Mittwoch, 25. September 2013

Die Abenteuer der Kauffahrtei im späten Mittelalter (1994)


Die Abenteuer der Kauffahrtei im späten Mittelalter ist ein Dokumentarfilm über die Hanse.

Norddeutsche Kaufleute schlossen sich in der Mitte des 14. Jahrhunderts zu einem Bund zusammen: Die Hanse, die in ihrer Glanzzeit fast 200 See- und Binnenstädte umfasste.
Abenteuerlich und gefährlich waren die Fahrten der Kaufleute, bis Niederlassungen und Verträge das Risiko begrenzten. Ein Schiffstyp, die Kogge, trug entscheidend zum Erfolg der Hanse bei. Der Nachlass des Kaufmanns Hildebrand Veccinghusen gibt Einblick in den Alltag, zeigt Reise- und Lebensspuren eines erfolgreichen Geschäftsmannes, der im Schuldturm endet.
Seine Geschichte steht auch für den Niedergang der Hanse, die gemeinsamen Interessen spalteten sich, der politische Druck von außen wurde stärker. Die Hanse reagierte zu spät, war zu konservativ und beharrte auf ihren Privilegien. Die Stürme einer neuen Zeit brachten den Untergang.

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Dienstag, 24. September 2013

Ober, zahlen! (1957)

Paul Hörbiger, Hans Moser

Ober, zahlen! ist ein österreichischer Spielfilm von E. W. Emo aus dem Jahr 1957. Er entstand nach einer Filmnovelle von Jutta Bornemann, wurde im Atelier Sievering der Wien-Film gedreht und erlebte am 27. Juni 1957 im Stuttgarter Universum seine Premiere.

Handlung:

Die beiden Oberkellner Gustav und Franz sind beste Freunde und gemeinsam in einem Wiener Kaffeehaus angestellt. Die Geschäfte laufen schlecht, da die modernen Espressos den alteingesessenen Kaffeehäusern die Gäste nehmen. Nur wenige Stammgäste halten dem Haus die Treue und nicht alle können ihren Kaffee prompt bezahlen. Der neue Piccolo Fritz, Neffe der reichen Berlinerin Frieda, ist zudem ungeschickt und schnodderig, bleibt jedoch, da Gustav in Frieda verliebt ist. Beide Oberkellner träumen von einem eigenen kleinen Kaffeehaus...

Altersfreigabe FSK 12

Stab:

Regie E. W. Emo
Drehbuch August Rieger, Hugo Wiener
Produktion ÖFA, Schönbrunn-Film
Musik Hans Lang
Kamera Sepp Riff
Schnitt Leopoldine Pokorny

Besetzung:

 Paul Hörbiger: Gustav
 Hans Moser: Franz
 Mady Rahl: Frieda Lempke
 Lucie Englisch: Marie
 Michael Cramer: Kurt
 Sabine Hahn: Mitzi
 Rudolf Carl: Panigl
 Lotte Ledl: Mali
 Wolfgang Jansen: Piccolo Fritz
 Karin Himboldt: Susi
 Fritz Muliar: Oswald
 Herta Konrad: Fräulein Hummel
 Peter Gerhard: Choleriker
 Hans Unterkircher: Schachspieler
 Ferdinand Mayerhofer: Hofrat
 Franz Böheim: Betrunkener

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Donnerstag, 19. September 2013

Der müde Theodor (1957)

Loni Heuser. Heinz Erhardt

Der müde Theodor ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 1957 mit Heinz Erhardt in der Hauptrolle. Das Drehbuch entstand nach einem Bühnenstück von Max Neal und Max Ferner.

Handlung:

Theodor Hagemann steht unter der Fuchtel seiner herrischen Ehefrau Rosa Hagemann, Inhaberin einer Marmeladenfabrik. Sein Bemühen, junge Künstler zu fördern, ist ihr schon lange ein Dorn im Auge. Ihr Ratsuchen bei einem Psychiater scheitert jedoch, als sich dieser ebenfalls als Kunstliebhaber herausstellt. Die mütterliche Abneigung gegen die Kunst ist auch der Grund dafür, dass Tochter Jenny ihr ihre Verlobung mit dem Komponisten Harald Steinberg verheimlicht. Harald fiebert der Uraufführung seines jüngsten Werkes entgegen, die entscheidend für seine Karriere ist.
Als Theodor einen Prozess verliert, weil er für einen erfolglosen Dichter gebürgt hat, lässt ihn seine Frau, kurz bevor sie verreisen muss, für unmündig erklären. Jedoch braucht Theodor dringend Geld, da er - nach einigen Verwicklungen - die Schulden der jungen Sängerin Lilo Haase bezahlt hat, deren Hab und Gut samt Klavier sonst gepfändet worden wäre...

Altersfreigabe FSK 12

Stab:

Regie Géza von Cziffra
Drehbuch Franz Gribitz, Géza von Cziffra (als Peter Trenck)
Produktion Deutsche Film Hansa
Musik Heino Gaze
Kamera Willy Winterstein
Schnitt Martha Dübber

Besetzung:

 Heinz Erhardt: Theodor Hagemann
 Renate Ewert: Lilo Haase
 Peter Weck: Felix
 Loni Heuser: Rosa Hagemann
 Karin Baal: Jenny
 Albert Rueprecht: Harald Steinberg
 Werner Finck: Dr. Karl Findeisen
 Kurt Großkurth: Walter Steinberg
 Wolfgang Neuss: Direktor Noll
 Hubert von Meyerinck: Wilhelm Schulze
 Wolfgang Müller: Chefkoch
 Franz-Otto Krüger: Professor Linck
 Joseph Offenbach: Rafael Cacozzo
 Ralf Wolter: Gerichtsvollzieher Storch
 Wolfgang Heyer: Fritz Kümmel
 Reinhard Kolldehoff: Hotelgast
 Herbert Weißbach: Pfandleiher
 Balduin Baas: Hoteldiener Anton
 Horst Beck: Regierungsrat Stammfest
 Elfie Pertramer: Frieda

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Donnerstag, 5. September 2013

Dr. med. Fabian - Lachen ist die beste Medizin (1969)


Dr. med. Fabian – Lachen ist die beste Medizin ist eine deutsche Filmkomödie von Harald Reinl aus dem Jahr 1969.

Handlung:

Oberarzt Dr. Paul Fabian arbeitet in der chirurgischen Abteilung einer Klinik, die von Chefarzt Dr. Spalke geleitet wird. Paul ist bei den Medizinstudenten beliebt, die teilweise auch während des regelmäßigen Golfspiels der beiden Ärzte geprüft werden. Eines Tages wird Henriette Gambaroff wegen einer anstehenden Blinddarmoperation in die Klinik gebracht. Paul schwindelt vor Spalke, dass die Patientin eine ausgezeichnete Golfspielerin sei und Spalke operiert sie. Wenig später macht Spalke der attraktiven Endvierzigerin einen Heiratsantrag und kurz darauf geht er seine sechste Ehe ein. Henriette bringt die spätpubertierende Susanne mit in die Ehe. Während der Flitterwochen soll Paul auf die junge Frau aufpassen.
Paul ist seit Jahren mit Dr. Inge Vollmer zusammen, wehrt sich aber erfolgreich gegen eine Heirat. Susanne wiederum setzt alles daran, Paul zu erobern, führt ihn mit Inge in einen Tanzclub aus und zieht schließlich bei ihm ein...

Altersfreigabe FSK 6

Stab:

Regie Harald Reinl
Drehbuch Georg Laforet
Produktion Rialto Film (Horst Wendlandt)
Musik Martin Böttcher
Kamera Karl Löb
Schnitt Jutta Hering

Besetzung:

 Hans-Joachim Kulenkampff: Dr. med. Paul Fabian
 Martin Held: Professor Felix Spalke
 Maria Perschy: Dr. Inge Vollmer
 Gisela Uhlen: Henriette Gambaroff
 Agnes Windeck: Frau Nachtigall
 Ulrike Blome: Susanne
 Arthur Richelmann: Joachim Dorn
 Elisabeth Flickenschildt: Oberschwester Esmeralda
 Monika Peitsch: Renate Lürsen
 Hubert von Meyerinck: General voon Kottwitz
 Elsa Wagner: Kgl. Hoheit
 Edith Schneider: Frau Dorn
 Martin Jente: Herr Martin
 Beate Hasenau: Carla Ritter
 Hans Terofal: Furtmayer
 Otto Graf: Konsul Lürsen
 Kurd Pieritz: Arzt
 Harry Tagore: Max
 Oscar Sabo: Taxifahrer
 Heidrun Hankammer: Elisabeth Wahl
 Egon Vogel: Patient
 Thomas Danneberg: Korn
 Ewald Wenck: Herr Bollmann

Dr. med. Fabian – Lachen ist die beste Medizin wurde vom 11. Juni bis 17. Juli 1969 in einem Klinikum in Berlin sowie in den CCC-Studios gedreht. Hans-Joachim Kulenkampff war nach Drei Mann in einem Boot aus dem Jahr 1961 zum ersten Mal wieder in einem Kinofilm zu sehen. In der Zwischenzeit war er durch die Fernsehshow Einer wird gewinnen bundesweit populär geworden und auch Dr. med. Fabian – Lachen ist die beste Medizin enthält zahlreiche Verweise auf die Fernsehshow: Die Erkennungsmelodie der Sendung wird eingespielt, als „Paul“ einen Vorlesungssaal betritt. Martin Jente, der in EWG den Butler Kulenkampffs spielt, hat eine Nebenrolle als Butler der Königliche Hoheit genannten Patientin – bei der Visite merkt „Paul“ an, dass ihm das Gesicht des Butlers bekannt vorkomme.

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Montag, 2. September 2013

Idole der Nazis 03 - Marika Rökk. Ein Star für alle Jahreszeiten (2010)


Dritter und letzter Teil der Reihe Idole der Nazis ist Marika Rökk - Ein Star für alle Jahreszeiten.

Marie Karoline (Marika) Rökk wurde am 3. November 1913 in Kairo geboren, wo ihre Eltern – wegen der Gesundheit ihrer Mutter Maria Karoline Charlotte, geb. Karoly – einige Jahre lebten. Sie wächst im Ofenpester Stadtteil Pestujhej auf; ihr Vater, der Architekt Eduard Rökk, führte ein erfolgreiches Bauunternehmen. Marika erhält Tanzunterricht; mit neun Jahren arrangiert ihr Vater ihren ersten Tanzabend.

1924 zieht die Familie nach Paris, wo Rökk bei der Exilrussin Rudkowska ihre Tanzausbildung fortsetzt. Nachdem der Vater sein Vermögen verloren hat, tritt Marika Rökk, als elfjährig in die Ballett-Truppe Hoffmann Girls ein.
 "Akrobatik wurde zuerst noch ausgeklammert bei mir, die mußte ich erst studieren – und das tat ich. Mein Pensum war unheimlich reichhaltig, aber ich schaffte alles mit unverwüstlicher Gesundheit und einer überschäumenden Lebensfreude." (Rökk, 1974).
Mit dem Honorar für ihr Engagement im Moulin Rouge kann sie die Familie unterstützen. Ende 1925 fährt die Truppe nach Neuyork, tritt am Broadway auf und geht auf Tournee durch die USA. Danach löst Hoffmann die Truppe auf; Rökk besucht die Nat Wayburn-Tanzschule, bekommt kleinere Engagements. Ende 1929 kehrt sie nach Europa zurück und tritt als Tänzerin, dann auch als Sängerin, in Shows und Revuen in Hamburg, Berlin, Monte Carlo, Cannes, London, Paris auf, schließlich auch wieder in Ungarn. Sie hat in Ofenpest in Operetten und musikalischen Lustspielen Erfolg, spielt auch in Wien.

