsche und Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, dessen Tochter er in zweiter Ehe heiratete.

Skorzeny bewarb sich 1940 als Pilot bei der Luftwaffe, die ihn wegen seines zu hohen Alters von 31 Jahren ablehnte. Danach versuchte er es bei der Waffen-SS, die ihn als Ingenieur in einer Kfz-Instandsetzungskompanie einsetzte.
Den Westfeldzug durchlebte er in den Reihen des SS-Regimentes Germania. Am 30. Januar 1941 folgte seine Beförderung zum SS-Untersturmführer. Nachdem er im April 1941 in Serbien miteingerückt war, nahm er in den Reihen der SS-Division „Das Reich“ am Ostfeldzug teil. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und kämpfte ostwärts von Kiew gegen eingeschlossene sowjetische Verbände. Danach stieß er mit seiner Division bis nach Moskau vor.
Im November 1941 wurde Skorzeny durch Stalinorgel-Raketen am Kopf verwundet, zog sich im Lazarett außerdem die Ruhr zu und litt an Gallenkoliken.
Skorzeny wurde 1942 nach seiner Entlassung aus einem Wiener Lazarett nur noch „GvH“ geschrieben und zu einer Wachsoldateneinheit der „Leibstandarte Adolf Hitler“ nach Berlin versetzt. Der Dienst langweilte ihn dort, deshalb meldete sich Skorzeny zur Panzerwaffe. Vor seinem Fronteinsatz bei der SS-Division „Totenkopf“ erlitt Skorzeny einen Ruhrrückfall und wurde erneut zur Reserve der LAH nach Berlin zurückversetzt.
Im April 1943 bot man Skorzeny eine neue Verwendung: Für den Sonderlehrgang „Oranienburg“ der Waffen-SS wurde ein neuer Chef gesucht, der gleichzeitig in Friedenthal bei Oranienburg eine Schule für den Agenteneinsatz hinter den feindlichen Linien aufbauen sollte. Skorzeny übernahm beide Aufgaben und wurde als SS-Obersturmführer der Reserve beim Amt VI, SD-Ausland (Auslandsnachrichtendienst) des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) kommandiert. Zusammen mit seinem Adjutanten, SS-Obersturmführer Karl Radl, zog er geeignete Soldaten für die neue Einheit heran und studierte gründlich alle Berichte über Ausbildung und Einsatz von Kommandotruppen. Zu den Aufgaben der Kommandotruppe gehörten Infanterie- und Pionierausbildung, der Umgang mit Granatwerfern, leichten Geschützen und Panzern, Fahrerausbildung an Motorrad, Auto, Motorboot und Lokomotive sowie Sport und Reitunterricht.
Danach wurde zum SS-Hauptsturmführer (Hauptmann) d. R. befördert. Viele der von ihm geplanten Operationen sahen die verantwortlichen Vorgesetzten als „zu riskant“ an und lehnten sie ab. Er bezeichnete sie selbst als „Einsätze, die Wunschträume blieben“ - von denen jeder einzelne im Erfolgsfall den Krieg hätte entscheiden können.

Am 25. Juli 1943 wurde Benito Mussolini durch ein Komplott, das von hohen Funktionären der faschistischen Partei vorbereitet worden war, abgesetzt, verhaftet und an einem unbekannten Ort untergebracht. Skorzeny wurde daraufhin, zusammen mit fünf anderen Offizieren, ins Führerhauptquartier befohlen.
Adolf Hitler wählte ihn für eine Aufgabe aus, die er ihm unter vier Augen erläuterte. Er sei davon überzeugt, daß Italien unter einer - vom König eingesetzten neuen Regierung - bald aus dem Kriege ausscheiden und den Duce an die Alliierten ausliefern werde.
Skorzenys Aufgabe sei es gewesen, den Aufenthaltsort Mussolinis ausfindig zu machen und ihn aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Der Einsatz sollte mit größter Geheimhaltung vorbereitet und durchgeführt werden. Nach Rücksprache mit General Student gab Skorzeny vom Führerhauptquartier aus seine Weisungen für die Bildung einer Einsatzgruppe nach Berlin durch. Bis zum nächsten Morgen mußten etwa 40 Mann mit Tropenuniformen, Zivilanzügen, Waffen, Sprengstoff, Funkgeräten, Fallschirmen und neuen Soldbüchern versehen werden, um in Italien die Anwesenheit von Angehörigen der Waffen-SS zu verbergen.
Es war vor allem das Verdienst des Polizeiattachés an der deutschen Botschaft in Rom, des SS-Sturmbannführers Herbert Kappler, daß die häufig wechselnden Aufenthaltsorte Mussolinis ermittelt werden konnten. Einer der Aufenthaltsorte, an denen Mussolini schwer bewacht wurde, war die nördlich von Sardinien gelegene Seefestung Maddalena. Skorzeny traf Vorkehrungen, Mussolini durch den Handstreich von Soldaten, die durch Schnellboote auf die Insel gebracht werden und die italienischen Wachen überwältigen sollten, zu befreien.
Die Aktion, die am 28. August 1943 durchgeführt werden sollte, mußte jedoch gestoppt werden, nachdem bekannt geworden war, daß man Mussolini unmittelbar vorher weggebracht hatte. Die neue italienische Regierung war also über die geplante Aktion auf Maddalena scheinbar unterrichtet und konnte deshalb Mussolini im letzten Augenblick von der Insel bringen lassen. Später stellte sich heraus, daß der Abwehr-Chef und später als Hoch- und Landesverräter entlarvte Admiral Canaris auch diese Aktion verraten hatte.
Glücklicherweise konnte der neue Aufenthaltsort Mussolinis schnell festgestellt werden. Es handelte sich um das Sporthotel am Gran Sasso im Abruzzen-Gebirge - in etwa 2.000 Metern Höhe. Skorzeny und Radl überflogen am 8. September 1943 das Gebiet und machten Aufnahmen vom Gran Sasso. Kurz darauf konnte auch die Entwaffnung der Italiener durch die deutschen Truppen durchgeführt werden. Da nach der Kapitulation der italienischen Armee die Auslieferung Mussolinis an die Alliierten zu erwarten war, mußte dessen Befreiung in höchster Eile versucht werden. Ein Einsatz gegen das Hotel war nur durch eine Luftlandeoperation mit Lastenseglern möglich.
Der 1,96 m große SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny mit Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und Stahlhelm als Kommandeur des SS-Sonderverbands z. b. V. „Friedenthal“
Kurzfristig wurden aus Südfrankreich zwölf solcher Fluggeräte nach Italien befohlen. In ihnen konnten außer dem Piloten noch neun Mann untergebracht werden. Als Landeplatz legte Skorzeny eine Wiese in der Nähe des Hotels fest. Gleichzeitig sollte ein Fallschirmjäger-Bataillon im Tal die Bodenstation einer Seilbahn, welche zum Hotel führte, besetzen. Karl Radl machte noch den Vorschlag, den Carabinierigeneral Soleti mitzunehmen, der den italienischen Wachmannschaften gut bekannt war, um durch ihn den Befehl erteilen zu lassen, nicht auf die deutschen Soldaten zu schießen. Am 12. September 1943 kam es zum Start. General Student verabschiedete 17 Männer der Waffen-SS und 90 Fallschirmjäger am Flugplatz Pratica di mare. Einmal über dem Landegebiet erkannte Skorzeny jedoch, daß die von ihm als Wiese angesehene Fläche irrtümlicherweise ein Skisprunghügel war. Eine Landung war dort also nicht möglich. Skorzeny befahl nun dem Piloten, in einer Art abgefangenem Sturzflug möglichst nahe am Hotel zu landen. Sein Segler kam etwa 15 Meter vor dem Gebäude zum Stillstand.
Skorzeny, die Männer seines Flugzeuges und der Carabinierigeneral Soleti rannten auf das Hotel zu. Karl Radl, dessen Segler unmittelbar hinter dem von Skorzeny landete, hat diesen Moment in seinem Buch „Befreier fallen vom Himmel“ beschrieben:
 „Skorzeny nimmt seine Männer, sie laufen auf das Hotel zu. Da, ein italienischer Posten. General Soleti ruft ihn an: ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ Der Posten wird stehen gelassen, weiter auf das Hotel zu. Eine Tür fliegt auf. Das ist der Funkraum. Ein italienischer Soldat am Funkgerät. Er fliegt mit einem Ruck vom Stuhl. Ein, zwei Kolbenschläge mit der Maschinenpistole, und das Funkgerät ist unbrauchbar. Das wäre geschafft. Um Hilfe können die nicht mehr rufen. Doch keine Tür führt aus dem Kellerraum. Zurück, hinaus. Es geht um die Ecke am Vorbau. Wieder ein Posten. ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ ruft der General. Und auch dieser Posten schießt nicht. Da, eine zwei Meter hohe Betonmauer. Skorzeny steigt über die Schulter eines Mannes hinauf. Tritt ihn halb zusammen dabei. Der hilft den anderen aber auch noch hinauf. Sie stehen auf der Terrasse vor der Hausfront, wollen auf den Haupteingang zu, da fängt sich eben die 3, das ist mein Flugzeug, an der Fallschirmbremse in die Waagerechte vom Sturz auf, es ist vielleicht eine Minute vergangen. Alles zählt nur noch nach Sekunden. Meine Maschine schlägt auf, hebt sich nochmals, wird noch 50 Meter hinausgeschleudert und landet, zirka 100 Meter vor dem Hotel. Und schon eilen wir dem Chef zu Hilfe. Der sieht eben auch den Duce am Fenster. ‚Duce, treten Sie vom Fenster zurück, weg vom Fenster!’ ruft Skorzeny, er befürchtet doch noch das Entstehen einer Schießerei, und da kann leicht ein Unglück geschehen. Wir dringen weiter auf das Hotel vor… Noch bevor ich den Eingang erreiche, sind Skorzeny und Schwerdt eingedrungen, haben sich ohne Waffengebrauch einen Weg durch die Carabinieri gebahnt. Die sind völlig fassungslos und wollen aus dem Hotel heraus. Sie haben offenbar gerade Mittagsruhe gehalten. Zum Teil haben sie ihre Maschinenpistolen dabei, zum Teil sind sie ohne Waffen. Sie sehen ihren General, den viele kennen, und keiner schießt. Skorzeny und Schwerdt rasen eine Treppe in dem seinem Inneren nach vollkommen unbekannten Hotel hoch. Skorzeny reißt eine Tür auf im ersten Stock. Es ist die richtige. Drinnen steht Mussolini. Bei ihm sind zwei Offiziere und ein Mann in Zivil. Sie fliegen im Bogen heraus. Dann sind sie allein. Da erscheinen auch schon die Unteroffiziere Gföller und Gläsner in der Tür. Und als ich selbst durch die offene Tür trete, meldet Skorzeny gerade: ‚Duce, der Führer schickt uns, Sie zu befreien!’ Mussolini ist sehr bewegt. Er antwortet nur: ‚Ich wusste, daß mich der Führer nicht im Stich lassen würde.’ Drückt Skorzeny die Hand, umarmt ihn, küsst ihn auf die Wange, dasselbe geschieht mir, Schwerdt und Warger.“
Der italienische Kommandant des Hotels kapitulierte und wenig später konnte ein Fieseler Storch landen, der Mussolini und Skorzeny vom Gran Sasso zu einem Flugplatz brachte, von wo aus sie nach Wien flogen. Dort erhielt Skorzeny folgenden Anruf von Adolf Hitler:
 „Skorzeny, Sie haben eine militärische Tat glücklich zu Ende geführt, die in die Geschichte eingehen wird. Mir haben Sie meinen Freund Mussolini wiedergegeben. Ich habe Ihnen das Ritterkreuz verliehen und sie zum SS-Sturmbannführer befördert. Ich möchte Ihnen meine Glückwünsche aussprechen.“

Skorzeny war in den folgenden Monaten mit der Verstärkung seiner Kommandotruppen und der Entwicklung neuer Waffen für ihre Einsätze voll ausgelastet. Aus seinem Sonderverband z.b.V. Friedenthal entstand der Jagdverband Mitte mit fünf Bataillonen, einem Lehrbataillon und anderen Einheiten. Durch Zufall mußte er am 20. Juli 1944 wieder eine unvorhergesehene Aufgabe übernehmen. An diesem Tag brachte Oberst Stauffenberg während einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier eine Sprengladung zur Explosion, die Adolf Hitler und seine engeren Mitarbeiter töten sollte. Nach der Ausschaltung des Führers sollte das Ersatzheer die Macht übernehmen. Das Attentat schlug aber fehl und Adolf Hitler wurde nur leicht verwundet. Skorzeny hatte am 20. Juli 1944 gerade einen Zug von Berlin nach Wien bestiegen, als er erfuhr, daß von den Verschwörern alarmierte Truppen auf Berlin vorrückten. Skorzeny rückte mit einer Kompanie seiner Soldaten gegen den Sitz des Befehlshabers des Ersatzheeres vor, in dem die Verschwörer jedoch schon von Offizieren des Heeres festgenommen und einige von ihnen erschossen worden waren. Der Befehlshaber des Ersatzheeres war inzwischen befreit, jedoch seines Postens enthoben worden. Skorzeny veranlaßte daraufhin die Offiziere, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, wärend er dafür sorgte, daß die für Rüstung, Nachschub und Ersatz zuständige Dienststelle des Heeres ihre Aufgaben wieder erfüllte.

Im September 1944 erteilte der Führer Skorzeny und Adrian Baron von Fölkersam einen neuen Auftrag. Der ungarische Reichsverweser Horthy hatte sowohl mit den West-Alliierten, als auch mit den Sowjets Fühlung aufgenommen und bereitete die Kapitulation seines Landes vor.
Skorzeny sollte diesen Abfall verhindern. Er versammelte seine Einheiten im Raum Wien, veranlaßte ihre Ausrüstung mit neuem Material und Fahrzeugen und begab sich in Zivil zur Erkundung nach Budapest. Fünf Wochen lang orientierte er sich über die örtlichen Verhältnisse. Es stellte sich heraus, daß als Beauftragter Horthys dessen Sohn Niklas über den jugoslawischen Partisanenführer Tito mit den Sowjets Kontakt aufgenommen hatte und die Waffenstillstandsverhandlungen vorbereitete. Am 15. Oktober 1944 wurde Niklas Horthy bei einem mit Titos Beauftragten geplanten Zusammentreffen von SS-Männern festgenommen, das Unternehmen „Panzerfaust“ hatte begonnen. Wenige Stunden später verkündete der ungarische Rundfunk, daß Horthy mit den Sowjets einen Waffenstillstand abgeschlossen habe.
Skorzeny befahl daraufhin für die Morgenstunden des 16. Oktober 1944 die Besetzung der Budapester Burg, in der Horthy seinen Amtssitz hatte. Um Mitternacht umzingelte ein Teil seiner Truppen den Burgberg, den anderen stellte Skorzeny zu einer Marschkolonne zusammen, mit der er bis zur Burg vorrücken und so den Eindruck erwecken wollte, es handle sich um eine vereinbarte Maßnahme. Der Plan gelang; die aufgestellten Pak-Geschütze der Ungarn feuerten nicht und schließlich kapitulierte der ungarische General. Am nächsten Tag wurde die ungarische Armee auf eine neue Regierung vereidigt, die den Kampf gegen die Sowjets an deutscher Seite fortsetzte. Eine große Gefahr für die deutschen Truppen war somit durch Skorzeny und seine Männer beseitigt worden. Als Skorzeny dem Führer seinen Einsatz in Budapest schilderte, sagte der zu ihm:
 „Das haben Sie gut gemacht, lieber Skorzeny. Ich habe Sie mit Wirkung vom 16. Oktober 1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert und Ihnen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.“ Daraufhin machte er Skorzeny mit seiner nächsten Aufgabe vertraut.

Im Westen war der Vorstoß der Engländer und Amerikaner an der Reichsgrenze zum Stehen gebracht worden. Der Führer plante eine neue Offensive, die aus dem Raum zwischen Aachen und Luxemburg durch die Ardennen bis an die Kanalküste führen und danach die feindlichen Kräfte nördlich der Linie Bastnach – Brüssel – Antwerpen vernichten sowie Antwerpen als Nachschubhafen der Alliierten ausschalten sollte. Skorzeny wurde im Rahmen der Operation Greif die Aufgabe übertragen, durch Soldaten in englischer und amerikanischer Uniform die Maasbrücken zwischen Lüttich und Namur in Besitz zu nehmen und sie bis zum Eintreffen der regulären Truppen vor Sprengungen zu schützen. Außerdem sollten kleine Kommandos in feindlicher Uniform hinter den amerikanischen Linien falsche Befehle erteilen, Nachrichtenverbindungen stören, alliierte Truppen irreleiten und in ihren Reihen Verwirrung stiften. Dieser Einsatz war bestimmt wirkungsvoll. Bald liefen brauchbare Nachrichten über die Situation hinter den feindlichen Linien ein . Der Führer einer Gruppe schickte zum Beispiel ein amerikanisches Panzerregiment in eine falsche Richtung, ließ Fernsprechleitungen zerstören und Wegweiser der amerikanischen Truppen entfernen. Noch größer als diese Wirkung waren aber Konfusion und Spionagehysterie, die nun hinter den amerikanischen Linien ausbrachen.

Nach dem Zusammenbruch der Ostfront erhielt Skorzeny den Befehl, mit seinen SS-Jagdverbänden, Friedenthaler (als Teil des SS-Jagdverbandes „Mitte“) und dem SS-Fallschirmjägerbataillon 500 (inzwischen zum SS-Fallschirmjägerbataillon 600 Umbenannt) ostwärts der Oder um Schwedt einen Brückenkopf zu bilden und zu halten, der für spätere Offensiven gegen die Rote Armee gedacht war. Skorzeny sicherte das Gebiet wie befohlen, sammelte zurückgehende deutsche Soldaten und SS-Freiwillige des fehlgeschlagenen Unternehmens Sonnenwende und füllte mit ihnen seine vier Bataillone auf, die den Grundstock der Division Schwedt (Kampfgruppe/Sperrverband Skorzeny) bildeten. Er konnte auch zahlreiche Flüchtlinge sicher über die Oder bringen.
Am 28. Februar 1945 sagte ihm der Führer:
 „Skorzeny, ich muß Ihnen danken für Ihre Leistungen an der Oderfront. Ihr Brückenkopf war lange Tage der einzige Lichtblick. Ich habe Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und werde es Ihnen in einigen Tagen aushändigen. Dann müssen Sie mir über Ihre Erfahrungen berichten.“
Bei Kriegsende geriet Skorzeny, am 20. April 1945 noch zum SS-Standartenführer der Reserve befördert, in der Nähe von Salzburg in VS-amerikanische Gefangenschaft. Skorzeny und die Reste seiner Jagdverbände hatten noch bis zum 20. Mai 1945 in der Alpenfestung ausgehalten.
Skorzeny sagte in einem Gespräch von 1953, daß er mit hundert zuverlässigen Männern und zwei Hubschraubern auch die Gefangenen aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis leicht hätte befreien können.

Im Jahre 1947 wurde er (gemeinsam mit Karl Radl und acht anderen) in Dachau wegen des Einsatzes von Soldaten in feindlicher Uniform im Zuge des Unternehmens „Greif“ angeklagt, jedoch freigesprochen. Bis zum Juli 1948 wartete er im Arbeitslager Darmstadt auf sein sogenanntes Entnazifizierungsverfahren, das aber immer wieder verschoben wurde, um Skorzeny lange in Haft zu behalten. Deshalb wählte er von sich aus am 27. Juli 1948 den Weg in die Freiheit. Er blieb noch zwei Jahre lang in Deutschland und Frankreich und ging 1951 nach Spanien, wo er sehr erfolgreich als Ingenieur tätig war. Auch hat er geholfen, einen ägyptischen Geheimdienst mit dem Namen Moukhabarat zu formieren. Ein schweres und unheilbares Lungenleiden führte ihn 1975 zur ärztlichen Behandlung nach Heidelberg. Dort waren die letzten Besucher vor seiner Rückkehr nach Spanien, acht Tage vor seinem Tod, Hans Ulrich Rudel und Waldemar Schütz. Otto Skorzeny berichtete ihnen bei dieser Gelegenheit von seinem Besuch im Führerhauptquartier im Herbst 1944, als der Führer erkrankt war und ihn an seinem Bett empfing. Der Führer sagte ihm an diesem Tag, er habe die Atombombe deshalb nicht bauen lassen, weil er nicht die Verantwortung dafür übernehmen wollte, daß die Menschheit durch ein solches „Teufelswerk“ vernichtet werde. Am 5. Juli 1975 starb Otto Skorzeny in Madrid. Seine Urne wurde in Wien beigesetzt.

http://dfiles.eu/files/stfqzdt7j

Sonntag, 1. September 2013

Der Hofrat Geiger (1947)

Maria Andergast, Hans Moser, Paul Hörbiger

Der Hofrat Geiger ist ein Film von Hans Wolff von 1947 nach dem gleichnamigen musikalischen Lustspiel von Martin Costa. Die Uraufführung des Theaterstücks fand 1942 in Prag statt.

Handlung:

Hofrat Geiger und sein Faktotum Ferdinand Lechner, als Ministerialbeamte im Jahr 1938 pensioniert, leben sehr zurückgezogen. Um dem Hofrat das Pensionistendasein zu erleichtern, redet ihm Lechner ein, dass dessen Nachfolger sich in der Materie nicht gut auskennt und ihn um Rat bittet. Zu diesem Zweck „borgt“ sich Lechner alte Akten, die der Hofrat bearbeitet. Aus einem dieser alten Akten erfährt Geiger, dass er mit Marianne Mühlhuber, die er im Sommer 1929 in Spitz an der Donau kennenlernte, eine Tochter hat.

In Spitz fristet Marianne Mühlhuber ein tristes Dasein als Wirtschafterin des heruntergekommen Gasthauses „Blaue Gans“, in die sie der alte Windischgruber seinerseits mit ihrem unehelichen Kind auf Kost und Quartier aufgenommen hat. Die Gäste bleiben aus, die Schulden drücken. Marianne wird von Matthias Pfüller, Bürgermeister, Fleischhauer und Inhaber des „Goldenen Ochsen“ heftig umworben. Ihre Tochter, Mariandl, 17, ist unsterblich in den Hausdiener Hans verliebt. Da Hans „nix ist und nix kann“ und um zu verhindern, dass auch ihre Tochter ein uneheliches Kind zur Welt bringt, versucht die Mutter vergeblich, diese Liebe zu unterbinden...