Ihre ersten Filmerfahrungen macht Rökk 1930 mit Auftritten in Monty Banks Kolonial-Komödien "Kiss me, Sergeant" und "Why Sailors Leave Home", dreht 1933 in Ungarn "Kisertetek vonata". Nach ihrem großen Erfolg in der Bühnenrevue "Stern der Manege" von Lászlo Bus-Fekete, erhält sie am 14. November 1934 von der Ufa einen Zweijahresvertrag. Ihr erster deutscher Film ist die Zirkus-Komödie "Leichte Kavallerie", die Werner Hochbaum im Sommer 1935 inszeniert.
Ab ihrem zweiten Ufa-Film, "Heißes Blut", wird der Regie-Routinier Georg Jacoby ihr Leibregisseur, mit dem sie bis Ende der 50er Jahre überwiegend zusammenarbeitet und den sie 1940 heiratet. Zu ihrer Gruppe gehören meist der Kameramann Konstantin (Irmen-)Tschet, die Choreografin Sabine Ress und die Komponisten Franz Grothe und Peter Kreuder. Nach anfangs zögernd einsetzendem Erfolg wird sie einer der Stars des Unterhaltungskinos des Dritten Reiches.
Zur Ausprägung ihres Star-Rufes gehört es, die Handlungsideen ihrer Drehbücher nicht allzu sehr zu differenzieren.
In "Der Bettelstudent", "Gasparone" (beide nach Millöcker-Operetten) und "Hallo Janine" bildet sie mit dem holländischen Schauspieler und Sänger Johannes Heesters ein Traumpaar des Revuefilms; danach zieht dieser es vor, seine Karriere allein fortzusetzen. 1940 entsteht mit "Kora Terry" Rökks ambitioniertester Film. Sie spielt, unterstützt durch zahlreiche Trickaufnahmen, zwei charakterlich sehr unterschiedliche Schwestern, die jahrelang gemeinsam als Tänzerinnen aufgetreten sind. Als die temperamentvolle Maha verunglückt, schlüpft die bislang stille und zurückhaltende Kora in deren Rolle. Ein Drehbericht zeigt, wie stark Rökk die gesamt Filmherstellung bestimmt: "Sie steht im Mittelpunkt der Tanzinszenierung mit ihrem großen Aufwand an Menschen und Dekorationen. Die Pause, in der die Beleuchtung umgeändert wird, benutzt sie unermüdlich zu Proben. Immer wieder erörtert sie mit dem Kameramann Konstantin Irmen-Tschet, wie sie die einzelnen Phasen ihres Tanzes am besten den Schwenkungs-Möglichkeiten der Kamera anpassen kann. Die oft gerühmte Arbeitsdisziplin der Rökk zeigt sich auch hier. Wir sahen mehr als zwei Stunden lang den Aufnahmen zu und es gab während der ganzen Zeit kaum eine Minute, in der diese Schauspielerin nicht in irgendeiner Weise aktiv an der Filmgestaltung beteiligt war." (Film Kurier, 6. Juni 1940).
Neben Willy Fritsch steht sie 1941 im ersten deutschen Farb-Spielfilm "Frauen sind doch bessere Diplomaten" vor der Kamera. Nach der Fertiggestellung des Farbfilms "Die Frau meiner Träume" erwartet das Ehepaar Rökk/Jacoby im österreichischen Radstadt die Geburt ihres Kindes. Tochter Gabriele (Gaby), die später selbst Schauspielerin wird, kommt am 13. April 1944 in Salzburg zur Welt. Während bis in den März 1945 in Babelsberg die Produktion des Films "Die Puppe" vorbereitet wird, versucht Rökk mit ihrer Familie – neben Jacoby auch ihre Eltern und ihr Korrepetitor Theo Nordhaus – in die Schweiz zu gelangen.

Nach Kriegsende, das sie im bayerischen Mayrhofen erlebt, macht Rökk zunächst Unterhaltungsabende für die amerikanischen Truppen. 1945 erhalten sie und Jacoby vorübergehend Betätigungsverbot in Deutschland und Österreich. Durch den Prozeß gegen eine Wiener Zeitung, die sie aufgrund einer amerikanischen Veröffentlichung der Spionage verdächtigt hat, kann Rökk sich rehabilitieren und wird 1947 vom Ehrengericht der Österreichischen Schauspielervereinigung freigesprochen. In Wien entsteht ihr erster Nachkriegsfilm ("Fregola"). "Kind der Donau", den Jacoby 1950 als Regisseur und Produzent für die Sovexport-Film herstellt, zeigt Rökk als Werktätige, die in ihrer Freizeit ein künstlerisches Kollektiv gründet. Ab 1951 arbeitet sie auch wieder für den deutschen Film, und setzt dabei – zunächst ausschließlich mit Jacoby als Regisseur – auf die alten Rezepte: "Die Czardasfürstin", "Die geschiedene Frau" und "Bühne frei für Marika" (alle mit Heesters als Partner). "Maske in Blau" entsteht 1952/53 als einziger Film der gemeinsamen Produktionsfirma Röja-Film, Berlin. In einem ihrer letzten Filme, "Die Fledermaus", war Peter Alexander ihr Partner.
Daneben wendet sie sich wieder mehr der Bühne zu, bestreitet – meist mit ihren Tanzpartnern Helmut Ketels und Claus Christofolini – Tourneen und spielt u.a. in Wien, Hamburg, München und Berlin en suite Operetten ("Maske in Blau", "Blume von Hawaii", "Gräfin Mariza", "Die Csardasfürstin"). Sie hat vor allem in der Titelrolle des Musicals "Hello, Dolly" (1968) und der für sie erarbeiteten musikalischen Komödie "Die Gräfin vom Naschmarkt" (Theater an der Wien, 1978; auch TV) Erfolg. Am 30. November 1984 gibt sie im Deutschen Theater München mit "Ball im Savoy" ihre offizielle Abschiedvorstellung. Nach einer mehrjährigen Pause – ausgelöst durch den Tod ihres zweiten Mannes Fred Raul – spielt sie 1986/87 in verschiedenen Städten die Hauptrolle in der Boulevard-Komödie "Das Kuckucksei".
Rökk weiß ihre Popularität und Vitalität auch in der Werbung (Schönheits-Präparat "Hormocenta") und zahlreichen Auftritten im Fernsehen einzusetzen, u.a. gemeinsam mit ihrer Tochter Gaby in der "Peter Alexander-Show" und in eigenen Shows wie "Eine Frau in unseren Träumen" (ZDF 1970). Ihren 75. Geburtstag begeht die ARD mit einem "Abend für Marika Rökk". Daneben bleibt ihre Hauptrolle als Wienerin im Berlin der Jahrhundertwende in der TV-Serie "Die Schöngrubers" (mit Gaby Jacoby) ein Einzelfall. Ihr letzter Film wird Peter Schamonis Veteraninnen-Treffen in "Schloß Königswald" (1986/87), in dem sie ihr Leinwand-Ansehen ironisch wendet. Eine von Radio Bremen produzierte und 1981 in der ARD gesendete Dokumentation der Reihe "Frauengeschichten" wird im August 1983 nach einer Intervention Rökks beim Intendanten aus dem Programm des ORF genommen.
Marika Rökk stirbt am 16. Mai 2004 in Baden bei Wien.

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Idole der Nazis 02 - Hanna Reitsch. Hitlers Fliegerin (2010)


Zweiter Teil der Reihe Idole der Nazis ist Hanna Reitsch. Hitlers Fliegerin.

Hanna Reitsch wurde am 29. März 1912 im schlesischen Hirschberg als Tochter eines Augenarztes geboren, ihre Mutter entstammte dem österreichischen Adel. Nach Abitur und einigen Semestern Medizinstudium verschrieb sie sich ihrer großen Leidenschaft, der Fliegerei. Der weltbekannte Flugpionier Wolf Hirth war einer ihrer Lehrmeister.
Ab 1932 stellte sie zahlreiche ( insgesamt waren es 40 ) Höhen- und Dauerrekorde im Segel- und Motorflug auf. Als erste überquerte sie in einem Segelflugzeug die Alpen (1937). In ihrem Buch „Mein schönstes Flugerlebnis“ schildert sie diese Glanzleistung mit folgenden Worten:

 „Ein unheimliches Gefühl, die Bergwände immer höher anwachsen zu sehen! Unter mir keine Möglichkeit den Vogel heil zu landen. Der blasse Schatten meines ‚Sperber Junior‘ zieht schon ganz nahe unter mir über den steinigen Boden. Die Angst würgt und schnürt mir die Kehle zu. Da entdecke ich plötzlich, kaum dreißig Meter unter mir entfernt, zwei Bergdohlen, die dicht an den Bergwänden kreisen, ich fliege ganz nahe an sie heran, so nahe, daß ich fürchte, mit den Flächen die Felsen zu streifen. Und nun lupft es auch mich. Die ganze Bergwelt liegt unter mir und scheint wie für einen ewigen Feiertag in Licht und Glanz gehüllt. Einsam fliege ich über die glitzernde, schweigende, schneebedeckte Pracht. Grünlichblau schillern die Gletscher zu mir herauf. Der Sperber Junior hat mit mir erlebt, was bis jetzt noch niemand erlebt hat, er hat einen Menschen motorlos über die Alpen getragen.“

Noch 1937 wurde Hanna Reitsch zum ersten weiblichen Flugkapitän der Welt ernannt. Schon im Jahre 1938 führte sie der staunenden Öffentlichkeit in der Berliner Deutschlandhalle den weltweit ersten Hubschrauber FW 61 in Aktion vor. Als todesmutige Testpilotin flog sie für die deutsche Luftwaffe unter anderem riesige Lastensegler sowie die ersten Düsenflugzeuge. Dabei riskierte sie im wahrsten Sinne Kopf und Kragen. Als sie in Augsburg die Raketenmaschine Me 163a und Me 163b einflog, stürzte sie ab und wurde schwer verwundet (Anmerkung: Dazu schrieb sie in ihrem Buch „Fliegen mein Leben“, daß ihr Gleichgewichtssinn gestört gewesen war, und sie sich in eine Jagdhütte von ihrem Vater oder Freunden, zurückgezogen hatte. Nachts stieg sie dann auf den Dachfirst und balancierte so lange auf dem Dachfirst herum, bis sie den Gleichgewichtssinn wiedergewonnen hatte und wieder an Fliegen zu denken war.). Gegen Kriegsende absolvierte sie Probeflüge mit einer bemannten Variante der V1 und der Gleitbombe Me 323, ein todesmutiges Unterfangen. Vier der acht Versuchspiloten überlebten die Flüge nicht, zwei wurden schwer verletzt.

Im November 1944 wurde Hanna Reitsch bei einem Fliegerangriff erheblich verwundet. Anfang 1945 flog sie zweimal in die Festung Breslau, dann erkundete sie in Tirol Notlandeplätze für Verwundetentransporte.
Großes Aufsehen erregte ihr Flug von und nach Berlin in den letzten Kriegstagen. Mit dem neuen Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe, Robert Ritter von Greim, landete sie unter schwerem Artilleriefeuer in Gatow. Von Greim erlitt dabei einen Beindurchschuß. Reitsch und von Greim blieben drei Tage im Kanzleibunker. Von dort sollte es mit einem „Storch“ weitergehen. Der spektakuläre Rückflug mit von Greim erfolgte am 28. April mit einem Schulungsflugzeug „Arado 96“ unter stärkstem russischem Dauerbeschuß, da die Russen darin wahrscheinlich Hitler vermuteten, der die Reichshauptstadt verlassen wolle. v. Greim und Reitsch landeten in Rechlin und fuhren dann weiter zum Stab von Dönitz.
Bis Kriegsende blieb die zierliche Frau Pilotin des letzten Oberbefehlshabers und unternahm für ihn waghalsige Flüge.
Reitsch flog zu Kriegsende nach Kitzbühel zu ihrer Familie. Sie wurde dort von VSA-Soldaten in einem Krankenhaus festgenommen, nachdem sie ein englischer Flieger verraten hatte. Ihr Vater wählte den Freitod, nachdem die VSA-Militärs ihm angekündigt hatten, ihn in die sowjetische Besatzungszone zurückzusenden.

Während der 18-monatiger US-Gefangenschaft wurde sie ausführlich über ihren Aufenthalt im Kanzleibunker vernommen. Die Protokolle der Vernehmungen gelangten in der VS-Soldatenzeitung Stars & stripes an die Öffentlichkeit und wurden vom späteren Prof. Hugh Trevor-Roper sehr frei bearbeitet und in seinem Buch The Last Days of Hitler (London 1946) verwendet. Reitsch wandte sich energisch gegen die ihr zugeschriebenen Äußerungen und bezeichnete sie als Fälschung.
Im Dezember 1947 wurde Reitsch als „Nichtbetroffene“ entnazifiziert, da sie keiner nationalsozialistischen Organisation angehört hatte.
In bundesdeutschen Medien hingegen wurde sie dennoch, weil sie sich gegen Umerziehung und antideutsche Bewältigung verwahrte sowie politisch rechts auftrat, von den etablierten Medien als ewig Gestrige beschimpft.

Hanna Reitsch flog wieder Segelmeisterschaften und Weltrekorde.
Ab 1959 pflegte sie eine Freundschaft mit dem indischen Ministerpräsidenten Pandit Nehru und organisierte den Aufbau des Segelfluges in dessen Land.
Ab 1963 baute sie unter Präsident Nkrumah das Flugwesen Ghanas auf.
1961 wurde Reitsch von Präsident Kennedy im Weißen Haus empfangen und wurde u. a. als erste Hubschauberpilotin der Welt hoch geehrt. Sie hielt Vorträge in den VSA und traf sich mit dem Raketenspezialisten Prof. Wernher von Braun.
1972 wurde sie zum „Pilot of the Year“ gekürt und vom Internationalen Komitee für Luft- und Raumfahrt mit der Pionierkette dekoriert (Vorbild als Frau und Flieger).
Reitsch flog begeistert bis zu ihrem Lebensende. Im Jahre 1978, schon kränklich, fand ihr letzter großer Flug über die Alpen statt. Dieser wurde mit einer Strecke von 715 km wieder ein neuer Weltrekord.
Hanna Reitsch starb 1979 67jährig überraschend in Frankfurt am Main an akutem Herzversagen. Auf dem Kommunalfriedhof Salzburg wurde sie im Grab ihrer Familienangehörigen beigesetzt.

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Idole der Nazis 01 - Otto Skorzeny. SS Agent für Hitler (2010)



Teil 1 der dreiteiligen Reihe Idole der Nazis ist Otto Skorzeny. SS Agent für Hitler.

Am 12. Juni 1908 wurde Otto Skorzeny in Wien geboren. Er entstammte einer alten Soldatenfamilie der k.u.k. Monarchie. Skorzeny erlebte als Zwölfjähriger den von allen relevanten politischen Kräften Deutschösterreichs, linker wie rechter, gewollten Anschluß Deutschösterreichs an das Deutsche Reich mit (Verfassung vom 23. März 1919). Erst im Oktober 1919 wurde das schon als vereint gesehene Land wieder von den alliierten Siegermächten unter Mißachtung des zuvor von ihnen propagierten „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ zerissen.
Skorzeny prägten die alljährlich auf dem Wiener Heldenplatz stattfindenden Demonstrationen für die Wiedervereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Deutschen Reich, aber auch 1921 die Volksabstimmung in Tirol, bei deren Ausgang 98,8% für einen Anschluß an das Deutsche Reich stimmten.
1926 begann er ein Studium der Ingenieurswissenschaften an der Technischen Hochschule Wien. Dort wurde er Mitglied der schlagenden „Burschenschaft Markomannia zu Wien“ und holte sich beim akademischen Fechtkampf seine auffälligen „Schmisse“ auf der linken Gesichtshälfte, weshalb er später von den Alliierten „Scarface“ (deutsch: Narbengesicht) genannt wurde. Nach dem Maschinenbaustudium wurde er 1931 Diplomingenieur.
In seiner Freizeit spielte er Fußball und freundete sich mit dem späteren Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger an.
1927 kam es zum sozialistischen Umsturzversuch des Republikanischen Schutzbundes in Wien, an dessen Bekämpfung Skorzeny durch die „Heimatwehr“ des Fürsten Ernst Rüdiger Starhemberg und den „Heimatschutz“ des Majors Emil Fey teilnahm.
Das Verbot selbst eines harmlosen Abkommens über gegenseitige Zollfreiheit zwischen Österreich und dem Deutschen Reich durch die Siegermächte des Ersten Weltkrieges motivierte Skorzeny für seinen Kampf um die Wiedervereinigung beider deutschen Länder.
Skorzeny, der sich als Gerüstbauer durchschlug, lernte im Jahre 1932 Joseph Goebbels kennen, als dieser in Wien eine Propagandarede hielt. Dieser mitreißende Augenblick veranlaßte Skorzeny, der NSDAP beizutreten.
1933 etablierte sich in Österreich eine christlich-autoritäre Diktatur unter Engelbert Dollfuß, der sämtliche Parteien verbot und das Parlament auflöste.
Der Aufstand im Juli 1934 gegen das Dollfuß-Regime hatte keinen Erfolg, obwohl Dollfuß selbst dabei umkam. Skorzeny befand sich zum Zeitpunkte des Aufstands in Italien auf einer Urlaubsreise. Dort lernte er Mussolini kennen. Dabei erfuhr er, daß der Duce fünf italienische Divisionen zum Einmarsch nach Österreich an der Grenze hatte aufmarschieren lassen für den Fall, daß der mit italienischem Geld finanzierte Aufstand gelungen wäre. Für Mussolini zählte das deutsche Österreich bis dahin zu seinem „römischen“ Interessensgebiet.
1935 wurde Skorzeny Mitglied des „Deutschen Turnerbundes“, der 60.000 militärisch geschulte Mitglieder hatte, und wurde dort Zugführer.
Auf Druck des Deutschen Reiches ernannte Bundespräsident Wilhelm Miklas im März 1938 den von Hitler geforderten Arthur Seyß-Inquart zum neuen Bundeskanzler. In der Nacht vom 10. auf den 11. März versuchte eine SA-Abteilung den Präsidentenpalast zu stürmen und Bundespräsident Miklas zu entführen, der aber von seiner Garde verteidigt wurde.
Skorzeny verhinderte durch sein Einschreiten als Zivilist ein Massaker. Seyß-Inquart bedankte sich persönlich bei Skorzeny.
Skorzeny machte nach dem Anschluß Österreichs einen selbst finanzierten Pilotenschein. Beruflich stieg er zum Teilhaber einer Gerüstebaufirma auf. Zu seinem Freundeskreise zählen Ingenieur Ferdinand Porsche und Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, dessen Tochter er in zweiter Ehe heiratete.

Skorzeny bewarb sich 1940 als Pilot bei der Luftwaffe, die ihn wegen seines zu hohen Alters von 31 Jahren ablehnte. Danach versuchte er es bei der Waffen-SS, die ihn als Ingenieur in einer Kfz-Instandsetzungskompanie einsetzte.
Den Westfeldzug durchlebte er in den Reihen des SS-Regimentes Germania. Am 30. Januar 1941 folgte seine Beförderung zum SS-Untersturmführer. Nachdem er im April 1941 in Serbien miteingerückt war, nahm er in den Reihen der SS-Division „Das Reich“ am Ostfeldzug teil. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und kämpfte ostwärts von Kiew gegen eingeschlossene sowjetische Verbände. Danach stieß er mit seiner Division bis nach Moskau vor.
Im November 1941 wurde Skorzeny durch Stalinorgel-Raketen am Kopf verwundet, zog sich im Lazarett außerdem die Ruhr zu und litt an Gallenkoliken.
Skorzeny wurde 1942 nach seiner Entlassung aus einem Wiener Lazarett nur noch „GvH“ geschrieben und zu einer Wachsoldateneinheit der „Leibstandarte Adolf Hitler“ nach Berlin versetzt. Der Dienst langweilte ihn dort, deshalb meldete sich Skorzeny zur Panzerwaffe. Vor seinem Fronteinsatz bei der SS-Division „Totenkopf“ erlitt Skorzeny einen Ruhrrückfall und wurde erneut zur Reserve der LAH nach Berlin zurückversetzt.
Im April 1943 bot man Skorzeny eine neue Verwendung: Für den Sonderlehrgang „Oranienburg“ der Waffen-SS wurde ein neuer Chef gesucht, der gleichzeitig in Friedenthal bei Oranienburg eine Schule für den Agenteneinsatz hinter den feindlichen Linien aufbauen sollte. Skorzeny übernahm beide Aufgaben und wurde als SS-Obersturmführer der Reserve beim Amt VI, SD-Ausland (Auslandsnachrichtendienst) des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) kommandiert. Zusammen mit seinem Adjutanten, SS-Obersturmführer Karl Radl, zog er geeignete Soldaten für die neue Einheit heran und studierte gründlich alle Berichte über Ausbildung und Einsatz von Kommandotruppen. Zu den Aufgaben der Kommandotruppe gehörten Infanterie- und Pionierausbildung, der Umgang mit Granatwerfern, leichten Geschützen und Panzern, Fahrerausbildung an Motorrad, Auto, Motorboot und Lokomotive sowie Sport und Reitunterricht.
Danach wurde zum SS-Hauptsturmführer (Hauptmann) d. R. befördert. Viele der von ihm geplanten Operationen sahen die verantwortlichen Vorgesetzten als „zu riskant“ an und lehnten sie ab. Er bezeichnete sie selbst als „Einsätze, die Wunschträume blieben“ - von denen jeder einzelne im Erfolgsfall den Krieg hätte entscheiden können.