Altersfreigabe FSK 12

Stab:

Regie Hans Wolff
Drehbuch Hans Wolff, Martin Costa (Buchvorlage)
Produktion Willi Forst-Film
Musik Hans Lang
Kamera Rudolf Icsey, Ladislaus Szemte

Besetzung:

 Paul Hörbiger: Franz Geiger
 Hans Moser: Ferdinand Lechner
 Maria Andergast: Marianne Mühlhuber
 Waltraut Haas: Mariandl
 Hermann Erhardt: Matthias Pfüller
 Louis Soldan: Hans
 Josef Egger: der alte Windischgruber

Der Film spielt, obwohl das gleichnamige Theaterstück 1942 entstand, im Jahre 1947, also zwei Jahre nach Kriegsende, zur Zeit der Besatzung und Lebensmittelrationen. Im Vorspann heißt es: Dieser Film spielt im heutigen Österreich, das arm ist und voller Sorge. Doch - haben Sie keine Angst - davon zeigt er Ihnen wenig. Er geht an der Zeit nicht vorbei, er erzählt nur, dass vieles - wenn man will - auch eine heitere Seite haben kann.

 Anschluss 1938: Hofrat Geiger wurde beim Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland so wie andere missliebige Beamte aus seinem Amt entfernt.
 Wiedergutmachung: Geiger will „gutmachen“, was er angestellt hat. Marianne „kann das Wort schon nicht mehr hören“. Auch für Marianne sind die schweren Zeiten mit dem unehelichen Kind nicht einfach durch eine Heirat und finanzielle Sicherheit gutzumachen.
 Tauschgeschäfte: wie in der rauen Wirklichkeit, in der manche Städter ihren Familienschmuck für Schmalz und Milch hingeben mussten, hatte auch Lechner Probleme, die Eier für Geigers Gabelfrühstück zu bekommen.
 Endlose Schlangen vor den Ämtern: ein sich über ein ganzes Jahr hinziehender Amtsweg war auch in der Realität eher die Regel als die Ausnahme.
 Geschlossene Ämter wegen Strom- und/oder Kohlenmangel: ein Abbild der Zeit.
 Dorfkaiser: Pfüller ist der Prototyp des allmächtigen Dorfkaisers, Bürgermeister, Fleischhauer, Gastwirt und Weinbauer, der sich alles erlaubt und seine Machtstellung weidlich ausnützt.

Der Hofrat Geiger war mit der außergewöhnlich hohen Besucherzahl von 2.548.000 bis zum 30. April 1951 der wirtschaftlich erfolgreichste Film der Nachkriegsjahre. Für die Rolle der Marianne Mühlhuber war ursprünglich Christl Mardayn vorgesehen. Für die Film-Debütantin Waltraut Haas bedeutete der Film den Durchbruch zu einer erfolgreichen Karriere. Sie war auf Betreiben von Regisseur Hans Wolff ausgewählt worden und dabei unter anderem der damals allerdings noch wenig bekannten Maria Schell vorgezogen worden. Ihre Gage betrug 1500 Schilling. Das im Film mehrmals intonierte Lied Mariandl war in der Interpretation von Maria Andergast und Hans Lang bereits der erfolgreichste Schlager des Jahres 1947 überhaupt. Der Text dieses Liedes mit dem Reim von „Wachauer Landl“ auf „Mariandl“ stammte von Kurt Nachmann.

http://dfiles.eu/files/9cba8wlbr

Freitag, 23. August 2013

Donnerstag, 15. August 2013

Anastasia, die letzte Zarentochter (1956)

Dorothea Wiecks, Lilli Palmer

Anastasia, die letzte Zarentochter ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1956. Er entstand unter der Regie von Falk Harnack und handelt von einer Unbekannten, die im Jahr 1920 in Berlin aus dem Landwehrkanal gezogen wurde und für die russische Zarentochter Anastasia Nikolajewna Romanowa gehalten wurde.

Handlung:

Im Jahr 1920 springt in Berlin eine unbekannte Frau in den Landwehrkanal. Im Krankenhaus weigert sie sich, Namen und Herkunft mitzuteilen. Der behandelnde Arzt stellt im Kopfbereich Narben fest, die möglicherweise von Schlag- und Schussverletzungen stammen, sowie deformierte Füße.

Fräulein Peuthert, die sich zur Untersuchung vorübergehend in der Klinik aufhält, erkennt in ihr die Zarentochter Anastasia wieder und informiert umgehend einige russische Adelige. Baronesse Frau von Pleskau kann die Identität der Unbekannten jedoch nicht bestätigen. Kammerdiener Wolkow jedoch erkennt Anastasia, da diese Einzelheiten über die Zarenfamilie weiß und auch ihn wiedererkennt...

Altersfreigabe     FSK 12

Stab:

Regie     Falk Harnack
Drehbuch     Herbert Reinecker
Produktion     Günter Matern
Musik     Herbert Trantow
Kamera     Friedl Behn-Grund
Schnitt     Kurt Zeunert

Besetzung:

    Lilli Palmer: Die Unbekannte
    Ivan Desny: Cleb Botkin
    Rudolf Fernau: Serge Botkin
    Tilla Durieux: Zarenmutter
    Dorothea Wieck: Großfürstin Olga Romanow
    Ellen Schwiers: Prinzessin Katharina
    Käthe Braun: Frau von Rathleff-Keilmann
    Margot Hielscher: Kronprinzessin Cäcilie
    Otto Graf: Herzog von Leuchtenberg
    Franziska Kinz: Herzogin von Leuchtenberg
    Hans Krull: Friedrich Ernst, Prinz von Sachsen-Altenburg
    Adelheid Seeck: Prinzessin Irene von Preußen
    Fritz Tillmann: Baron von Pleskau
    Alice Treff: Baronesse von Seekendorf
    Erik von Loewis: Baron Valepp
    Susanne von Almassy: Frau Stevens
    Eva Bubat: Gertrud Schanzkowsky
    Berta Drews: Fräulein Peuthert
    Maria Sebaldt: Leichtes Mädchen
    Reinhold Bernt: Landpolizist
    Paul Bildt: Wolkow
    Emmy Burg: Pflegerin Schwarzkopf
    Peter Carsten: Soldat Tschaikowski
    Erika Dannhoff: Frau von Pleskau
    Fritz Eberth: Jurowski
    Kurt Heintel: Kotow
    Lucie Höflich: Frau Bäumle
    Karl Klüsner: Dr. Kersten
    Reinhard Kolldehoff: Fichte
    Stanislav Ledinek: Woroneff
    Robert Meyn: Deutscher Rechtsanwalt
    Marina Ried: Doris Wingender
    Traute Rose: Aufwartefrau
    Edgar Ott: Förster

Mittlerweile haben DNA-Tests bestätigt, dass "Anastasia" die polnische Fabrikarbeiterin Franziska Schanzkowska war, ihr Name wurde im Film schon erwähnt.

Uraufführung war 27. September 1956.

http://dfiles.eu/files/au8449pyd

Mittwoch, 14. August 2013

Rudi Dutschke (2002)


Rudi Dutschke ist ein Dokumentarfilm aus der Reihe Deutsche Lebensläufe.

Alfred Willi Rudi Dutschke, Rufname Rudi (* 7. März 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde; † 24. Dezember 1979 in Arenhusen, Dänemark) war der bekannteste Wortführer der in der BRD- und West-Berlin agierenden Studentenbewegung der 1960er Jahre.

Von einigen Massenmedien zur Kultfigur des Protestes gegen das »Establishment« hochgejubelt, fiel er 1969 dem Attentat eines aufgehetzten Geisteskranken zum Opfer. Während um die vielen z. T. Schwerverletzten als Folge der von Dutschke inszenierten »Demos« kaum Aufhebens gemacht wurde, erregte das Attentat des Irren weltweite Empörung. Nach langwieriger Behandlung setzte sich Dutschke nach London ab. Von dort mußte er wegen des Vorwurfs »subversiver Tätigkeit« verschwinden. Schließlich nahmen ihn die Sozialisten Dänemarks als Lehrbeauftragten in Arenhusen auf. In seinen späteren Schriften gibt es Ansatzpunkte zu einem linken Patriotismus, einem deutschen Sozialismus ohne Moskauer Bevormundung. Zuletzt hoffte er auf einen Durchbruch der (neomarxistischen) Grünen.

http://dfiles.eu/files/164cbp8oj

Sonntag, 11. August 2013

Ave Maria (1953)


Ave Maria ist ein deutsches Melodram von Alfred Braun aus dem Jahr 1953.

Handlung:

Die berühmte Konzertsängerin Karin Twerdy kehrt nach Jahren der Abwesenheit zu ihrer Tochter Daniela zurück. Die hatte sie als Kind in eine Klosterschule gegeben, wo aus Daniela inzwischen eine junge Frau geworden ist. Mit dem Gesang des Liedes Ave Maria in der Kirche lenkt Karin nicht nur Danielas Aufmerksamkeit auf sich, sondern auch die des reichen Industriellen Dietrich Gontard. Sein Sohn Thomas und Daniela sind ein Paar und Dietrich wiederum könnte sich eine Beziehung zu Karin vorstellen. Was er nicht weiß ist, dass Karin schon seit längerem keine Konzertreisen mehr unternimmt, sondern sich ihr Geld unter dem Namen Marita Talland als Sängerin in einem eigenen Nachtlokal in Hamburg verdient. Nun will sie das Lokal verkaufen, um ihr Leben neu zu beginnen.

Sie bricht ihren Urlaub bei Dietrich ab und geht nach Hamburg, um den Verkauf zu regeln. Der Käufer jedoch hält sie hin und so tritt sie an einem Abend entgegen ihrer Vorsätze noch einmal persönlich auf, um das Lokal voll zu kriegen und den Käufer zu einem schnelleren Kauf zu bewegen. Zufällig besucht Dietrich das Lokal und sieht sie als Verführerin auf der Bühne...

Altersfreigabe     FSK 12

Stab:

Regie     Alfred Braun
Drehbuch     Wolf Neumeister, Hans Wendel
Produktion     Ilse Kubaschewski für Divina-Film
Musik     Franz Grothe
Kamera     Werner Krien
Schnitt     Erwin Marno

Besetzung:

    Zarah Leander: Sängerin Karin Twerdy
    Hans Stüwe: Industrieller Dietrich Gontard
    Marianne Hold: Tochter Daniela Twerdy
    Hilde Körber: Schwester Benedikta
    Carl Wery: Dr. Melartin
    Ingrid Pan: Christa Gontard
    Hans Henn: Thomas Gontard
    Hedwig Wangel: Die Oberin
    Charlotte Scheier-Herold: Schwester Luitgard
    Bertha Picard: Schwester Ursula
    Ernst Stahl-Nachbaur: Justizrat Dr. Rieser
    Josef Sieber: Artist Conny
    Hans Stiebner: Hanke
    Berta Drews: Kerstin Melartin
    Elisabeth Wendt: Lisa Nilsson
    Etta Braun: Selma
    Zita Uhl: Schwester Beata
    Ingeborg von Freyberg: Schwester Gundula

Ave Maria wurde bis Mai 1953 am Starnberger See, im Hamburger Hafen und in Finnland gedreht. Die Uraufführung erfolgte am 8. September 1953 in Wattenscheid.