Am 25. Juli 1943 wurde Benito Mussolini durch ein Komplott, das von hohen Funktionären der faschistischen Partei vorbereitet worden war, abgesetzt, verhaftet und an einem unbekannten Ort untergebracht. Skorzeny wurde daraufhin, zusammen mit fünf anderen Offizieren, ins Führerhauptquartier befohlen.
Adolf Hitler wählte ihn für eine Aufgabe aus, die er ihm unter vier Augen erläuterte. Er sei davon überzeugt, daß Italien unter einer - vom König eingesetzten neuen Regierung - bald aus dem Kriege ausscheiden und den Duce an die Alliierten ausliefern werde.
Skorzenys Aufgabe sei es gewesen, den Aufenthaltsort Mussolinis ausfindig zu machen und ihn aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Der Einsatz sollte mit größter Geheimhaltung vorbereitet und durchgeführt werden. Nach Rücksprache mit General Student gab Skorzeny vom Führerhauptquartier aus seine Weisungen für die Bildung einer Einsatzgruppe nach Berlin durch. Bis zum nächsten Morgen mußten etwa 40 Mann mit Tropenuniformen, Zivilanzügen, Waffen, Sprengstoff, Funkgeräten, Fallschirmen und neuen Soldbüchern versehen werden, um in Italien die Anwesenheit von Angehörigen der Waffen-SS zu verbergen.
Es war vor allem das Verdienst des Polizeiattachés an der deutschen Botschaft in Rom, des SS-Sturmbannführers Herbert Kappler, daß die häufig wechselnden Aufenthaltsorte Mussolinis ermittelt werden konnten. Einer der Aufenthaltsorte, an denen Mussolini schwer bewacht wurde, war die nördlich von Sardinien gelegene Seefestung Maddalena. Skorzeny traf Vorkehrungen, Mussolini durch den Handstreich von Soldaten, die durch Schnellboote auf die Insel gebracht werden und die italienischen Wachen überwältigen sollten, zu befreien.
Die Aktion, die am 28. August 1943 durchgeführt werden sollte, mußte jedoch gestoppt werden, nachdem bekannt geworden war, daß man Mussolini unmittelbar vorher weggebracht hatte. Die neue italienische Regierung war also über die geplante Aktion auf Maddalena scheinbar unterrichtet und konnte deshalb Mussolini im letzten Augenblick von der Insel bringen lassen. Später stellte sich heraus, daß der Abwehr-Chef und später als Hoch- und Landesverräter entlarvte Admiral Canaris auch diese Aktion verraten hatte.
Glücklicherweise konnte der neue Aufenthaltsort Mussolinis schnell festgestellt werden. Es handelte sich um das Sporthotel am Gran Sasso im Abruzzen-Gebirge - in etwa 2.000 Metern Höhe. Skorzeny und Radl überflogen am 8. September 1943 das Gebiet und machten Aufnahmen vom Gran Sasso. Kurz darauf konnte auch die Entwaffnung der Italiener durch die deutschen Truppen durchgeführt werden. Da nach der Kapitulation der italienischen Armee die Auslieferung Mussolinis an die Alliierten zu erwarten war, mußte dessen Befreiung in höchster Eile versucht werden. Ein Einsatz gegen das Hotel war nur durch eine Luftlandeoperation mit Lastenseglern möglich.
Der 1,96 m große SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny mit Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und Stahlhelm als Kommandeur des SS-Sonderverbands z. b. V. „Friedenthal“
Kurzfristig wurden aus Südfrankreich zwölf solcher Fluggeräte nach Italien befohlen. In ihnen konnten außer dem Piloten noch neun Mann untergebracht werden. Als Landeplatz legte Skorzeny eine Wiese in der Nähe des Hotels fest. Gleichzeitig sollte ein Fallschirmjäger-Bataillon im Tal die Bodenstation einer Seilbahn, welche zum Hotel führte, besetzen. Karl Radl machte noch den Vorschlag, den Carabinierigeneral Soleti mitzunehmen, der den italienischen Wachmannschaften gut bekannt war, um durch ihn den Befehl erteilen zu lassen, nicht auf die deutschen Soldaten zu schießen. Am 12. September 1943 kam es zum Start. General Student verabschiedete 17 Männer der Waffen-SS und 90 Fallschirmjäger am Flugplatz Pratica di mare. Einmal über dem Landegebiet erkannte Skorzeny jedoch, daß die von ihm als Wiese angesehene Fläche irrtümlicherweise ein Skisprunghügel war. Eine Landung war dort also nicht möglich. Skorzeny befahl nun dem Piloten, in einer Art abgefangenem Sturzflug möglichst nahe am Hotel zu landen. Sein Segler kam etwa 15 Meter vor dem Gebäude zum Stillstand.
Skorzeny, die Männer seines Flugzeuges und der Carabinierigeneral Soleti rannten auf das Hotel zu. Karl Radl, dessen Segler unmittelbar hinter dem von Skorzeny landete, hat diesen Moment in seinem Buch „Befreier fallen vom Himmel“ beschrieben:
 „Skorzeny nimmt seine Männer, sie laufen auf das Hotel zu. Da, ein italienischer Posten. General Soleti ruft ihn an: ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ Der Posten wird stehen gelassen, weiter auf das Hotel zu. Eine Tür fliegt auf. Das ist der Funkraum. Ein italienischer Soldat am Funkgerät. Er fliegt mit einem Ruck vom Stuhl. Ein, zwei Kolbenschläge mit der Maschinenpistole, und das Funkgerät ist unbrauchbar. Das wäre geschafft. Um Hilfe können die nicht mehr rufen. Doch keine Tür führt aus dem Kellerraum. Zurück, hinaus. Es geht um die Ecke am Vorbau. Wieder ein Posten. ‚Nicht schießen! Nicht schießen!’ ruft der General. Und auch dieser Posten schießt nicht. Da, eine zwei Meter hohe Betonmauer. Skorzeny steigt über die Schulter eines Mannes hinauf. Tritt ihn halb zusammen dabei. Der hilft den anderen aber auch noch hinauf. Sie stehen auf der Terrasse vor der Hausfront, wollen auf den Haupteingang zu, da fängt sich eben die 3, das ist mein Flugzeug, an der Fallschirmbremse in die Waagerechte vom Sturz auf, es ist vielleicht eine Minute vergangen. Alles zählt nur noch nach Sekunden. Meine Maschine schlägt auf, hebt sich nochmals, wird noch 50 Meter hinausgeschleudert und landet, zirka 100 Meter vor dem Hotel. Und schon eilen wir dem Chef zu Hilfe. Der sieht eben auch den Duce am Fenster. ‚Duce, treten Sie vom Fenster zurück, weg vom Fenster!’ ruft Skorzeny, er befürchtet doch noch das Entstehen einer Schießerei, und da kann leicht ein Unglück geschehen. Wir dringen weiter auf das Hotel vor… Noch bevor ich den Eingang erreiche, sind Skorzeny und Schwerdt eingedrungen, haben sich ohne Waffengebrauch einen Weg durch die Carabinieri gebahnt. Die sind völlig fassungslos und wollen aus dem Hotel heraus. Sie haben offenbar gerade Mittagsruhe gehalten. Zum Teil haben sie ihre Maschinenpistolen dabei, zum Teil sind sie ohne Waffen. Sie sehen ihren General, den viele kennen, und keiner schießt. Skorzeny und Schwerdt rasen eine Treppe in dem seinem Inneren nach vollkommen unbekannten Hotel hoch. Skorzeny reißt eine Tür auf im ersten Stock. Es ist die richtige. Drinnen steht Mussolini. Bei ihm sind zwei Offiziere und ein Mann in Zivil. Sie fliegen im Bogen heraus. Dann sind sie allein. Da erscheinen auch schon die Unteroffiziere Gföller und Gläsner in der Tür. Und als ich selbst durch die offene Tür trete, meldet Skorzeny gerade: ‚Duce, der Führer schickt uns, Sie zu befreien!’ Mussolini ist sehr bewegt. Er antwortet nur: ‚Ich wusste, daß mich der Führer nicht im Stich lassen würde.’ Drückt Skorzeny die Hand, umarmt ihn, küsst ihn auf die Wange, dasselbe geschieht mir, Schwerdt und Warger.“
Der italienische Kommandant des Hotels kapitulierte und wenig später konnte ein Fieseler Storch landen, der Mussolini und Skorzeny vom Gran Sasso zu einem Flugplatz brachte, von wo aus sie nach Wien flogen. Dort erhielt Skorzeny folgenden Anruf von Adolf Hitler:
 „Skorzeny, Sie haben eine militärische Tat glücklich zu Ende geführt, die in die Geschichte eingehen wird. Mir haben Sie meinen Freund Mussolini wiedergegeben. Ich habe Ihnen das Ritterkreuz verliehen und sie zum SS-Sturmbannführer befördert. Ich möchte Ihnen meine Glückwünsche aussprechen.“

Skorzeny war in den folgenden Monaten mit der Verstärkung seiner Kommandotruppen und der Entwicklung neuer Waffen für ihre Einsätze voll ausgelastet. Aus seinem Sonderverband z.b.V. Friedenthal entstand der Jagdverband Mitte mit fünf Bataillonen, einem Lehrbataillon und anderen Einheiten. Durch Zufall mußte er am 20. Juli 1944 wieder eine unvorhergesehene Aufgabe übernehmen. An diesem Tag brachte Oberst Stauffenberg während einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier eine Sprengladung zur Explosion, die Adolf Hitler und seine engeren Mitarbeiter töten sollte. Nach der Ausschaltung des Führers sollte das Ersatzheer die Macht übernehmen. Das Attentat schlug aber fehl und Adolf Hitler wurde nur leicht verwundet. Skorzeny hatte am 20. Juli 1944 gerade einen Zug von Berlin nach Wien bestiegen, als er erfuhr, daß von den Verschwörern alarmierte Truppen auf Berlin vorrückten. Skorzeny rückte mit einer Kompanie seiner Soldaten gegen den Sitz des Befehlshabers des Ersatzheeres vor, in dem die Verschwörer jedoch schon von Offizieren des Heeres festgenommen und einige von ihnen erschossen worden waren. Der Befehlshaber des Ersatzheeres war inzwischen befreit, jedoch seines Postens enthoben worden. Skorzeny veranlaßte daraufhin die Offiziere, ihre Arbeit wieder aufzunehmen, wärend er dafür sorgte, daß die für Rüstung, Nachschub und Ersatz zuständige Dienststelle des Heeres ihre Aufgaben wieder erfüllte.

Im September 1944 erteilte der Führer Skorzeny und Adrian Baron von Fölkersam einen neuen Auftrag. Der ungarische Reichsverweser Horthy hatte sowohl mit den West-Alliierten, als auch mit den Sowjets Fühlung aufgenommen und bereitete die Kapitulation seines Landes vor.
Skorzeny sollte diesen Abfall verhindern. Er versammelte seine Einheiten im Raum Wien, veranlaßte ihre Ausrüstung mit neuem Material und Fahrzeugen und begab sich in Zivil zur Erkundung nach Budapest. Fünf Wochen lang orientierte er sich über die örtlichen Verhältnisse. Es stellte sich heraus, daß als Beauftragter Horthys dessen Sohn Niklas über den jugoslawischen Partisanenführer Tito mit den Sowjets Kontakt aufgenommen hatte und die Waffenstillstandsverhandlungen vorbereitete. Am 15. Oktober 1944 wurde Niklas Horthy bei einem mit Titos Beauftragten geplanten Zusammentreffen von SS-Männern festgenommen, das Unternehmen „Panzerfaust“ hatte begonnen. Wenige Stunden später verkündete der ungarische Rundfunk, daß Horthy mit den Sowjets einen Waffenstillstand abgeschlossen habe.
Skorzeny befahl daraufhin für die Morgenstunden des 16. Oktober 1944 die Besetzung der Budapester Burg, in der Horthy seinen Amtssitz hatte. Um Mitternacht umzingelte ein Teil seiner Truppen den Burgberg, den anderen stellte Skorzeny zu einer Marschkolonne zusammen, mit der er bis zur Burg vorrücken und so den Eindruck erwecken wollte, es handle sich um eine vereinbarte Maßnahme. Der Plan gelang; die aufgestellten Pak-Geschütze der Ungarn feuerten nicht und schließlich kapitulierte der ungarische General. Am nächsten Tag wurde die ungarische Armee auf eine neue Regierung vereidigt, die den Kampf gegen die Sowjets an deutscher Seite fortsetzte. Eine große Gefahr für die deutschen Truppen war somit durch Skorzeny und seine Männer beseitigt worden. Als Skorzeny dem Führer seinen Einsatz in Budapest schilderte, sagte der zu ihm:
 „Das haben Sie gut gemacht, lieber Skorzeny. Ich habe Sie mit Wirkung vom 16. Oktober 1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert und Ihnen das Deutsche Kreuz in Gold verliehen.“ Daraufhin machte er Skorzeny mit seiner nächsten Aufgabe vertraut.

Im Westen war der Vorstoß der Engländer und Amerikaner an der Reichsgrenze zum Stehen gebracht worden. Der Führer plante eine neue Offensive, die aus dem Raum zwischen Aachen und Luxemburg durch die Ardennen bis an die Kanalküste führen und danach die feindlichen Kräfte nördlich der Linie Bastnach – Brüssel – Antwerpen vernichten sowie Antwerpen als Nachschubhafen der Alliierten ausschalten sollte. Skorzeny wurde im Rahmen der Operation Greif die Aufgabe übertragen, durch Soldaten in englischer und amerikanischer Uniform die Maasbrücken zwischen Lüttich und Namur in Besitz zu nehmen und sie bis zum Eintreffen der regulären Truppen vor Sprengungen zu schützen. Außerdem sollten kleine Kommandos in feindlicher Uniform hinter den amerikanischen Linien falsche Befehle erteilen, Nachrichtenverbindungen stören, alliierte Truppen irreleiten und in ihren Reihen Verwirrung stiften. Dieser Einsatz war bestimmt wirkungsvoll. Bald liefen brauchbare Nachrichten über die Situation hinter den feindlichen Linien ein . Der Führer einer Gruppe schickte zum Beispiel ein amerikanisches Panzerregiment in eine falsche Richtung, ließ Fernsprechleitungen zerstören und Wegweiser der amerikanischen Truppen entfernen. Noch größer als diese Wirkung waren aber Konfusion und Spionagehysterie, die nun hinter den amerikanischen Linien ausbrachen.