Obwohl Zarah Leander nach Ave Maria weitere Filme drehte, gilt dieser Film gemeinhin als Ende der eigentlichen Filmkarriere Leanders und „typisches Leander-Melodram“. Sie singt im Film die Schlager Ich kenn’ den Jimmy aus Havanna, Wenn die wilden Rosen blüh’n, Wart’ nicht auf die große Liebe sowie das Ave Maria.

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Donnerstag, 8. August 2013

Richard Sorge - Spion aus Leidenschaft (2003)


Richard Sorge – Spion aus Leidenschaft ist ein deutsch-japanischer Film über Richard Sorge, ein sowjetischer Kommunist.

Handlung:

Im Oktober 1941 werden in Tokio zwei Männer verhaftet: der deutsche Korrespondent Dr. Richard Sorge und der japanische Journalist Hotsumi Ozaki. Unter Androhung der Todesstrafe bezichtigt man sie der Spionage für die Sowjetunion. Auf Grund der Beweislast des unter Folter erpressten Geständnisses seines Freundes Ozaki bleibt auch Sorge keine andere Wahl als zu gestehen. Während Ozaki sich nicht als Spion sieht, bekennt sich Sorge zur Anklage. Ozakis Motiv war die Verwirklichung seines Traums – die Befreiung der asiatischen Völker vom Kolonialismus ausländischer Großmächte. Richard Sorge dagegen hatten die Kriegserlebnisse als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg zum Kommunisten werden lassen. Für diese Ideologie ist er Spion aus Leidenschaft. Einig aber sind sich beide Männer in dem Glauben, die Welt verbessern zu können.

Rückblickend erinnern sich die Inhaftierten an ihr gemeinsames Wirken im Laufe der vergangenen zwölf Jahre...

Regie    Masahiro Shinoda  
Drehbuch    Robert Mundy, Masahiro Shinoda

Darsteller:

Richard Sorge    Iain Glen   
Hotsumi Ozaki    Masahiro Motoki   
Eugen Ott    Ulrich Mühe   
Helma Ott    Karen Friesicke   
Staatsanwalt Yoshikawa    Kippei Shiina   
Agnes Smedley    Mia Yoo   
Max Clausen    Wolfgang Zechmayer   
Branco Vukelic    Armin Marewski   
Katja    Catherine H. Flemming   
Hanako Miyake    Riona Hazuki   

Deutsche Fernsehfassung.

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Dienstag, 6. August 2013

Kanzler 6 - Helmut Kohl. Der Patriot (1999)


Nach dem Bruch der von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführten sozial-liberalen Koalition am 17. September 1982 infolge schwerwiegender Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik nahmen FDP und CDU/CSU am 20. September 1982 Koalitionsgespräche auf. Anlass für den Bruch war u. a. ein Strategiepapier der FDP, das von Otto Graf Lambsdorff ausgearbeitet worden war und neoliberale Positionen zur Reform des Arbeitsmarkts enthielt. Kohl verwendete in Folge den Begriff der Geistig-moralischen Wende.

Kohl wurde für das Amt des Bundeskanzlers nominiert und am 1. Oktober 1982 im Rahmen des ersten erfolgreichen konstruktiven Misstrauensvotums in der Geschichte des Bundestages gegen den amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt zum sechsten Bundeskanzler gewählt. Bundesaußenminister wurde, wie bereits in der sozial-liberalen Koalition, Hans-Dietrich Genscher. Der Koalitionswechsel war innerhalb der FDP sehr umstritten.

Da die FDP mit einer Koalitionsaussage zugunsten der SPD in den Wahlkampf 1980 gegangen war, wurde eine fehlende materielle Legitimation behauptet; formal war der Schritt aber verfassungskonform. Hinzu kam, dass Kohls Kanzlerschaft nicht aus Bundestagswahlen hervorgegangen war. Darum stellte Kohl im Bundestag die Vertrauensfrage, über die am 17. Dezember 1982 entschieden wurde. Nachdem die Regierungskoalition am Tag zuvor mit breiter Mehrheit den Bundeshaushalt für 1983 verabschiedet hatte, enthielt sich die Mehrzahl der Abgeordneten der Regierungskoalition vereinbarungsgemäß der Stimme, wodurch das gewünschte Ergebnis zustande kam: Keine Mehrheit für den Bundeskanzler und damit die Möglichkeit, dem Bundespräsidenten die Auflösung des Parlamentes vorzuschlagen. Nach längerem Zögern entschied sich Bundespräsident Karl Carstens im Januar 1983 für die Auflösung des Bundestags und die Ausschreibung von vorgezogenen Neuwahlen für den 6. März 1983. Gegen diese Vorgehensweise klagten einige Abgeordnete vor dem Bundesverfassungsgericht. Dieses entschied aber, dass die Auflösung des Bundestages verfassungsgemäß erfolgt sei.

Bei der Bundestagswahl am 6. März 1983 gewann die Koalition aus CDU/CSU und FDP mit Stimmengewinnen für die CDU/CSU (48,8 Prozent, +4,3 Prozentpunkte) und deutlichen Stimmenverlusten für die FDP (7,0 Prozent, −3,6 Prozentpunkte) die Mehrheit der Sitze im Bundestag. Kohl, der zwischen 1976 und 1998 sechsmal als Kanzlerkandidat antrat, erzielte sein bestes Wahlergebnis und außerdem das zweitbeste der Unionsparteien in der Geschichte der Bundesrepublik. Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten war der ehemalige Bundesjustizminister und Münchener Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel.

In den ersten Jahren seiner Amtszeit setzte Kohl den noch unter der Regierung Schmidt gefassten NATO-Nachrüstungsbeschluss gegen den Widerstand der Friedensbewegung durch.

Im Zuge der Flick-Affäre um illegale Zahlungen des Flick-Konzerns an deutsche Politiker wurde Kohl durch Kohl-Eintragungen im sichergestellten Kassenbuch belastet. Im Untersuchungsausschuss des Bundestags und des Mainzer Landtags sagte Kohl die Unwahrheit in Bezug auf seine Kenntnis des Zwecks der Staatsbürgerlichen Vereinigung als Spendenbeschaffungsanlage und entging nach einer Anzeige von Otto Schily nur knapp einem Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage. Kohls Parteifreund Heiner Geißler verteidigte ihn später mit dem berühmt gewordenen Kommentar, er habe wohl einen „Blackout“ gehabt.

In Israel sprach er am 24. Januar 1984 vor der Knesset über die ihm zuteil gewordene „Gnade der späten Geburt“, der Satz selbst stammte von Günter Gaus.

Am 22. September 1984 trafen sich Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand am Ort der Schlacht um Verdun, um gemeinsam der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken. Das Foto ihres minutenlangen Händedrucks wurde ein Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung. Kohl und Mitterrand wurde in den folgenden Jahren ein besonders enges Vertrauensverhältnis nachgesagt. Sie brachten gemeinsame Projekte wie das Eurokorps und den Fernsehsender ARTE auf den Weg. Auch Fortschritte der europäischen Einigung wie der Vertrag von Maastricht und später die Einführung des Euro wurden wesentlich der engen deutsch-französischen Zusammenarbeit zugeschrieben.

Am 5. Mai 1985 legte Kohl gemeinsam mit US-Präsident Ronald Reagan in Bitburg einen Kranz auf dem dortigen Soldatenfriedhof nieder. Dies wurde in Teilen der deutschen und amerikanischen Öffentlichkeit heftig diskutiert, weil dort auch Angehörige der Waffen-SS beerdigt sind.

Bei der Bundestagswahl 1987 wurde Kohl im Amt bestätigt. Gegenkandidat der SPD war der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau.

Im September 1987 besuchte Erich Honecker, Staatsratsvorsitzender und Generalsekretär des ZK der SED als erster DDR-Staatschef die Bundesrepublik Deutschland und traf dabei am 7. September mit Kohl in Bonn zusammen. Dabei sprach Honecker eine Einladung zum Besuch der DDR an Kohl aus.

Kohl unternahm als erster deutscher Bundeskanzler eine Privatreise in die DDR. Im Mai 1988 besuchte er spontan und ohne Begleitschutz für drei Tage mit seiner Frau und dem Sohn Peter einige Städte.

Nachdem sich der Zusammenbruch der DDR abzeichnete und die Berliner Mauer am 9. November 1989 gefallen war, legte Kohl ohne vorherige Absprache mit dem Koalitionspartner und den westlichen Bündnispartnern am 28. November 1989 im Deutschen Bundestag ein „Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“ vor. Am 18. Mai 1990 wurde der Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der DDR unterzeichnet. Gegen den Widerstand des Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl hatte Kohl darin einen Umtauschkurs von Mark der DDR in D-Mark von 1:1 bei Löhnen, Gehältern, Mieten und Renten durchgesetzt. Dies erwies sich später als starke Belastung für die Betriebe der Neuen Bundesländer. Gemeinsam mit Außenminister Hans-Dietrich Genscher erreichte Kohl zusammen mit dem letzten und einzig demokratisch gewählten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière in den sogenannten Zwei-plus-Vier-Gesprächen mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs deren Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands in Form des Zwei-plus-Vier-Vertrags und die Einbindung des wiedervereinigten Deutschlands in die NATO.

Die Deutsche Einheit stärkte Kohls Position in der CDU. 1989 war es ihm auf dem Parteitag in Bremen nur mühsam gelungen, einen „Putschversuch“ seiner innerparteilichen Widersacher um Heiner Geißler, Rita Süssmuth und Lothar Späth abzuwehren.

Am 17. Januar 1991 wählte der Deutsche Bundestag Kohl zum dritten Mal zum Deutschen Bundeskanzler, nachdem er sich bei der Bundestagswahl 1990 gegen den saarländischen Ministerpräsidenten und damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine durchgesetzt hatte. Damit wurde er zum ersten Kanzler des wiedervereinigten Deutschlands.

Die sozialen und wirtschaftspolitischen Folgen des Vereinigungprozesses waren gewaltig: die Arbeitslosigkeit stieg von 2,6 Millionen, entsprechend 7,3 % im Jahre 1991 in der gesamtdeutschen Statistik auf Werte von über 3,6 Millionen Betroffen in jedem der Jahre von 1994 bis 2007 an, mit einem ersten Höchstwert von 4,4 Millionen (12,7 %) im Jahr 1997. (Bis 2007 blieben die Werte stets über 10 % und überstiegen dann 2005 und 2006 sogar den Wert von 4,4 Millionen.) Vor diesem Hintergrund sorgte die Anmerkung Helmut Kohls über einen „kollektiven Freizeitpark“ 1993 für einigen Unmut.

Nach der knapp gewonnenen Bundestagswahl 1994 wurde Kohl erneut zum Bundeskanzler gewählt; diesmal setzte er sich gegen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping von der SPD durch. Die folgenden Jahre waren eher von außenpolitischen Ereignissen geprägt (Beispiele: 26. März 1995 Schengener Abkommen tritt in Kraft; 1998: Frankfurt am Main als Sitz für die neu geschaffene EZB, 1. Januar 1999: Euro-Einführung). Innenpolitisch zeichnete sich auch wegen des SPD-dominierten Bundesrats und der damit eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Bundesregierung eine Stagnation ab, die in die Wahlniederlage 1998 mündete.

Die SPD trat mit dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder als Kanzlerkandidat an und gewann die Wahl. Die christlich-liberale Koalitionsregierung wurde von einer rot-grünen Koalition abgelöst, und Kohl wurde am 26. Oktober durch Bundespräsident Roman Herzog aus dem Amt entlassen. Kohl führte bis zum 27. Oktober 1998 noch eine geschäftsführende Bundesregierung.

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Kanzler 5 - Helmut Schmidt. Der Lotse (1999)


Helmut Schmidt (* 23. Dezember 1918 in Hamburg) war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Unter seiner Regierung wurde die Umvolkungspolitik innerhalb der Bonner Republik weiter vorangetrieben; er ist zudem deren erster Schuldenkanzler. In seinen letzten Lebensjahren wird Schmidt von den BRD-Medien vorwiegend als weiser Grandseigneur der Politik präsentiert. Schmidt ist öffentlichkeitswirksamer Tabaksüchtiger.

Nach dem Rücktritt Willy Brandts als Regierungschef wählte der Bundestag Schmidt am 16. Mai 1974 mit 267 Ja-Stimmen zum 5. Kanzler der Bundesrepublik. Die größten Herausforderungen während seiner Amtszeit waren die weltweite Wirtschaftsrezession und die Ölkrisen der 1970er Jahre, die die Bundesrepublik unter seiner Führung besser überstand als die meisten anderen Industriestaaten, sowie die Rentenfinanzierung 1976/77 und der Kampf der Rote Armee Fraktion (RAF). Seine frühere Verhandlungsbereitschaft, speziell bei der Entführung von Peter Lorenz 1975, verlor er später. Er verfolgte von da an eine unnachgiebige harte Linie, die ihm mitunter harsche Kritik seitens der Angehörigen von Opfern einbrachte.

Schmidt ist entschiedener Befürworter der Stromerzeugung aus Kernkraft. 1977 beabsichtigte seine Regierung die Errichtung einer Anlage zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen in Gorleben.

Gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verbindet, verbesserte Schmidt die deutsch-französischen Beziehungen und verwirklichte entscheidende Schritte hin zur weiteren europäischen Integration. So wurde kurz nach Schmidts Amtsübernahme der Europäische Rat etabliert, und auch die wirtschaftspolitisch bedeutendste Maßnahme seiner Regierungszeit ergriff er in Zusammenarbeit mit Giscard: die Einführung des Europäischen Währungssystems und der Europäischen Währungseinheit (ECU) zum 1. Januar 1979, aus denen später die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion und der Euro hervorgehen sollten. Auf eine Idee Schmidts und Giscards ging auch die Gründung der Gruppe der 7 (G7) zurück.

Im Jahr 1977 drängte Schmidt auf den sogenannten NATO-Doppelbeschluss, der die Aufstellung von Mittelstreckenraketen in Westeuropa vorsah, dies aber mit einem Verhandlungsangebot an die Sowjetunion verband, beiderseits auf diese Waffensysteme zu verzichten. Dieser Beschluss war in der Bevölkerung und vor allem in der eigenen Partei sehr umstritten. Aus der Protestbewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss, die sich mit der wachsenden Zahl von Umweltschützern verband, ging am Ende von Schmidts Regierungszeit die neue Partei der Grünen hervor.

Im Spätsommer 1982 scheiterte – vor allem an Differenzen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik (Bundeshaushalt, öffentliche Verschuldung, Beschäftigungsprogramme) zwischen SPD und FDP – die von ihm geführte sozialliberale Koalition. Am 17. September 1982 traten sämtliche FDP-Bundesminister (Hans-Dietrich Genscher, Gerhart Baum, Otto Graf Lambsdorff und Josef Ertl) zurück. Schmidt übernahm daher zusätzlich zum Amt des Bundeskanzlers noch das Amt des Bundesministers des Auswärtigen (wie als einziger Bundeskanzler sonst nur Konrad Adenauer) und führte die Regierungsgeschäfte ohne Mehrheit im Bundestag weiter. Am 1. Oktober 1982 wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum mit den Stimmen von CDU, CSU und der Mehrheit der FDP-Fraktion Helmut Kohl zu seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers gewählt.

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Kanzler 4 - Willy Brandt. Der Visionär (1999)


Willy Brandt, eigentlich Herbert Ernst Karl Frahm (* 18. Dezember 1913 in Lübeck; † 8. Oktober 1992 in Unkel am Rhein) wurde in Lübeck geboren. Seine Mutter, Martha Frahm († 1969), arbeitete damals als Verkäuferin in einem Konsumverein. Sein Vater war, wie Willy Brandt erst 1961 erfuhr, John Möller (1887-1958) aus Hamburg, ein sozialdemokratischer Lehrer, der, während der Zeit des Nationalsozialismus aus dem Schuldienst entlassen, als Buchhalter seinen Lebensunterhalt bestritt. Die nichteheliche Geburt trug Brandt später zahlreiche Schmähungen ein: Konrad Adenauer etwa pflegte ihn in Wahlkämpfen als „Willy Brandt alias Herbert Frahm“ zu titulieren. Der Großvater Brandts, als Knecht aus Mecklenburg gekommen, war ebenfalls Sozialdemokrat. Bei ihm wuchs Willy Brandt auf.

Vom Großvater stramm marxistisch erzogen, schloß er sich schon in jungen Jahren ultralinken Gruppen an (z. B. »Rote Falken«). Schon als Schüler hatte sich Willy Brandt der sozialistischen Jugendbewegung (SAJ) angeschlossen und war einer ihrer leitenden Funktionäre. Als Gymnasiast schrieb er für das SPD-Blatt „Lübecker Volksbote“. Dessen Chefredakteur, der später hingerichtete Reichstagsabgeordnete Julius Leber, wurde Brandts Mentor. Schließlich landete Brandt (1931) bei der kommunistischen »Sozialistischen Arbeiterpartei« (SAP), wo er zum Vorsitzenden der Jugendorganisation in Deutschland aufstieg. Die SAP verstand sich als »Keimzelle für eine echte kommunistische Partei«. SPD-Führer Leber dagegen: »Ein Krüppelverein.« 1933 ging Willy Brandt aus angeblich nicht geklärten Gründen ins Ausland. Er wirkte zunächst in Norwegen, dann in Schweden. 1936 unterzeichnete er (zusammen mit Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Herbert Wehner) einen linksradikalen »Aufruf an das deutsche Volk«.

1938 wurde er von der deutschen Regierung ausgebürgert und ging nach Norwegen. Nach dessen Besetzung durch die Deutsche Wehrmacht setzte er sich nach Schweden ab.

Als norwegischer Major kehrte er nach Deutschland zurück, nahm später unter dem Namen »Brandt« die deutsche Staatsangehörigkeit an und machte (trotz Bedenken Schumachers) eine SPD-Traumkarriere, ursprünglich unterstützt von der Berliner Springer-Presse und den VS-Amerikanern, die ihn als besonders eifrigen Umerzieher einschätzten. Schon 1944 hatte er dem VS-Gesandten in Stockholm den Vorschlag unterbreitet, den größten Teil Ostpreußens mit Königsberg an Polen auszuliefern. Ein »Austausch von Bevölkerungen« sollte damit einhergehen.

Wie andere deutsche Nachkriegspolitiker erhielt er Geld von der CIA. Sich als Antikommunist und rechter Sozialdemokrat darstellend, wurde Willy Brandt 1957 Regierender Bürgermeister von Berlin.

Er nahm dreimal Anlauf zur Kanzlerschaft, bis es ihm im Jahr 1969 gelang gewählt zu werden.

In einem Telefonat im Vorfeld des Mauerbaus 1961 zwischen Walter Ulbricht und Nikita Chruschtschow fragte Ulbricht, ob dies Auswirkungen auf die westdeutschen Wahlen haben könne. Chruschtschow antwortete daraufhin:

 „Ich denke, Adenauer wird gewinnen. Wir machen hier keine politischen Spiele. Sie sind beide Halunken. Brandt ist schlimmer als Adenauer.“

Willy Brandt hat die umstrittenen „Ostverträge“ mit der UdSSR und Polen (1970) zu verantworten, zudem eine gescheiterte linke Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Leo Bauer war enger Berater Brandts, er war maßgeblich an der Vorbereitung der Brandt'schen „neuen Ostpolitik“ beteiligt.

Für seine Außenpolitik der Annäherung an die Sowjetunion, die auf Ausgleich mit dem Ostblock ausgerichtet war, erhielt er am 10. Dezember 1971 den Friedensnobelpreis.

1974 trat Willy Brandt im Gefolge des Guillaume-Skandals als Bundeskanzler zurück. Danach wurde das ganze Ausmaß des Zusammenspiels mit dem kommunistischen Ostblock erst offenbar.

Als SPD-Chef konnte Brandt weiterhin eine wichtige Rolle in der bundesdeutschen Politik spielen. In der BRD erreichte die Sozialistische Internationale (SI) einen hohen Bekanntheitsgrad durch die Präsidentschaft Willy Brandts von 1976 bis 1992. Als solcher nahm er 1981 in Paris an der Amtseinführung des Sozialisten Mitterands teil, das antifaschistische Deutschland repräsentierend.

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Kanzler 3 - Kurt Georg Kiesinger. Der Vermittler (1999)



Kurt Georg Kiesinger (* 6. April 1904 in Ebingen, Württemberg; † 9. März 1988 in Tübingen) war ein deutscher Politiker (CDU) und dritter Bundeskanzler der BRD (1966-1969).

Kurt Georg Kiesinger war der Sohn eines kaufmännischen Angestellten. Er verlor schon im Alter von einem halben Jahr die Mutter und lebte ein Jahr bei den Großeltern, bis sich der Vater wieder verheiratete. Er wurde dann unter sechs Stiefgeschwistern in bescheidenen Verhältnissen groß. Nach dem Besuch der Realschule in Ebingen und des katholischen Lehrerseminars in Rottweil machte Kiesinger das Abitur an einem Stuttgarter Gymnasium. Ein Jugendfreund seines Vaters ermöglichte Kiesinger, der einige Zeit auch als Fabrikarbeiter tätig war, ab 1925 das Studium zuerst der Philosophie und Geschichte in Tübingen. Nach zwei Semestern wechselte er nach Berlin und studierte Rechts- und Staatswissenschaften (1931 erste, 1934 zweite juristische Staatsprüfung). Als Student hatte er enge Bindungen zum Verband katholischer Studentenvereine (K.V.) und zum Akademischen Goerres-Ring.
Kiesinger wollte eigentlich Hochschullehrer werden, war dann aber von 1935 an (bis 1940) in Berlin als Rechtsanwalt beim Kammergericht tätig, ab 1940 Stellvertretender Leiter der Rundfunkabteilung im Reichsaußenministerium. Außerdem wirkte er bis Anfang 1945 als privater Rechtslehrer. Nach dem Zusammenbruch saß er achtzehn Monate im KZ.