Nach dem Zusammenbruch der Ostfront erhielt Skorzeny den Befehl, mit seinen SS-Jagdverbänden, Friedenthaler (als Teil des SS-Jagdverbandes „Mitte“) und dem SS-Fallschirmjägerbataillon 500 (inzwischen zum SS-Fallschirmjägerbataillon 600 Umbenannt) ostwärts der Oder um Schwedt einen Brückenkopf zu bilden und zu halten, der für spätere Offensiven gegen die Rote Armee gedacht war. Skorzeny sicherte das Gebiet wie befohlen, sammelte zurückgehende deutsche Soldaten und SS-Freiwillige des fehlgeschlagenen Unternehmens Sonnenwende und füllte mit ihnen seine vier Bataillone auf, die den Grundstock der Division Schwedt (Kampfgruppe/Sperrverband Skorzeny) bildeten. Er konnte auch zahlreiche Flüchtlinge sicher über die Oder bringen.
Am 28. Februar 1945 sagte ihm der Führer:
 „Skorzeny, ich muß Ihnen danken für Ihre Leistungen an der Oderfront. Ihr Brückenkopf war lange Tage der einzige Lichtblick. Ich habe Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen und werde es Ihnen in einigen Tagen aushändigen. Dann müssen Sie mir über Ihre Erfahrungen berichten.“
Bei Kriegsende geriet Skorzeny, am 20. April 1945 noch zum SS-Standartenführer der Reserve befördert, in der Nähe von Salzburg in VS-amerikanische Gefangenschaft. Skorzeny und die Reste seiner Jagdverbände hatten noch bis zum 20. Mai 1945 in der Alpenfestung ausgehalten.
Skorzeny sagte in einem Gespräch von 1953, daß er mit hundert zuverlässigen Männern und zwei Hubschraubern auch die Gefangenen aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis leicht hätte befreien können.

Im Jahre 1947 wurde er (gemeinsam mit Karl Radl und acht anderen) in Dachau wegen des Einsatzes von Soldaten in feindlicher Uniform im Zuge des Unternehmens „Greif“ angeklagt, jedoch freigesprochen. Bis zum Juli 1948 wartete er im Arbeitslager Darmstadt auf sein sogenanntes Entnazifizierungsverfahren, das aber immer wieder verschoben wurde, um Skorzeny lange in Haft zu behalten. Deshalb wählte er von sich aus am 27. Juli 1948 den Weg in die Freiheit. Er blieb noch zwei Jahre lang in Deutschland und Frankreich und ging 1951 nach Spanien, wo er sehr erfolgreich als Ingenieur tätig war. Auch hat er geholfen, einen ägyptischen Geheimdienst mit dem Namen Moukhabarat zu formieren. Ein schweres und unheilbares Lungenleiden führte ihn 1975 zur ärztlichen Behandlung nach Heidelberg. Dort waren die letzten Besucher vor seiner Rückkehr nach Spanien, acht Tage vor seinem Tod, Hans Ulrich Rudel und Waldemar Schütz. Otto Skorzeny berichtete ihnen bei dieser Gelegenheit von seinem Besuch im Führerhauptquartier im Herbst 1944, als der Führer erkrankt war und ihn an seinem Bett empfing. Der Führer sagte ihm an diesem Tag, er habe die Atombombe deshalb nicht bauen lassen, weil er nicht die Verantwortung dafür übernehmen wollte, daß die Menschheit durch ein solches „Teufelswerk“ vernichtet werde. Am 5. Juli 1975 starb Otto Skorzeny in Madrid. Seine Urne wurde in Wien beigesetzt.

http://dfiles.eu/files/stfqzdt7j

Sonntag, 1. September 2013

Der Hofrat Geiger (1947)

Maria Andergast, Hans Moser, Paul Hörbiger

Der Hofrat Geiger ist ein Film von Hans Wolff von 1947 nach dem gleichnamigen musikalischen Lustspiel von Martin Costa. Die Uraufführung des Theaterstücks fand 1942 in Prag statt.

Handlung:

Hofrat Geiger und sein Faktotum Ferdinand Lechner, als Ministerialbeamte im Jahr 1938 pensioniert, leben sehr zurückgezogen. Um dem Hofrat das Pensionistendasein zu erleichtern, redet ihm Lechner ein, dass dessen Nachfolger sich in der Materie nicht gut auskennt und ihn um Rat bittet. Zu diesem Zweck „borgt“ sich Lechner alte Akten, die der Hofrat bearbeitet. Aus einem dieser alten Akten erfährt Geiger, dass er mit Marianne Mühlhuber, die er im Sommer 1929 in Spitz an der Donau kennenlernte, eine Tochter hat.

In Spitz fristet Marianne Mühlhuber ein tristes Dasein als Wirtschafterin des heruntergekommen Gasthauses „Blaue Gans“, in die sie der alte Windischgruber seinerseits mit ihrem unehelichen Kind auf Kost und Quartier aufgenommen hat. Die Gäste bleiben aus, die Schulden drücken. Marianne wird von Matthias Pfüller, Bürgermeister, Fleischhauer und Inhaber des „Goldenen Ochsen“ heftig umworben. Ihre Tochter, Mariandl, 17, ist unsterblich in den Hausdiener Hans verliebt. Da Hans „nix ist und nix kann“ und um zu verhindern, dass auch ihre Tochter ein uneheliches Kind zur Welt bringt, versucht die Mutter vergeblich, diese Liebe zu unterbinden...

Altersfreigabe FSK 12

Stab:

Regie Hans Wolff
Drehbuch Hans Wolff, Martin Costa (Buchvorlage)
Produktion Willi Forst-Film
Musik Hans Lang
Kamera Rudolf Icsey, Ladislaus Szemte

Besetzung:

 Paul Hörbiger: Franz Geiger
 Hans Moser: Ferdinand Lechner
 Maria Andergast: Marianne Mühlhuber
 Waltraut Haas: Mariandl
 Hermann Erhardt: Matthias Pfüller
 Louis Soldan: Hans
 Josef Egger: der alte Windischgruber

Der Film spielt, obwohl das gleichnamige Theaterstück 1942 entstand, im Jahre 1947, also zwei Jahre nach Kriegsende, zur Zeit der Besatzung und Lebensmittelrationen. Im Vorspann heißt es: Dieser Film spielt im heutigen Österreich, das arm ist und voller Sorge. Doch - haben Sie keine Angst - davon zeigt er Ihnen wenig. Er geht an der Zeit nicht vorbei, er erzählt nur, dass vieles - wenn man will - auch eine heitere Seite haben kann.

 Anschluss 1938: Hofrat Geiger wurde beim Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland so wie andere missliebige Beamte aus seinem Amt entfernt.
 Wiedergutmachung: Geiger will „gutmachen“, was er angestellt hat. Marianne „kann das Wort schon nicht mehr hören“. Auch für Marianne sind die schweren Zeiten mit dem unehelichen Kind nicht einfach durch eine Heirat und finanzielle Sicherheit gutzumachen.
 Tauschgeschäfte: wie in der rauen Wirklichkeit, in der manche Städter ihren Familienschmuck für Schmalz und Milch hingeben mussten, hatte auch Lechner Probleme, die Eier für Geigers Gabelfrühstück zu bekommen.
 Endlose Schlangen vor den Ämtern: ein sich über ein ganzes Jahr hinziehender Amtsweg war auch in der Realität eher die Regel als die Ausnahme.
 Geschlossene Ämter wegen Strom- und/oder Kohlenmangel: ein Abbild der Zeit.
 Dorfkaiser: Pfüller ist der Prototyp des allmächtigen Dorfkaisers, Bürgermeister, Fleischhauer, Gastwirt und Weinbauer, der sich alles erlaubt und seine Machtstellung weidlich ausnützt.

Der Hofrat Geiger war mit der außergewöhnlich hohen Besucherzahl von 2.548.000 bis zum 30. April 1951 der wirtschaftlich erfolgreichste Film der Nachkriegsjahre. Für die Rolle der Marianne Mühlhuber war ursprünglich Christl Mardayn vorgesehen. Für die Film-Debütantin Waltraut Haas bedeutete der Film den Durchbruch zu einer erfolgreichen Karriere. Sie war auf Betreiben von Regisseur Hans Wolff ausgewählt worden und dabei unter anderem der damals allerdings noch wenig bekannten Maria Schell vorgezogen worden. Ihre Gage betrug 1500 Schilling. Das im Film mehrmals intonierte Lied Mariandl war in der Interpretation von Maria Andergast und Hans Lang bereits der erfolgreichste Schlager des Jahres 1947 überhaupt. Der Text dieses Liedes mit dem Reim von „Wachauer Landl“ auf „Mariandl“ stammte von Kurt Nachmann.

http://dfiles.eu/files/9cba8wlbr

Freitag, 23. August 2013

Donnerstag, 15. August 2013

Anastasia, die letzte Zarentochter (1956)

Dorothea Wiecks, Lilli Palmer

Anastasia, die letzte Zarentochter ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1956. Er entstand unter der Regie von Falk Harnack und handelt von einer Unbekannten, die im Jahr 1920 in Berlin aus dem Landwehrkanal gezogen wurde und für die russische Zarentochter Anastasia Nikolajewna Romanowa gehalten wurde.

Handlung:

Im Jahr 1920 springt in Berlin eine unbekannte Frau in den Landwehrkanal. Im Krankenhaus weigert sie sich, Namen und Herkunft mitzuteilen. Der behandelnde Arzt stellt im Kopfbereich Narben fest, die möglicherweise von Schlag- und Schussverletzungen stammen, sowie deformierte Füße.

Fräulein Peuthert, die sich zur Untersuchung vorübergehend in der Klinik aufhält, erkennt in ihr die Zarentochter Anastasia wieder und informiert umgehend einige russische Adelige. Baronesse Frau von Pleskau kann die Identität der Unbekannten jedoch nicht bestätigen. Kammerdiener Wolkow jedoch erkennt Anastasia, da diese Einzelheiten über die Zarenfamilie weiß und auch ihn wiedererkennt...

Altersfreigabe     FSK 12

Stab:

Regie     Falk Harnack
Drehbuch     Herbert Reinecker
Produktion     Günter Matern
Musik     Herbert Trantow
Kamera     Friedl Behn-Grund
Schnitt     Kurt Zeunert

Besetzung:

    Lilli Palmer: Die Unbekannte
    Ivan Desny: Cleb Botkin
    Rudolf Fernau: Serge Botkin
    Tilla Durieux: Zarenmutter
    Dorothea Wieck: Großfürstin Olga Romanow
    Ellen Schwiers: Prinzessin Katharina
    Käthe Braun: Frau von Rathleff-Keilmann
    Margot Hielscher: Kronprinzessin Cäcilie
    Otto Graf: Herzog von Leuchtenberg
    Franziska Kinz: Herzogin von Leuchtenberg
    Hans Krull: Friedrich Ernst, Prinz von Sachsen-Altenburg
    Adelheid Seeck: Prinzessin Irene von Preußen
    Fritz Tillmann: Baron von Pleskau
    Alice Treff: Baronesse von Seekendorf
    Erik von Loewis: Baron Valepp
    Susanne von Almassy: Frau Stevens
    Eva Bubat: Gertrud Schanzkowsky
    Berta Drews: Fräulein Peuthert
    Maria Sebaldt: Leichtes Mädchen
    Reinhold Bernt: Landpolizist
    Paul Bildt: Wolkow
    Emmy Burg: Pflegerin Schwarzkopf
    Peter Carsten: Soldat Tschaikowski
    Erika Dannhoff: Frau von Pleskau
    Fritz Eberth: Jurowski
    Kurt Heintel: Kotow
    Lucie Höflich: Frau Bäumle
    Karl Klüsner: Dr. Kersten
    Reinhard Kolldehoff: Fichte
    Stanislav Ledinek: Woroneff
    Robert Meyn: Deutscher Rechtsanwalt
    Marina Ried: Doris Wingender
    Traute Rose: Aufwartefrau
    Edgar Ott: Förster

Mittlerweile haben DNA-Tests bestätigt, dass "Anastasia" die polnische Fabrikarbeiterin Franziska Schanzkowska war, ihr Name wurde im Film schon erwähnt.