1949 wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1958 bis 1966 war Kiesinger Ministerpräsident von Baden-Württemberg. 1966 trat er die Nachfolge des von den eigenen Parteifreunden gestürzten Ludwig Erhard als Bundeskanzler an. Mit der von ihm geführten Großen Koalition mit der SPD öffnete er den Roten Tor und Tür zum Machtwechsel, der 1969 erfolgte, woraufhin Kiesinger in der Versenkung verschwand. In seine Amtszeit fielen die Einführung der Notstandsgesetze und die Hauptphase der Außerparlamentarischen Opposition.

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Kanzler 2 - Ludwig Erhard. Der Optimist (1999)


Ludwig Wilhelm Erhard (* 4. Februar 1897 in Fürth/Franken; † 5. Mai 1977 in Bonn) war ein deutscher Wirtschaftsfachmann und Politiker (CDU).

Ludwig Erhard war von 1949 bis 1963 Bundesminister für Wirtschaft. Nach Adenauers Rücktritt am 15. Oktober 1963 wurde Erhard am 16. Oktober 1963 zum Bundeskanzler gewählt. Er war seit 1957 Vizekanzler und wegen seiner Fähigkeiten im Wahlkampf Favorit der CDU. Viele – allen voran Adenauer – glaubten, er sei als Kanzler ungeeignet. So wurde er mehrheitlich als eine Art Zwischenlösung angesehen mit der Hauptaufgabe, einen Wahlsieg bei der Bundestagswahl 1965 zu erringen.

Erhards Regierungszeit gilt als glücklos. Aus den Reihen der CDU warf man ihm unter anderem vor, er sei für ein Abkühlen in den deutsch-französischen Beziehungen verantwortlich. Neben Außenminister Gerhard Schröder zählte er zu den Atlantikern, die den Vorrang der Beziehungen zu den USA gegenüber denen zu Frankreich betonten.

Zudem flocht Adenauer Ränke gegen ihn: Erhard sei als Kanzler unfähig; vergeblich hatte der Kölner ihn schon als Nachfolger zu verhindern versucht. 1965 fuhr Erhard zwar den bis dahin zweitgrößten Wahlsieg in der Geschichte der Union ein. Doch schon bei der Regierungsbildung konnte er seine Ansichten in der CDU/CSU nicht mehr durchsetzen. In den folgenden Monaten verfiel seine Führungskraft zusehends. Das von ihm aufgestellte Leitbild einer „formierten Gesellschaft“ fand kaum Zustimmung. Um sich zu behaupten und seinen Konkurrenten Barzel zu bremsen, ließ Erhard sich im März 1966 zum Vorsitzenden der CDU wählen.

Sein Ansehen als Wirtschaftsfachmann wurde erschüttert, als 1966 VS-Präsident Lyndon B. Johnson hohe zusätzliche Zahlungen in Höhe von 1,35 Milliarden US$ (etwa 5,4 Milliarden DM) für Besatzungskosten und den Vietnamkrieg einforderte und die zweite Rezession der Nachkriegszeit (die erste war unmittelbar auf die Währungsreform von 1948 gefolgt) mit drastisch steigenden Arbeitslosenzahlen einsetzte. Es folgten schwere Niederlagen für die CDU bei Landtagswahlen, insbesondere am 10. Juli 1966 in Nordrhein-Westfalen, wo sie die Macht an die SPD verlor. Wegen einer Finanzkrise und in Betracht gezogenen moderaten Steuererhöhungen folgte der Rücktritt der FDP-Minister.

Erhard bildete am 26. Oktober 1966 eine Minderheitsregierung aus CDU und CSU. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wählte indes Kurt Georg Kiesinger zum Kanzlerkandidaten, der eine große Koalition mit der SPD zustande brachte. Erhard trat schließlich am 1. Dezember 1966 zurück. Im Mai 1967 legte er auch den CDU-Vorsitz nieder.

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Kanzler 1 - Konrad Adenauer. Der Patriarch (1999)

    
Kanzler - Die Mächtigen der Republik ist eine sechsteilige Reihe Dokumentarfilme von 1999.

Regie: Christian Deick, Guido Knopp

Konrad Hermann Joseph Adenauer (5. Januar 1876 in Köln - 19. April 1967 in Rhöndorf, Stadtteil von Bad Honnef, eigentlich Conrad Hermann Joseph Adenauer) war ein Kollaborateur der Westalliierten und von 1949 bis 1963 erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland sowie von 1951 bis 1955 zugleich Bundesminister des Auswärtigen.

Adenauer prägte in dieser Stellung maßgeblich die politische Ausrichtung der Bundesrepublik in der Nachkriegszeit. Er setzte dabei auf eine Westbindung in Wiederauflebung des ehemaligen französischen Rheinbundes, verbunden mit der sogenannten „Europäischen Einigung“ und mit der Eingliederung in die „westliche Wertegemeinschaft“ und in Folge in das westliche Verteidigungsbündnis, der NATO. Gegen damals noch starken Widerstand auch innerhalb der eigenen Partei, der CDU, setzte er das System der Sozialen Marktwirtschaft durch. Er verfolgte aus seiner Prägung als rheinischer Katholik heraus und vor dem Hintergrund des Anspruches der Sowjetunion auf Weltherrschaft einen antikommunistischen Kurs. Gleichwohl war er auch Realpolitiker; so arrangierte er die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion und war pragmatisch bezüglich der Verwendung ehemals nationalsozialistischer Funktionsträger für den Wiederaufbau der Bundesrepublik. Seine westorientierte Politik führte letztlich zum Verrat an den Ost- und Sudetendeutschen Interessen.

Am 27. März 1952 explodierte um 18:20 Uhr ein an Bundeskanzler Adenauer adressiertes Päckchen im Münchner Polizeipräsidium und tötete den Beamten Karl Reichert. Die zwei mit der Abgabe des Päckchens bei der Post beauftragten Jungen brachten dieses zur Polizei, während sie von ihrem Auftraggeber verfolgt wurden. Die Spur führte zur jüdischen Terrororganisation Irgun, jedoch wurden jegliche Beweise geheim gehalten. Fünf verdächtige Israelis wurden abgeschoben. Der mutmaßliche Drahtzieher, Jakob Farshtej, der Bombenbauer, Elieser Sudit, sowie der Überbringer der Bombe, Josef Kronstein, entkamen nach Israel, woraufhin die Ermittlungen eingestellt wurden. Nach einer Buchveröffentlichung Sudits war der Auftraggeber, Organisator und Geldbeschaffer für die insgesamt drei Attentate auf Adenauer, Menachem Begin – ehemaliger Kommandant der Terrororganisation Irgun, von den Briten gesuchter Terrorist und späterer Ministerpräsident von Israel.

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Samstag, 3. August 2013

Die verschwundene Zivilisation (2012)


In Kleinasien begann der Wandel von Jäger- und Sammlergesellschaften zu sesshaften Zivilisationen, die Ackerbau und Viehzucht betrieben, etwa zwischen 15.000 und 10.000 vor Christus. Eines der frühesten Relikte dieser Zeit findet sich im Südosten der Türkei: Ein Bergheiligtum wurde vor ca. 12.500 Jahren errichtet – über 9.000 Jahre vor Stonehenge und den ältesten Pyramiden Ägyptens – und war jahrtausendelang in Vergessenheit geraten, verborgen unter einer dicken Sedimentschicht. Seit 1994 wird die exzellent erhaltene Anlage systematisch von Archäologen ausgegraben und hat seither in der Wissenschaftswelt für viel Aufsehen gesorgt. Offenbar wurde mit dem Bau bereits begonnen, als die Einwohner der Region noch als Jäger und Sammler umherzogen. Der Tempel wäre demnach also entstanden, bevor die Menschen begannen, selbst in festen Wohnstätten zu leben!

Dauer 45 Minuten.

http://dfiles.eu/files/v298up6qu

Dienstag, 30. Juli 2013

Den Krieg nach Deutschland tragen! (2009)


Den Krieg nach Deutschland tragen! ist eine Dokumentation, die die Welteroberungspläne des sowjet-bolschewistischen Diktators Stalin behandelt. In ihr wird die Präventivkriegsthese untermauert, daß die deutsche Wehrmacht unter ihrem Oberbefehlshaber Adolf Hitler in die damalige Sowjetunion im Spätsommer 1941 aus Notwehr einmarschierte, um einem bolschewistischen Überfall auf ganz Europa zuvorzukommen.

Schritt für Schritt wird deutlich, welche Ziele Lenin und sein Nachfolger Stalin wirklich verfolgten, wie konsequent sie an der Umsetzung ihrer Pläne arbeiteten und welche Rolle sie Hitler zuschrieben, als sie erkennen mussten, daß die Machtergreifung der Nationalsozialisten eine kommunistische Revolution in Deutschland unmöglich machte.

Um der kommunistischen Weltanschauung in ganz Europa zum Sieg zu verhelfen, verfolgte Stalin einen ebenso einfachen wie genialen Plan: er will die miteinander rivalisierenden europäischen Großmächte in einen Abnutzungskrieg stürzen, um am Schluß, wenn alle Beteiligten wirtschaftlich und militärisch geschwächt sind, mit einer hochgerüsteten modernen Roten Armee ganz Europa für sich zu erobern.

Akribisch trägt der Film die inzwischen bekanntgewordenen Fakten zusammen und entwickelt daraus Schritt für Schritt ein faszinierendes Gesamtbild, das die wahren Ursachen und verborgenen Ziele des Zweiten Weltkriegs schonungslos offenlegt...

http://dfiles.eu/files/vcfbguo7n

Montag, 29. Juli 2013

Die Spaziergängerin von Sans-Souci (1982)


Die Spaziergängerin von Sans-Souci (Originaltitel: La passante du Sans-Souci) ist ein französischer Film aus dem Jahr 1982. Leider ist er Romy Schneiders letzter Film.

Handlung:

Während eines Interviews erschießt Max Baumstein, der angesehene Präsident einer humanitären Hilfsorganisation, den Botschafter von Paraguay. Während der Gerichtsverhandlung wird in Rückblendung von dem jüdischen Jungen Max Baumstein erzählt, wie er zu seiner Gehbehinderung kam und zur Pflege bei dem Ehepaar Wiener unterkommt. Schließlich wanderte er mit Elsa Wiener nach Paris aus, während Michel Wiener noch im Deutschen Reich verweilt, um angeblich seinen Verlag zu verkaufen, jedoch dann verhaftet und zu fünf Jahren Haft in einem Konzentrationslager verurteilt wird...

Stab:

Regie     Jacques Rouffio
Drehbuch     Jacques Kirsner, Jacques Rouffio
Produktion     Artur Brauner, Raymond Danon, Jean Kerchner
Musik     Georges Delerue
Kamera     Jean Penzer
Schnitt     Anna Ruiz

Besetzung:

    Romy Schneider: Elsa Wiener/Lina Baumstein
    Michel Piccoli: Max Baumstein
    Helmut Griem: Michel Wiener
    Dominique Labourier: Charlotte Maupas
    Gérard Klein: Maurice Bouillard
    Mathieu Carrière: Ruppert/Frederico
    Jacques Martin: Marcel
    Wendelin Werner: junger Max
    Marcel Bozonnet: Mercier
    Christiane Cohendy: Helene Nolin
    Pierre Michaël: Me Jouffroy
    Véronique Silver: Präsidentin des Tribunals
    Maria Schell: Anna Helwig

Die Spaziergängerin von Sans-Souci ist der letzte Film mit Romy Schneider. Er trägt im Vorspann die Widmung Für David und seinen Vater. Gemeint sind Romy Schneiders Sohn David, der 1981 tödlich verunglückt war, und dessen Vater, Romy Schneiders geschiedener Ehemann Harry Meyen, der 1979 in Hamburg Selbstmord begangen hatte.
Aufgrund ihres plötzlichen Todes konnte Romy Schneider sich in diesem letzten Film nicht mehr selbst synchronisieren.
Das Chanson d'exil, eine bekannte Melodie aus diesem Film, ist in verschiedenen Besetzungen zu hören: Violine in Begleitung eines Streichensembles, Roma-Ensemble und am Filmende als Lied. Der Liedtext stammt von Jacques Kirsner sowie Micheline Gautron, der Ehefrau des Filmkomponisten Georges Delerue, und wird von der französischen Chansonnière Talila gesungen.

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Freitag, 26. Juli 2013

Mädchen mit schwachem Gedächtnis (1956)


Mädchen mit schwachem Gedächtnis ist eine deutsche Filmkomödie von Géza von Cziffra aus dem Jahr 1956.

Handlung:

Caféhausbesitzerstochter Anny Prechtl lebt in der Provinz und träumt von einer Karriere als Tänzerin. Ihr Freund Poldi Kohlegger hat in München unter dem Namen Peter Parker als Schauspieler Karriere gemacht und schickt ihr regelmäßig Briefe. Schließlich erhält Anny von ihren Eltern das Einverständnis, nach München zu gehen. Hier macht sie die Entdeckung, dass Poldi nie Schauspieler geworden ist, sondern in einem kleinen Hotel als Zimmerjunge arbeitet...

Altersfreigabe     FSK 12

Stab:

Regie     Géza von Cziffra
Drehbuch     Géza von Cziffra (als Peter Trenck), Oliver Hassencamp
Produktion     Arion-Film (Otto Meissner, Géza von Cziffra)
Musik     Michael Jary
Kamera     Willy Winterstein
Schnitt     Martha Dübber

Besetzung:

    Germaine Damar: Anny Prechtl
    Peter Weck: Poldi Kohlegger
    Loni Heuser: Babett Howard
    Rudolf Platte: Paul Howard
    Oskar Sima: Hotelportier Huber
    Heinz Erhardt: Albert Locker
    Hans Leibelt: Mr. Turner
    Albert Florath: Zigarrenladeninhaber
    Michl Lang: Wirt der „Sonne“
    Else Knott: Frau Prechtl
    Christiane König: Mary Howard
    Joseph Offenbach: Dieb im Zug
    Wolfgang Neuss: Polizeiarzt
    Bum Krüger: Hoteldirektor
    Willy Maertens: Herr Prechtl
    Hermann Nehlsen: Kommissar Hübner
    Bully Buhlan: Billy Turner

Mädchen mit schwachem Gedächtnis wurde im Real-Film-Studio Hamburg sowie in München und Rottach-Egern gedreht. Der Film erlebte am 12. Juli 1956 im Hannover Theater am Aegi seine Premiere.

Es tanzen die Jitter Stars, Billy Daniel, Lothar Kirst und John Schapar. Die musikalische Begleitung stammt von den Orchestern von Erwin Lehn und Hazy Osterwald. Im Film sind verschiedene Lieder zu hören, darunter:

    Bully Buhlan: Du wirst niemals ein Cowboy; Oh My Mary Girl
    Nana Gualdi, Peter Weck: Ein kleines Stück vom großen Glück
    Heinz Erhardt: Ohne Liebe

http://dfiles.eu/files/hq8gun300

Dienstag, 23. Juli 2013

Anders als du und ich [§ 175] (1957, English subtitles)


Anders als du und ich [§ 175] ist ein bundesdeutscher Film aus dem Jahre 1957 von Veit Harlan.

Handlung:

Der 17-jährige Gymnasiast Klaus Teichmann hat eine enge Beziehung zu seinem Schulfreund Manfred und gerät über diesen in homosexuelle Kreise um den Antiquitätenhändler Dr. Boris Winkler, in dessen Haus junge Männer mit elektronischer Musik und moderner Kunst bekannt gemacht werden. Die Eltern Teichmann sind wegen der homosexuellen Neigungen ihres Sohnes besorgt, und Vater Teichmann stellt eine Anzeige gegen Dr. Winkler. Da gegen diesen aber nichts vorliegt und ihm kein unsittliches Vergehen nachgewiesen werden kann, wird das Verfahren eingestellt.

Mutter Teichmann versucht mittels der hübschen Haustochter Gerda, ihren Sohn wieder auf die rechte Bahn zu bringen...

Altersfreigabe     FSK 18

Stab:

Regie     Veit Harlan
Drehbuch     Felix Lützkendorf
Wissenschaftliche Beratung: Hans Giese
Produktion     Arca-Filmproduktion GmbH (Gero Wecker)
Musik     Erwin Halletz, Oskar Sala
Kamera     Kurt Grigoleit
Schnitt     Walter Wischniewsky

Besetzung:

    Christian Wolff: Klaus Teichmann
    Paula Wessely: Christa Teichmann
    Paul Dahlke: Direktor Werner Teichmann
    Hans Nielsen: Max Mertens
    Ingrid Stenn: Gerda Böttcher
    Friedrich Joloff: Dr. Boris Winkler
    Herbert Hübner: Verteidiger Dr. Schwarz
    Kurt Vespermann: Dr. Schmidt
    Hilde Körber: Frau Glatz
    Gunther Theil: Manfred Glatz
    Paul Esser: Kommissar
    Siegfried Schürenberg: Staatsanwalt
    Peter Nijinski: Carlos
    Otto Graf: Gerichtspräsident
    Hans Schumm: Jugendpsychologe
    Marcel André: Travestiekünstler
    Heinz Lingen: Diener Maurice
    Susanne Paschen: Petra

Die FSK gab den Film, der zunächst unter dem Titel Das dritte Geschlecht eingereicht wurde, in West-Deutschland vorerst nicht frei. Später kam eine veränderte, von der FSK ab 18 freigegebene Fassung mit teils nachgedrehten, teils nachsynchronisierten Szenen in die Kinos. Die neue Fassung trug den Namen Anders als du und ich [§ 175]. In Österreich lief der Film unverändert unter dem alten Arbeitstitel Das dritte Geschlecht.

http://dfiles.eu/files/sghyjnps8

Montag, 22. Juli 2013

Hunde, wollt ihr ewig leben? (1959)


Hunde, wollt ihr ewig leben? ist ein Film unter der Regie von Frank Wisbar nach dem gleichnamigen Roman von Fritz Wöss.

Handlung:

Der junge, nationalsozialistisch geprägte Oberleutnant Wisse hilft der russischen Katja, wird dann im Herbst 1942 als Verbindungsoffizier zu den Rumänen nach Stalingrad versetzt. Die deutschen Truppen haben zwar unter großen Verlusten die Stadt erobert, werden aber bereits von der Roten Armee eingekesselt. Viele der einfachen Soldaten haben erkannt, dass sie dem Gegner chancenlos ausgeliefert sind.

Doch wegen der Befehle von „ganz oben“ glauben die Offiziere unter General Paulus immer noch an einen Sieg. Dank Wisses Fanatismus kann eine Offensive des Gegners nochmal abgeschlagen werden. Doch allmählich erkennt auch er die Aussichtslosigkeit der Lage...

Altersfreigabe     FSK 12

Stab:

Regie     Frank Wisbar
Drehbuch     Frank Wisbar, Frank Dimen, Heinz Schröter
Produktion     Deutsche Film Hansa GmbH & Co. (Alf Teichs)
Musik     Herbert Windt
Kamera     Helmut Ashley
Schnitt     Martha Dübber

Besetzung:

    Joachim Hansen: Oberleutnant Wisse
    Ernst Wilhelm Borchert: Generalfeldmarschall Friedrich Paulus
    Wolfgang Preiss: Major Linkmann
    Carl Lange: General von Seydlitz
    Horst Frank: Feldwebel Böse
    Peter Carsten: Obergefreiter Kraemer
    Richard Münch: Oberstleutnant Kesselbach
    Günter Pfitzmann: Wachtmeister Kunowski
    Sonja Ziemann: Katja
    Gunnar Möller: Leutnant Fuhrmann
    Ernst von Klipstein: General
    Armin Dahlen: Major Stanescu
    Paul Hoffmann: General Codreanu
    Karl John: Generaloberst Hoth
    Alexander Kerst: Kriegspfarrer Busch

Der Titel bedeutet eine Anspielung auf ein Zitat von Friedrich dem Großen. Dieser soll während der Schlacht bei Kolin, die Preußen gegen Österreich verlor, seinen fliehenden Soldaten im Zorn zugerufen haben: „Ihr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?

Das Buch von Fritz Wöss diente wie erwähnt als Namensgeber und bildete die Grundlage für das Drehbuch, das Frank Wisbar zusammen mit Frank Dimen und Heinz Schröter über einen Zeitraum von zwei Jahren nach detaillierten Recherchen und der Auswertung zahlreicher Dokumente entwickelte.

Aus heutiger Sicht kommt der Film mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln aus. Die Außenaufnahmen, in denen Kriegshandlungen, z. B. Panzerschlachten oder Geschützkampf, zu sehen sind, sind weitgehend montiertes Archivmaterial. Für die Filmaufnahmen wurde lediglich eine Panzerattrappe benötigt, die auf einen Traktor montiert worden war. Die Kampfszenen in der Stadt selbst sind das Ergebnis von Studioaufnahmen. Walter Haag zeichnete verantwortlich für die preisgekrönten Studiokulissen, in denen für die Aufnahmen scharf geschossen wurde. Für die Szenen mit Verwundeten hat Wisbar ausschließlich echte Kriegsversehrte als Statisten eingesetzt.

Der Film wurde in und bei Göttingen gedreht.

http://dfiles.eu/files/awbzzk6un

Sonntag, 21. Juli 2013

Kaisermanöver (1954)


Kaisermanöver ist ein österreichischer Spielfilm von Franz Antel aus dem Jahr 1954.

Handlung:

Bei den K.u.k. Kaiserjägern sorgt ein Buch für Unruhe: Die Alteingesessenen beschweren sich über das Buch Kaisermanöver eines anonymen Autors, die Jungen verehren den Mann für seine klare Kritik an überkommenen Strukturen. Was keiner weiß, ist, dass der beliebte Hauptmann Gustl Eichfeld der Autor des Buches ist. Der wiederum liebt die Tochter seines Vorgesetzten von Trattenbach und sie würde ihn jederzeit dem Major von Jurinic vorziehen, der sie verehrt. Von Trattenbach wiederum favorisiert eine Ehe seiner Tochter mit dem Major und ahnt nichts von der Liebe Valeries zu Gustl. Beide müssen sich daher heimlich treffen...