Uraufführung war 27. September 1956.

http://dfiles.eu/files/au8449pyd

Mittwoch, 14. August 2013

Rudi Dutschke (2002)


Rudi Dutschke ist ein Dokumentarfilm aus der Reihe Deutsche Lebensläufe.

Alfred Willi Rudi Dutschke, Rufname Rudi (* 7. März 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde; † 24. Dezember 1979 in Arenhusen, Dänemark) war der bekannteste Wortführer der in der BRD- und West-Berlin agierenden Studentenbewegung der 1960er Jahre.

Von einigen Massenmedien zur Kultfigur des Protestes gegen das »Establishment« hochgejubelt, fiel er 1969 dem Attentat eines aufgehetzten Geisteskranken zum Opfer. Während um die vielen z. T. Schwerverletzten als Folge der von Dutschke inszenierten »Demos« kaum Aufhebens gemacht wurde, erregte das Attentat des Irren weltweite Empörung. Nach langwieriger Behandlung setzte sich Dutschke nach London ab. Von dort mußte er wegen des Vorwurfs »subversiver Tätigkeit« verschwinden. Schließlich nahmen ihn die Sozialisten Dänemarks als Lehrbeauftragten in Arenhusen auf. In seinen späteren Schriften gibt es Ansatzpunkte zu einem linken Patriotismus, einem deutschen Sozialismus ohne Moskauer Bevormundung. Zuletzt hoffte er auf einen Durchbruch der (neomarxistischen) Grünen.

http://dfiles.eu/files/164cbp8oj

Sonntag, 11. August 2013

Ave Maria (1953)


Ave Maria ist ein deutsches Melodram von Alfred Braun aus dem Jahr 1953.

Handlung:

Die berühmte Konzertsängerin Karin Twerdy kehrt nach Jahren der Abwesenheit zu ihrer Tochter Daniela zurück. Die hatte sie als Kind in eine Klosterschule gegeben, wo aus Daniela inzwischen eine junge Frau geworden ist. Mit dem Gesang des Liedes Ave Maria in der Kirche lenkt Karin nicht nur Danielas Aufmerksamkeit auf sich, sondern auch die des reichen Industriellen Dietrich Gontard. Sein Sohn Thomas und Daniela sind ein Paar und Dietrich wiederum könnte sich eine Beziehung zu Karin vorstellen. Was er nicht weiß ist, dass Karin schon seit längerem keine Konzertreisen mehr unternimmt, sondern sich ihr Geld unter dem Namen Marita Talland als Sängerin in einem eigenen Nachtlokal in Hamburg verdient. Nun will sie das Lokal verkaufen, um ihr Leben neu zu beginnen.

Sie bricht ihren Urlaub bei Dietrich ab und geht nach Hamburg, um den Verkauf zu regeln. Der Käufer jedoch hält sie hin und so tritt sie an einem Abend entgegen ihrer Vorsätze noch einmal persönlich auf, um das Lokal voll zu kriegen und den Käufer zu einem schnelleren Kauf zu bewegen. Zufällig besucht Dietrich das Lokal und sieht sie als Verführerin auf der Bühne...

Altersfreigabe     FSK 12

Stab:

Regie     Alfred Braun
Drehbuch     Wolf Neumeister, Hans Wendel
Produktion     Ilse Kubaschewski für Divina-Film
Musik     Franz Grothe
Kamera     Werner Krien
Schnitt     Erwin Marno

Besetzung:

    Zarah Leander: Sängerin Karin Twerdy
    Hans Stüwe: Industrieller Dietrich Gontard
    Marianne Hold: Tochter Daniela Twerdy
    Hilde Körber: Schwester Benedikta
    Carl Wery: Dr. Melartin
    Ingrid Pan: Christa Gontard
    Hans Henn: Thomas Gontard
    Hedwig Wangel: Die Oberin
    Charlotte Scheier-Herold: Schwester Luitgard
    Bertha Picard: Schwester Ursula
    Ernst Stahl-Nachbaur: Justizrat Dr. Rieser
    Josef Sieber: Artist Conny
    Hans Stiebner: Hanke
    Berta Drews: Kerstin Melartin
    Elisabeth Wendt: Lisa Nilsson
    Etta Braun: Selma
    Zita Uhl: Schwester Beata
    Ingeborg von Freyberg: Schwester Gundula

Ave Maria wurde bis Mai 1953 am Starnberger See, im Hamburger Hafen und in Finnland gedreht. Die Uraufführung erfolgte am 8. September 1953 in Wattenscheid.

Obwohl Zarah Leander nach Ave Maria weitere Filme drehte, gilt dieser Film gemeinhin als Ende der eigentlichen Filmkarriere Leanders und „typisches Leander-Melodram“. Sie singt im Film die Schlager Ich kenn’ den Jimmy aus Havanna, Wenn die wilden Rosen blüh’n, Wart’ nicht auf die große Liebe sowie das Ave Maria.

http://dfiles.eu/files/eukb9c7yy

Donnerstag, 8. August 2013

Richard Sorge - Spion aus Leidenschaft (2003)


Richard Sorge – Spion aus Leidenschaft ist ein deutsch-japanischer Film über Richard Sorge, ein sowjetischer Kommunist.

Handlung:

Im Oktober 1941 werden in Tokio zwei Männer verhaftet: der deutsche Korrespondent Dr. Richard Sorge und der japanische Journalist Hotsumi Ozaki. Unter Androhung der Todesstrafe bezichtigt man sie der Spionage für die Sowjetunion. Auf Grund der Beweislast des unter Folter erpressten Geständnisses seines Freundes Ozaki bleibt auch Sorge keine andere Wahl als zu gestehen. Während Ozaki sich nicht als Spion sieht, bekennt sich Sorge zur Anklage. Ozakis Motiv war die Verwirklichung seines Traums – die Befreiung der asiatischen Völker vom Kolonialismus ausländischer Großmächte. Richard Sorge dagegen hatten die Kriegserlebnisse als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg zum Kommunisten werden lassen. Für diese Ideologie ist er Spion aus Leidenschaft. Einig aber sind sich beide Männer in dem Glauben, die Welt verbessern zu können.

Rückblickend erinnern sich die Inhaftierten an ihr gemeinsames Wirken im Laufe der vergangenen zwölf Jahre...

Regie    Masahiro Shinoda  
Drehbuch    Robert Mundy, Masahiro Shinoda

Darsteller:

Richard Sorge    Iain Glen   
Hotsumi Ozaki    Masahiro Motoki   
Eugen Ott    Ulrich Mühe   
Helma Ott    Karen Friesicke   
Staatsanwalt Yoshikawa    Kippei Shiina   
Agnes Smedley    Mia Yoo   
Max Clausen    Wolfgang Zechmayer   
Branco Vukelic    Armin Marewski   
Katja    Catherine H. Flemming   
Hanako Miyake    Riona Hazuki   

Deutsche Fernsehfassung.

http://dfiles.eu/files/klychh7b4

Dienstag, 6. August 2013

Kanzler 6 - Helmut Kohl. Der Patriot (1999)


Nach dem Bruch der von Bundeskanzler Helmut Schmidt geführten sozial-liberalen Koalition am 17. September 1982 infolge schwerwiegender Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik nahmen FDP und CDU/CSU am 20. September 1982 Koalitionsgespräche auf. Anlass für den Bruch war u. a. ein Strategiepapier der FDP, das von Otto Graf Lambsdorff ausgearbeitet worden war und neoliberale Positionen zur Reform des Arbeitsmarkts enthielt. Kohl verwendete in Folge den Begriff der Geistig-moralischen Wende.

Kohl wurde für das Amt des Bundeskanzlers nominiert und am 1. Oktober 1982 im Rahmen des ersten erfolgreichen konstruktiven Misstrauensvotums in der Geschichte des Bundestages gegen den amtierenden Bundeskanzler Helmut Schmidt zum sechsten Bundeskanzler gewählt. Bundesaußenminister wurde, wie bereits in der sozial-liberalen Koalition, Hans-Dietrich Genscher. Der Koalitionswechsel war innerhalb der FDP sehr umstritten.

Da die FDP mit einer Koalitionsaussage zugunsten der SPD in den Wahlkampf 1980 gegangen war, wurde eine fehlende materielle Legitimation behauptet; formal war der Schritt aber verfassungskonform. Hinzu kam, dass Kohls Kanzlerschaft nicht aus Bundestagswahlen hervorgegangen war. Darum stellte Kohl im Bundestag die Vertrauensfrage, über die am 17. Dezember 1982 entschieden wurde. Nachdem die Regierungskoalition am Tag zuvor mit breiter Mehrheit den Bundeshaushalt für 1983 verabschiedet hatte, enthielt sich die Mehrzahl der Abgeordneten der Regierungskoalition vereinbarungsgemäß der Stimme, wodurch das gewünschte Ergebnis zustande kam: Keine Mehrheit für den Bundeskanzler und damit die Möglichkeit, dem Bundespräsidenten die Auflösung des Parlamentes vorzuschlagen. Nach längerem Zögern entschied sich Bundespräsident Karl Carstens im Januar 1983 für die Auflösung des Bundestags und die Ausschreibung von vorgezogenen Neuwahlen für den 6. März 1983. Gegen diese Vorgehensweise klagten einige Abgeordnete vor dem Bundesverfassungsgericht. Dieses entschied aber, dass die Auflösung des Bundestages verfassungsgemäß erfolgt sei.

Bei der Bundestagswahl am 6. März 1983 gewann die Koalition aus CDU/CSU und FDP mit Stimmengewinnen für die CDU/CSU (48,8 Prozent, +4,3 Prozentpunkte) und deutlichen Stimmenverlusten für die FDP (7,0 Prozent, −3,6 Prozentpunkte) die Mehrheit der Sitze im Bundestag. Kohl, der zwischen 1976 und 1998 sechsmal als Kanzlerkandidat antrat, erzielte sein bestes Wahlergebnis und außerdem das zweitbeste der Unionsparteien in der Geschichte der Bundesrepublik. Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten war der ehemalige Bundesjustizminister und Münchener Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel.

In den ersten Jahren seiner Amtszeit setzte Kohl den noch unter der Regierung Schmidt gefassten NATO-Nachrüstungsbeschluss gegen den Widerstand der Friedensbewegung durch.

Im Zuge der Flick-Affäre um illegale Zahlungen des Flick-Konzerns an deutsche Politiker wurde Kohl durch Kohl-Eintragungen im sichergestellten Kassenbuch belastet. Im Untersuchungsausschuss des Bundestags und des Mainzer Landtags sagte Kohl die Unwahrheit in Bezug auf seine Kenntnis des Zwecks der Staatsbürgerlichen Vereinigung als Spendenbeschaffungsanlage und entging nach einer Anzeige von Otto Schily nur knapp einem Strafverfahren wegen uneidlicher Falschaussage. Kohls Parteifreund Heiner Geißler verteidigte ihn später mit dem berühmt gewordenen Kommentar, er habe wohl einen „Blackout“ gehabt.