Altersfreigabe     FSK 12

Stab:

Regie     Franz Antel
Drehbuch     Jutta Bornemann, Karl Leiter, Gunther Philipp
Produktion     Franz Hoffermann, Erich von Neusser für Hope-Film, Neusser-Film
Musik     Hans Lang
Kamera     Georg Bruckbauer
Schnitt     Arnfried Heyne

Besetzung:

    Rudolf Prack: Hauptmann Gustl Eichfeld
    Winnie Markus: Valerie von Trattenbach
    Hans Moser: Radler
    Hannelore Bollmann: Steffi
    Gunther Philipp: Hauptmann Török
    Walter Müller: Zugsführer Franz Radler
    Josef Meinrad: Pfeifendeckel Wondrasch
    Erik Frey: Major von Jurinic
    Oskar Sima: Feldwebel
    Susi Nicoletti: Gräfin Trangini
    Harry Hardt: General von Trattenbach
    Benno Smytt: Franz Joseph I
    Ilse Peternell: Theres
    Hannerl Melcher

Die deutschsprachige Uraufführung fand am 3. August 1954 im Stuttgarter Universum statt. In Österreich wurde der Film erstmals am 7. September 1954 in Wien aufgeführt.

Erich Meder schrieb mehrere Schlager für den Film, für die Hans Lang die Musik komponierte.

    Ich war einmal ein Pfeiffendeckel – Interpret: Hans Moser
    Jeder Soldat, der hat seine Marie – Interpret: Walter Müller
    Kleines Glück im Winkel – Interpret: Hannelore Bollmann, Walter Müller
    Sonntagslied – Interpret: Gunther Philipp und andere

http://dfiles.eu/files/e628texe5

Freitag, 19. Juli 2013

13 kleine Esel und der Sonnenhof (1958)


13 kleine Esel und der Sonnenhof ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1958. Der Film entstand nach dem Roman Dreizehn alte Esel von Ursula Bruns.

Handlung:

Josef Krapp ist ein Weltenbummler. Einst verließ er seine Frau Martha, um rund um die Welt zu reisen und das Abenteuer zu suchen. Martha kümmerte sich unterdessen um Waisenkinder, die sie in ihrem „Sonnenhof“ unterbrachte. Liebevoll und mit strenger Hand kümmert sie sich um die Kinder. Plötzlich taucht Josef wieder in dem kleinen Dorf auf. Für die Waisenkinder ist er ein Cowboy, der allerhand Geschichten zu erzählen hat. Sie schließen ihn sogleich in ihr Herz. Martha fürchtet jedoch, dass ihr Mann einen schlechten Einfluss auf die Kinder hat...

Altersfreigabe     FSK 6

Stab:

Regie     Hans Deppe
Drehbuch     Janne Furch
Produktion     Gyula Trebitsch
Musik     Martin Böttcher
Kamera     Ekkehard Kyrath
Schnitt     Alice Ludwig

Besetzung:

    Hans Albers: Josef Krapp
    Marianne Hoppe: Martha Krapp
    Karin Dor: Monika
    Gunnar Möller: Walter
    Günther Lüders: Pastor
    Werner Peters: Oberlehrer Karsten
    Joseph Offenbach: Stationsvorsteher Bennekamp
    Robert Meyn: Direktor Ess
    Erna Sellmer: Frau Regierungsrat Steinberger
    Josef Dahmen: Dr. Köster
    Hans Fitze: Bürgermeister
    Carl Voscherau
    Helmut Peine
    Marga Maasberg: Frau Jensen
    Peter-Uwe Witt: Hubert
    Peter Badura: Leo
    Rainer Ehrhardt: Andreas
    Ursula Wolff: Änne
    Isabelle Stumpf: Franziska
    Sabine Schmiedel: Malwinchen
    Lutz Ludwig: Max
    Jost Ludwig: Moritz

Albers hat in dem Film drei Lieder gesungen, die von Martin Böttcher komponiert wurden. Die Liedtexte stammen aus der Feder von Hanns Stani.

Der im Film dargestellte Bahnhof ist der Bahnhof Brest-Aspe an der Bahnstrecke Bremerhaven–Buxtehude.

http://dfiles.eu/files/pgqzubevw

Mittwoch, 17. Juli 2013

Der Kaiser und das Wäschermädel (1957)


Der Kaiser und das Wäschermädel ist ein österreichischer Spielfilm von Ernst Neubach aus dem Jahr 1957. Er lief auch unter dem Titel So küßt man nur in Wien.

Handlung

Wien im Jahr 1910: Der erfolglose Maler Hans Herrlinger liebt die junge Franzi Stiglmeier, die in einem Konfektionshaus als Laufmädchen arbeitet. Sie bringt die neuen Kleider zu den Kundinnen, die jedoch nur selten zahlen. Stattdessen erhält Franzi nur Heiratsanträge und Küsse von den Herren, obwohl sie bereits dem Oberlehrer von Schwan versprochen ist. Franzis Chef, der Konfektionär Ludwig Springbrunn, ist über sein Personal verzweifelt, denn selbst Kassiererin Thusnelda, die hin und wieder als Modell der altmodischen Kleider herhalten muss, zeigt wenig Freude an der Arbeit. Kurze Zeit später steht Springbrunns Laden vor dem Aus, zumal Springbrunn selbst regelmäßig seine Belegschaft entlässt, um sie später wieder einzustellen.

Eines Tages fasst sich Hans ein Herz und gesteht Franzi seine Liebe. Sie weist ihn ab, doch bringt Hans sie wenig später dazu, in einem Café mit ihm zu tanzen. Auch Franzis Mutter Rosa, die als Waschfrau für das Kaiserhaus arbeitet, und Franzis Verlober von Schwan sind anwesend und sehen schließlich, wie Hans Franzi nach einem schwungvollen Tanz küsst. Rosa ist entsetzt und sieht die Ehre ihrer Tochter in Gefahr. Sie weiß nicht, wer Hans ist, und zeigt ihn bei der Polizei und schließlich bei verschiedenen Ministerien an. Als niemand ihre Beschwerde bearbeitet, schreibt sie an den Kaiser Franz Joseph I. persönlich einen Brief, den sie in einem frischgeplätteten kaiserlichen Nachthemd versteckt...

Altersfreigabe     FSK 16

Stab:

Regie     Ernst Neubach
Drehbuch     Ernst Neubach
Produktion     Alfred Stöger für Wiener Mundus
Musik     Hans May
Kamera     Ernst W. Kalinke
Schnitt     Renate Jelinek

Besetzung:

    Germaine Damar: Franzi Stiglmeier
    Peter Weck: Hans Herrlinger
    Grethe Weiser: Rosa Stiglmeier
    Wolf Albach-Retty: Erzherzog Max
    Rudolf Vogel: Ludwig Springbrunn
    Ernst Waldbrunn: Portier Anton
    Lotte Lang: Thusnelda
    Peter W. Staub: Herr von Schwan
    Oskar Sima: Polizeikommissär
    Oskar Wegrostek: Polizeipräsident
    Erik Frey: Ministerpräsident

Der Kaiser und das Wäschermädel entstand als musikalisches Lustspiel. Neben zahlreichen operettenhaften Melodien sind auch die Kilima Hawaiians mit dem Titel "Auf einer Südseeinsel" zu hören. Die Filmkostüme schufen Leo Bei und Margarethe Volters, die Filmbauten stammen von Leo Metzenbauer. Hans May schrieb für diesen Film seine letzte Originalkomposition. Der Film erlebte am 20. Dezember 1957 im Luxor in Karlsruhe seine Filmpremiere.

http://dfiles.eu/files/mx027t42w

Lola rennt (1998, English subtitles)


Lola rennt ist ein Spielfilm des deutschen Regisseurs und Filmproduzenten Tom Tykwer mit Franka Potente und Moritz Bleibtreu in den Hauptrollen. Der Film zeigt dreimal dieselbe Zeitspanne von zwanzig Minuten, jedes Mal mit kleinen Detailunterschieden, die die Handlung jeweils zu einem völlig anderen Ausgang führen (Schmetterlingseffekt in einer Form ähnlich einer Zeitschleife).

Handlung:

Das Haus in der Albrechtstraße im Berliner Bezirk Mitte, in dem die drei Episoden beginnen.

Die Geschichte spielt in Berlin und beginnt mit Lolas Freund Manni, der als Kurier für einen Hehler arbeitet und sie aus einer Telefonzelle anruft. Er hat versehentlich eine Stofftüte mit 100.000 Mark in der U-Bahn liegen gelassen, auch aus der Verwirrung heraus, warum Lola ihn nicht wie abgesprochen abgeholt hat (ihr Mofa wurde gestohlen als sie Zigaretten holen gegangen ist). Er sieht nur noch wie ein Obdachloser das Geld findet. Nun bleiben Manni noch 20 Minuten, bis sein Auftraggeber kommt, um das Geld abzuholen. Das sind auch 20 Minuten für Lola, um ihrem Freund aus der Patsche zu helfen. In der Zeit soll Manni bei der Telefonzelle auf sie warten. Der Zuschauer verfolgt, wie Lola durch die Stadt rennt und versucht, das Geld zu beschaffen. Der Hauptteil des Films besteht aus drei verschiedenen "Läufen", die alle den gleichen Startpunkt haben, sich aber unterschiedlich entwickeln und das Leben der Leute, auf die Lola stößt, auf verschiedene Arten beeinflussen...

Altersfreigabe     FSK 12

Stab:

Regie     Tom Tykwer
Drehbuch     Tom Tykwer
Produktion     Stefan Arndt
Musik     Tom Tykwer, Johnny Klimek, Reinhold Heil
Kamera     Frank Griebe
Schnitt     Mathilde Bonnefoy

Besetzung:

    Franka Potente: Lola
    Moritz Bleibtreu: Manni
    Herbert Knaup: Vater
    Ute Lubosch: Mutter
    Nina Petri: Jutta Hansen
    Armin Rohde: Herr Schuster
    Joachim Król: Norbert von Au
    Ludger Pistor: Herr Meier
    Suzanne von Borsody: Frau Jäger
    Lars Rudolph: Herr Kruse
    Julia Lindig: Doris
    Sebastian Schipper: Mike
    Beate Finckh: Casino-Kassiererin
    Heino Ferch: Ronnie
    Marc Bischoff: Der nervöse Polizist
    Monica Bleibtreu: Die blinde Frau

Die Stadtteile, durch die Lola während des Films rennt, liegen nicht auf einer Route, sondern in unterschiedlichen Gebieten Berlins, die man nicht in dieser Reihenfolge ablaufen könnte.

Bei einem Budget von rund 3,5 Mio. D-Mark spielte der Film ca. 7,2 Mio. US-Dollar in den USA ein. Lola rennt ist wahrscheinlich ‚der‘ deutsche Film der späten 90er Jahre. Schnell, pulsierend, dynamisch ist der Thriller, der auf herausragende Weise das Lebensgefühl dieser Zeit einfängt. Tom Tykwer schaffte es mit ‚Lola rennt‘, die deutsche Filmindustrie aus ihrem Schneewittchenschlaf zu wecken und auf dem internationalen Parkett zu beweisen, dass auch Filme ‚made in Germany‘ durch Originalität und Experimentierfreudigkeit glänzen können. Für den Regisseur und seine damalige Lebensgefährtin Franka Potente sollte das Werk, welches auf den Filmfestivals weltweit gefeiert und obendrein zu einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Produktionen im Ausland wurde, den großen Durchbruch bedeuten.

http://dfiles.eu/files/uva6cv53w