In Israel sprach er am 24. Januar 1984 vor der Knesset über die ihm zuteil gewordene „Gnade der späten Geburt“, der Satz selbst stammte von Günter Gaus.

Am 22. September 1984 trafen sich Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand am Ort der Schlacht um Verdun, um gemeinsam der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken. Das Foto ihres minutenlangen Händedrucks wurde ein Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung. Kohl und Mitterrand wurde in den folgenden Jahren ein besonders enges Vertrauensverhältnis nachgesagt. Sie brachten gemeinsame Projekte wie das Eurokorps und den Fernsehsender ARTE auf den Weg. Auch Fortschritte der europäischen Einigung wie der Vertrag von Maastricht und später die Einführung des Euro wurden wesentlich der engen deutsch-französischen Zusammenarbeit zugeschrieben.

Am 5. Mai 1985 legte Kohl gemeinsam mit US-Präsident Ronald Reagan in Bitburg einen Kranz auf dem dortigen Soldatenfriedhof nieder. Dies wurde in Teilen der deutschen und amerikanischen Öffentlichkeit heftig diskutiert, weil dort auch Angehörige der Waffen-SS beerdigt sind.

Bei der Bundestagswahl 1987 wurde Kohl im Amt bestätigt. Gegenkandidat der SPD war der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Johannes Rau.

Im September 1987 besuchte Erich Honecker, Staatsratsvorsitzender und Generalsekretär des ZK der SED als erster DDR-Staatschef die Bundesrepublik Deutschland und traf dabei am 7. September mit Kohl in Bonn zusammen. Dabei sprach Honecker eine Einladung zum Besuch der DDR an Kohl aus.

Kohl unternahm als erster deutscher Bundeskanzler eine Privatreise in die DDR. Im Mai 1988 besuchte er spontan und ohne Begleitschutz für drei Tage mit seiner Frau und dem Sohn Peter einige Städte.

Nachdem sich der Zusammenbruch der DDR abzeichnete und die Berliner Mauer am 9. November 1989 gefallen war, legte Kohl ohne vorherige Absprache mit dem Koalitionspartner und den westlichen Bündnispartnern am 28. November 1989 im Deutschen Bundestag ein „Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas“ vor. Am 18. Mai 1990 wurde der Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der DDR unterzeichnet. Gegen den Widerstand des Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl hatte Kohl darin einen Umtauschkurs von Mark der DDR in D-Mark von 1:1 bei Löhnen, Gehältern, Mieten und Renten durchgesetzt. Dies erwies sich später als starke Belastung für die Betriebe der Neuen Bundesländer. Gemeinsam mit Außenminister Hans-Dietrich Genscher erreichte Kohl zusammen mit dem letzten und einzig demokratisch gewählten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière in den sogenannten Zwei-plus-Vier-Gesprächen mit den vier Siegermächten des Zweiten Weltkriegs deren Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands in Form des Zwei-plus-Vier-Vertrags und die Einbindung des wiedervereinigten Deutschlands in die NATO.

Die Deutsche Einheit stärkte Kohls Position in der CDU. 1989 war es ihm auf dem Parteitag in Bremen nur mühsam gelungen, einen „Putschversuch“ seiner innerparteilichen Widersacher um Heiner Geißler, Rita Süssmuth und Lothar Späth abzuwehren.

Am 17. Januar 1991 wählte der Deutsche Bundestag Kohl zum dritten Mal zum Deutschen Bundeskanzler, nachdem er sich bei der Bundestagswahl 1990 gegen den saarländischen Ministerpräsidenten und damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine durchgesetzt hatte. Damit wurde er zum ersten Kanzler des wiedervereinigten Deutschlands.

Die sozialen und wirtschaftspolitischen Folgen des Vereinigungprozesses waren gewaltig: die Arbeitslosigkeit stieg von 2,6 Millionen, entsprechend 7,3 % im Jahre 1991 in der gesamtdeutschen Statistik auf Werte von über 3,6 Millionen Betroffen in jedem der Jahre von 1994 bis 2007 an, mit einem ersten Höchstwert von 4,4 Millionen (12,7 %) im Jahr 1997. (Bis 2007 blieben die Werte stets über 10 % und überstiegen dann 2005 und 2006 sogar den Wert von 4,4 Millionen.) Vor diesem Hintergrund sorgte die Anmerkung Helmut Kohls über einen „kollektiven Freizeitpark“ 1993 für einigen Unmut.

Nach der knapp gewonnenen Bundestagswahl 1994 wurde Kohl erneut zum Bundeskanzler gewählt; diesmal setzte er sich gegen den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping von der SPD durch. Die folgenden Jahre waren eher von außenpolitischen Ereignissen geprägt (Beispiele: 26. März 1995 Schengener Abkommen tritt in Kraft; 1998: Frankfurt am Main als Sitz für die neu geschaffene EZB, 1. Januar 1999: Euro-Einführung). Innenpolitisch zeichnete sich auch wegen des SPD-dominierten Bundesrats und der damit eingeschränkten Handlungsfähigkeit der Bundesregierung eine Stagnation ab, die in die Wahlniederlage 1998 mündete.

Die SPD trat mit dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder als Kanzlerkandidat an und gewann die Wahl. Die christlich-liberale Koalitionsregierung wurde von einer rot-grünen Koalition abgelöst, und Kohl wurde am 26. Oktober durch Bundespräsident Roman Herzog aus dem Amt entlassen. Kohl führte bis zum 27. Oktober 1998 noch eine geschäftsführende Bundesregierung.

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Kanzler 5 - Helmut Schmidt. Der Lotse (1999)


Helmut Schmidt (* 23. Dezember 1918 in Hamburg) war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Unter seiner Regierung wurde die Umvolkungspolitik innerhalb der Bonner Republik weiter vorangetrieben; er ist zudem deren erster Schuldenkanzler. In seinen letzten Lebensjahren wird Schmidt von den BRD-Medien vorwiegend als weiser Grandseigneur der Politik präsentiert. Schmidt ist öffentlichkeitswirksamer Tabaksüchtiger.

Nach dem Rücktritt Willy Brandts als Regierungschef wählte der Bundestag Schmidt am 16. Mai 1974 mit 267 Ja-Stimmen zum 5. Kanzler der Bundesrepublik. Die größten Herausforderungen während seiner Amtszeit waren die weltweite Wirtschaftsrezession und die Ölkrisen der 1970er Jahre, die die Bundesrepublik unter seiner Führung besser überstand als die meisten anderen Industriestaaten, sowie die Rentenfinanzierung 1976/77 und der Kampf der Rote Armee Fraktion (RAF). Seine frühere Verhandlungsbereitschaft, speziell bei der Entführung von Peter Lorenz 1975, verlor er später. Er verfolgte von da an eine unnachgiebige harte Linie, die ihm mitunter harsche Kritik seitens der Angehörigen von Opfern einbrachte.

Schmidt ist entschiedener Befürworter der Stromerzeugung aus Kernkraft. 1977 beabsichtigte seine Regierung die Errichtung einer Anlage zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen in Gorleben.

Gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verbindet, verbesserte Schmidt die deutsch-französischen Beziehungen und verwirklichte entscheidende Schritte hin zur weiteren europäischen Integration. So wurde kurz nach Schmidts Amtsübernahme der Europäische Rat etabliert, und auch die wirtschaftspolitisch bedeutendste Maßnahme seiner Regierungszeit ergriff er in Zusammenarbeit mit Giscard: die Einführung des Europäischen Währungssystems und der Europäischen Währungseinheit (ECU) zum 1. Januar 1979, aus denen später die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion und der Euro hervorgehen sollten. Auf eine Idee Schmidts und Giscards ging auch die Gründung der Gruppe der 7 (G7) zurück.

Im Jahr 1977 drängte Schmidt auf den sogenannten NATO-Doppelbeschluss, der die Aufstellung von Mittelstreckenraketen in Westeuropa vorsah, dies aber mit einem Verhandlungsangebot an die Sowjetunion verband, beiderseits auf diese Waffensysteme zu verzichten. Dieser Beschluss war in der Bevölkerung und vor allem in der eigenen Partei sehr umstritten. Aus der Protestbewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss, die sich mit der wachsenden Zahl von Umweltschützern verband, ging am Ende von Schmidts Regierungszeit die neue Partei der Grünen hervor.

Im Spätsommer 1982 scheiterte – vor allem an Differenzen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik (Bundeshaushalt, öffentliche Verschuldung, Beschäftigungsprogramme) zwischen SPD und FDP – die von ihm geführte sozialliberale Koalition. Am 17. September 1982 traten sämtliche FDP-Bundesminister (Hans-Dietrich Genscher, Gerhart Baum, Otto Graf Lambsdorff und Josef Ertl) zurück. Schmidt übernahm daher zusätzlich zum Amt des Bundeskanzlers noch das Amt des Bundesministers des Auswärtigen (wie als einziger Bundeskanzler sonst nur Konrad Adenauer) und führte die Regierungsgeschäfte ohne Mehrheit im Bundestag weiter. Am 1. Oktober 1982 wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum mit den Stimmen von CDU, CSU und der Mehrheit der FDP-Fraktion Helmut Kohl zu seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers gewählt.

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Kanzler 4 - Willy Brandt. Der Visionär (1999)


Willy Brandt, eigentlich Herbert Ernst Karl Frahm (* 18. Dezember 1913 in Lübeck; † 8. Oktober 1992 in Unkel am Rhein) wurde in Lübeck geboren. Seine Mutter, Martha Frahm († 1969), arbeitete damals als Verkäuferin in einem Konsumverein. Sein Vater war, wie Willy Brandt erst 1961 erfuhr, John Möller (1887-1958) aus Hamburg, ein sozialdemokratischer Lehrer, der, während der Zeit des Nationalsozialismus aus dem Schuldienst entlassen, als Buchhalter seinen Lebensunterhalt bestritt. Die nichteheliche Geburt trug Brandt später zahlreiche Schmähungen ein: Konrad Adenauer etwa pflegte ihn in Wahlkämpfen als „Willy Brandt alias Herbert Frahm“ zu titulieren. Der Großvater Brandts, als Knecht aus Mecklenburg gekommen, war ebenfalls Sozialdemokrat. Bei ihm wuchs Willy Brandt auf.

Vom Großvater stramm marxistisch erzogen, schloß er sich schon in jungen Jahren ultralinken Gruppen an (z. B. »Rote Falken«). Schon als Schüler hatte sich Willy Brandt der sozialistischen Jugendbewegung (SAJ) angeschlossen und war einer ihrer leitenden Funktionäre. Als Gymnasiast schrieb er für das SPD-Blatt „Lübecker Volksbote“. Dessen Chefredakteur, der später hingerichtete Reichstagsabgeordnete Julius Leber, wurde Brandts Mentor. Schließlich landete Brandt (1931) bei der kommunistischen »Sozialistischen Arbeiterpartei« (SAP), wo er zum Vorsitzenden der Jugendorganisation in Deutschland aufstieg. Die SAP verstand sich als »Keimzelle für eine echte kommunistische Partei«. SPD-Führer Leber dagegen: »Ein Krüppelverein.« 1933 ging Willy Brandt aus angeblich nicht geklärten Gründen ins Ausland. Er wirkte zunächst in Norwegen, dann in Schweden. 1936 unterzeichnete er (zusammen mit Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht und Herbert Wehner) einen linksradikalen »Aufruf an das deutsche Volk«.

1938 wurde er von der deutschen Regierung ausgebürgert und ging nach Norwegen. Nach dessen Besetzung durch die Deutsche Wehrmacht setzte er sich nach Schweden ab.

Als norwegischer Major kehrte er nach Deutschland zurück, nahm später unter dem Namen »Brandt« die deutsche Staatsangehörigkeit an und machte (trotz Bedenken Schumachers) eine SPD-Traumkarriere, ursprünglich unterstützt von der Berliner Springer-Presse und den VS-Amerikanern, die ihn als besonders eifrigen Umerzieher einschätzten. Schon 1944 hatte er dem VS-Gesandten in Stockholm den Vorschlag unterbreitet, den größten Teil Ostpreußens mit Königsberg an Polen auszuliefern. Ein »Austausch von Bevölkerungen« sollte damit einhergehen.

Wie andere deutsche Nachkriegspolitiker erhielt er Geld von der CIA. Sich als Antikommunist und rechter Sozialdemokrat darstellend, wurde Willy Brandt 1957 Regierender Bürgermeister von Berlin.

Er nahm dreimal Anlauf zur Kanzlerschaft, bis es ihm im Jahr 1969 gelang gewählt zu werden.

In einem Telefonat im Vorfeld des Mauerbaus 1961 zwischen Walter Ulbricht und Nikita Chruschtschow fragte Ulbricht, ob dies Auswirkungen auf die westdeutschen Wahlen haben könne. Chruschtschow antwortete daraufhin:

 „Ich denke, Adenauer wird gewinnen. Wir machen hier keine politischen Spiele. Sie sind beide Halunken. Brandt ist schlimmer als Adenauer.“

Willy Brandt hat die umstrittenen „Ostverträge“ mit der UdSSR und Polen (1970) zu verantworten, zudem eine gescheiterte linke Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Leo Bauer war enger Berater Brandts, er war maßgeblich an der Vorbereitung der Brandt'schen „neuen Ostpolitik“ beteiligt.

Für seine Außenpolitik der Annäherung an die Sowjetunion, die auf Ausgleich mit dem Ostblock ausgerichtet war, erhielt er am 10. Dezember 1971 den Friedensnobelpreis.

1974 trat Willy Brandt im Gefolge des Guillaume-Skandals als Bundeskanzler zurück. Danach wurde das ganze Ausmaß des Zusammenspiels mit dem kommunistischen Ostblock erst offenbar.

Als SPD-Chef konnte Brandt weiterhin eine wichtige Rolle in der bundesdeutschen Politik spielen. In der BRD erreichte die Sozialistische Internationale (SI) einen hohen Bekanntheitsgrad durch die Präsidentschaft Willy Brandts von 1976 bis 1992. Als solcher nahm er 1981 in Paris an der Amtseinführung des Sozialisten Mitterands teil, das antifaschistische Deutschland repräsentierend.

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Kanzler 3 - Kurt Georg Kiesinger. Der Vermittler (1999)



Kurt Georg Kiesinger (* 6. April 1904 in Ebingen, Württemberg; † 9. März 1988 in Tübingen) war ein deutscher Politiker (CDU) und dritter Bundeskanzler der BRD (1966-1969).

Kurt Georg Kiesinger war der Sohn eines kaufmännischen Angestellten. Er verlor schon im Alter von einem halben Jahr die Mutter und lebte ein Jahr bei den Großeltern, bis sich der Vater wieder verheiratete. Er wurde dann unter sechs Stiefgeschwistern in bescheidenen Verhältnissen groß. Nach dem Besuch der Realschule in Ebingen und des katholischen Lehrerseminars in Rottweil machte Kiesinger das Abitur an einem Stuttgarter Gymnasium. Ein Jugendfreund seines Vaters ermöglichte Kiesinger, der einige Zeit auch als Fabrikarbeiter tätig war, ab 1925 das Studium zuerst der Philosophie und Geschichte in Tübingen. Nach zwei Semestern wechselte er nach Berlin und studierte Rechts- und Staatswissenschaften (1931 erste, 1934 zweite juristische Staatsprüfung). Als Student hatte er enge Bindungen zum Verband katholischer Studentenvereine (K.V.) und zum Akademischen Goerres-Ring.
Kiesinger wollte eigentlich Hochschullehrer werden, war dann aber von 1935 an (bis 1940) in Berlin als Rechtsanwalt beim Kammergericht tätig, ab 1940 Stellvertretender Leiter der Rundfunkabteilung im Reichsaußenministerium. Außerdem wirkte er bis Anfang 1945 als privater Rechtslehrer. Nach dem Zusammenbruch saß er achtzehn Monate im KZ.

1949 wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1958 bis 1966 war Kiesinger Ministerpräsident von Baden-Württemberg. 1966 trat er die Nachfolge des von den eigenen Parteifreunden gestürzten Ludwig Erhard als Bundeskanzler an. Mit der von ihm geführten Großen Koalition mit der SPD öffnete er den Roten Tor und Tür zum Machtwechsel, der 1969 erfolgte, woraufhin Kiesinger in der Versenkung verschwand. In seine Amtszeit fielen die Einführung der Notstandsgesetze und die Hauptphase der Außerparlamentarischen Opposition.

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Kanzler 2 - Ludwig Erhard. Der Optimist (1999)


Ludwig Wilhelm Erhard (* 4. Februar 1897 in Fürth/Franken; † 5. Mai 1977 in Bonn) war ein deutscher Wirtschaftsfachmann und Politiker (CDU).

Ludwig Erhard war von 1949 bis 1963 Bundesminister für Wirtschaft. Nach Adenauers Rücktritt am 15. Oktober 1963 wurde Erhard am 16. Oktober 1963 zum Bundeskanzler gewählt. Er war seit 1957 Vizekanzler und wegen seiner Fähigkeiten im Wahlkampf Favorit der CDU. Viele – allen voran Adenauer – glaubten, er sei als Kanzler ungeeignet. So wurde er mehrheitlich als eine Art Zwischenlösung angesehen mit der Hauptaufgabe, einen Wahlsieg bei der Bundestagswahl 1965 zu erringen.

Erhards Regierungszeit gilt als glücklos. Aus den Reihen der CDU warf man ihm unter anderem vor, er sei für ein Abkühlen in den deutsch-französischen Beziehungen verantwortlich. Neben Außenminister Gerhard Schröder zählte er zu den Atlantikern, die den Vorrang der Beziehungen zu den USA gegenüber denen zu Frankreich betonten.

Zudem flocht Adenauer Ränke gegen ihn: Erhard sei als Kanzler unfähig; vergeblich hatte der Kölner ihn schon als Nachfolger zu verhindern versucht. 1965 fuhr Erhard zwar den bis dahin zweitgrößten Wahlsieg in der Geschichte der Union ein. Doch schon bei der Regierungsbildung konnte er seine Ansichten in der CDU/CSU nicht mehr durchsetzen. In den folgenden Monaten verfiel seine Führungskraft zusehends. Das von ihm aufgestellte Leitbild einer „formierten Gesellschaft“ fand kaum Zustimmung. Um sich zu behaupten und seinen Konkurrenten Barzel zu bremsen, ließ Erhard sich im März 1966 zum Vorsitzenden der CDU wählen.

Sein Ansehen als Wirtschaftsfachmann wurde erschüttert, als 1966 VS-Präsident Lyndon B. Johnson hohe zusätzliche Zahlungen in Höhe von 1,35 Milliarden US$ (etwa 5,4 Milliarden DM) für Besatzungskosten und den Vietnamkrieg einforderte und die zweite Rezession der Nachkriegszeit (die erste war unmittelbar auf die Währungsreform von 1948 gefolgt) mit drastisch steigenden Arbeitslosenzahlen einsetzte. Es folgten schwere Niederlagen für die CDU bei Landtagswahlen, insbesondere am 10. Juli 1966 in Nordrhein-Westfalen, wo sie die Macht an die SPD verlor. Wegen einer Finanzkrise und in Betracht gezogenen moderaten Steuererhöhungen folgte der Rücktritt der FDP-Minister.

Erhard bildete am 26. Oktober 1966 eine Minderheitsregierung aus CDU und CSU. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wählte indes Kurt Georg Kiesinger zum Kanzlerkandidaten, der eine große Koalition mit der SPD zustande brachte. Erhard trat schließlich am 1. Dezember 1966 zurück. Im Mai 1967 legte er auch den CDU-Vorsitz nieder.

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Kanzler 1 - Konrad Adenauer. Der Patriarch (1999)

    
Kanzler - Die Mächtigen der Republik ist eine sechsteilige Reihe Dokumentarfilme von 1999.

Regie: Christian Deick, Guido Knopp

Konrad Hermann Joseph Adenauer (5. Januar 1876 in Köln - 19. April 1967 in Rhöndorf, Stadtteil von Bad Honnef, eigentlich Conrad Hermann Joseph Adenauer) war ein Kollaborateur der Westalliierten und von 1949 bis 1963 erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland sowie von 1951 bis 1955 zugleich Bundesminister des Auswärtigen.

Adenauer prägte in dieser Stellung maßgeblich die politische Ausrichtung der Bundesrepublik in der Nachkriegszeit. Er setzte dabei auf eine Westbindung in Wiederauflebung des ehemaligen französischen Rheinbundes, verbunden mit der sogenannten „Europäischen Einigung“ und mit der Eingliederung in die „westliche Wertegemeinschaft“ und in Folge in das westliche Verteidigungsbündnis, der NATO. Gegen damals noch starken Widerstand auch innerhalb der eigenen Partei, der CDU, setzte er das System der Sozialen Marktwirtschaft durch. Er verfolgte aus seiner Prägung als rheinischer Katholik heraus und vor dem Hintergrund des Anspruches der Sowjetunion auf Weltherrschaft einen antikommunistischen Kurs. Gleichwohl war er auch Realpolitiker; so arrangierte er die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Sowjetunion und war pragmatisch bezüglich der Verwendung ehemals nationalsozialistischer Funktionsträger für den Wiederaufbau der Bundesrepublik. Seine westorientierte Politik führte letztlich zum Verrat an den Ost- und Sudetendeutschen Interessen.

Am 27. März 1952 explodierte um 18:20 Uhr ein an Bundeskanzler Adenauer adressiertes Päckchen im Münchner Polizeipräsidium und tötete den Beamten Karl Reichert. Die zwei mit der Abgabe des Päckchens bei der Post beauftragten Jungen brachten dieses zur Polizei, während sie von ihrem Auftraggeber verfolgt wurden. Die Spur führte zur jüdischen Terrororganisation Irgun, jedoch wurden jegliche Beweise geheim gehalten. Fünf verdächtige Israelis wurden abgeschoben. Der mutmaßliche Drahtzieher, Jakob Farshtej, der Bombenbauer, Elieser Sudit, sowie der Überbringer der Bombe, Josef Kronstein, entkamen nach Israel, woraufhin die Ermittlungen eingestellt wurden. Nach einer Buchveröffentlichung Sudits war der Auftraggeber, Organisator und Geldbeschaffer für die insgesamt drei Attentate auf Adenauer, Menachem Begin – ehemaliger Kommandant der Terrororganisation Irgun, von den Briten gesuchter Terrorist und späterer Ministerpräsident von Israel.

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Samstag, 3. August 2013

Die verschwundene Zivilisation (2012)


In Kleinasien begann der Wandel von Jäger- und Sammlergesellschaften zu sesshaften Zivilisationen, die Ackerbau und Viehzucht betrieben, etwa zwischen 15.000 und 10.000 vor Christus. Eines der frühesten Relikte dieser Zeit findet sich im Südosten der Türkei: Ein Bergheiligtum wurde vor ca. 12.500 Jahren errichtet – über 9.000 Jahre vor Stonehenge und den ältesten Pyramiden Ägyptens – und war jahrtausendelang in Vergessenheit geraten, verborgen unter einer dicken Sedimentschicht. Seit 1994 wird die exzellent erhaltene Anlage systematisch von Archäologen ausgegraben und hat seither in der Wissenschaftswelt für viel Aufsehen gesorgt. Offenbar wurde mit dem Bau bereits begonnen, als die Einwohner der Region noch als Jäger und Sammler umherzogen. Der Tempel wäre demnach also entstanden, bevor die Menschen begannen, selbst in festen Wohnstätten zu leben!

Dauer 45 Minuten.

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